Derber Film für das Kopfkino um die Ecke! Sein Titel: ON EVIL DAYS! Hossa! John Walker is back! Der ehemalige Boss der Kult Death-Thrasher CANCER versucht sich nun an schwer verdaulichen Albtraumvisionen...... On evil days LIQUID GRAVEYARD HORNS UP!
Die Überraschung war groß, als ich las wer hier mit dem britischen Friedhof angereist war: Mr.Walker von "Cancer". Der Mann hat mit Alben wie "To the gory end" oder "Death shall rise" Meilensteine des frühen Death/Thrash abgeliefert!
Noch überraschender sind die Soundkaskaden die der Brite anno 2009 produziert. Totale Verneinung, künstlerischer Anspruch zu jeder Sekunde, logische Songaufbauten werden zum Teil heftigst ad absurdum geführt.
Der Opener "Rumours are black like machine guns" kommt schroff und reduziert daher, begleitet von schneidenden Riffs und einem abartigen Röchelorgan! Moment, diese Stimme gehört der holden Frau Walker! Raquel Walker grunzt und sinniert hektisch heiser, es werden Erinnerungen an die ersten blutigen Gehversuche von "Carcass" wach!
Dies allerdings nur bis zum Chorus, der den bisherigen Songverlauf mit seinen progressiven Taktfolgen völlig auf den Kopf stellt. Entrückter Sopran Gesang wirkt hier wie die blühende rote Rose auf einer stinkenden Müllhalde. Befremdlich, aber faszinierend!
"Criminsters" kann dem morbiden Anfang leider nichts entgegensetzen, hier wirkt der durchgehende cleane Gesang von Miss Walker zu dünn und angestrengt.
Der Titelsong dann wieder das totale Gegenteil, ein rabenschwarzer, scheppender Song, begleitet von unheilvollem, heiserem Sprechgesang und beschwörenden Growls die ganz tief vom Friedhof daher kommen. Fast schon ein Ambient Black Metal Stück! Sehr bedrückend und hypnotisch!
Zum Ende des Albums werden die emotionalen Schock Therapien zwar dosierter und in logischeren Happen serviert, die bedrückende Atmosphäre bleibt aber aber allgegenwärtig. "From the tower" und "1760" bilden in Ihrer morbiden Hoffnungslosigkeit eine unheilvolle Allianz und erinnern ganz entfernt an "Secrets of the moon" Sequenzen. Was für ein erhabener, majestätischer Chorus!
Hier funktionieren die teilweise kranken Sopran Parts und bitterbösen Scream/Growl Vocals besser. Auch die vertrackte Rhythmusarbeit weicht groovigeren Parts, hier haut Mr.Walker den oder anderen Killer Riff raus!
Die letzten beiden Songs können die extreme Grundatmosphäre nicht mehr ganz transportieren und fallen qualitativ etwas ab!
Defintiv sehr fordernder, extremer atmosphärischer Metal mit 2-3 Durchhängern. Trotzdem ist dieses Album verdammt stark und eine willkommende Abwechslung zum schablonenhaften 08/15 Extrem Metal!
7 Points! Erschienen über my kingdom music.
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