Section: Konzertberichte 2931Autor: Cybergoth
Datum: 22.03.2004
Bereich: Konzertberichte




Im Frankfurter Batschkapp

Cultus Ferox & Umbra Et Imago

Am 18.03.2004 spielten in der Frankfurter Batschkapp Umbra Et Imago, welche die deutsche Gothic-(Metal)-Szene in hohem Maße mit geprägt haben. Wir waren für Euch dabei und möchten Euch in diesem Bericht die gewonnenen Eindrücke in Wort und Bild vermitteln.

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Im Vorprogramm von Mozart & Co waren Cultus Ferox zu sehen. Die Berliner Mittelalter-Rocker heizten dem Publikum mit ihrer powergeladenen Show unter Verwendung von bis zu 3 Dudelsäcken, allerlei Schlagwerk und weiteren zeitgemäßen Instumenten mächtig ein. Wer bei dieser mitreissenden Mucke noch stillstehen konnte, muss entweder taub gewesen sein oder keine Beine gehabt haben. Etwa 45 Minuten boten die Jungs eine grandiose Show dar. Mit einer Menge Licht, 2 Tänzerinnen und witzigen Sprüchen war für Auge und Ohr alles dabei, was das mittelalterlich begeisterte Herz begehrt.

Ohne mit der Wimper zu zucken, wage ich es hier, Cultus Ferox in einem Atemzug mit Szenegrößen wie Corvus Corax und In Extremo zu nennen. Da ich Cultus Ferox bisher leider nur dem Namen nach kannte, vermag ich nicht einzelne Höhepunkte zu nennen. Für mich und wohl auch den größten Teil des Publikums war jeder Song ein astreiner Kracher, so dass der Auftritt schon fast zu kurzweilig erschien.

Nach wenigen Minuten Pause ging es dann auch gleich heftig weiter mit Umbra Et Imago, die an diesem Abend nicht nur beinahe vollständig ihr neues Werk „Memento Mori“ runterspielten. Nach einem kurzen Intro betraten die Gothic-Ikonen die Bühne und legten mit dem Opener „Liebeslied“ los. Der neue Gitarrist fiel schon im ersten Moment durch sein druckvolles Spiel sehr positiv auf.

Natürlich gab es auch an diesem Abend wieder viel zu sehen. Die erste Showeinlage der Umbra-Models präsentierte man dem Publikum bei dem Song „Sweet Gwendoline“. Jeder der schon einmal Umbra Et Imago live erlebt hat, weiss wovon ich spreche.

Im weiteren Verlauf wurden neben dem Titelsong der aktuellen CD „Memento Mori“ unter anderem Brecher wie „Egoismus“, „Der Prälat“ und „Money“ vorgestellt, die auf gewohnt ironische Weise mit sozialkritischen Themen umgehen.

Wer Umbra Et Imago noch nicht auf der Bühne erlebt hat und doch immer wieder kritisiert, dass die Jungs mit ihrer S/M-Show einzig und allein die Verkaufszahlen pushen wollen, dem kann ich nur mit einem müden lächeln begegnen. Es ist erstaunlich welche Ästethik diese visuelle Untermalung der Musik in den letzten Jahren unbestreitbar hinzugewonnen hat und man kann darüber denken was man möchte aber es passt einfach alles perfekt zusammen. Natürlich nichts für minderjährige, doch im Gegensatz zu den Anfängen sind die Shows wesentlich entschärft und meines Erachtens nach auch weder pervers noch pornografisch, wie Kritiker der Band dies immer wieder anprangern.

Auch eine Freiwillige aus dem Publikum stellte sich im ĂĽbrigen gerne fĂĽr die Performance mit heissem Kerzenwachs und diversen Folterinstrumenten zur VerfĂĽgung, bei der sich Mozart im Anschluss sehr herzlich bedankte.

Für den Song „Schlag mich“ konnte man die Boxerin Regina Halmich gewinnen, die augenscheinlich nicht nur mit der Faust, sondern auch durch ihre Stimme überzeugen kann. Sehr schade nur, dass niemand bemerkt hatte, dass das hintere Mikrofon abgeschaltet war. Doch diese kleine Panne tat dem Konzert als Ganzes keinen Abbruch.

Auch Special Guest Felix von Crematory grunzte dann bei „Mea Culpa“ noch fleissig mit. Nach gut 1 ½ Stunden waren Mozart & Co mit ihrem regulären Set durch, doch das Publikum holte die Band noch 2 mal zurück auf die Bühne und als krönenden Abschluss gab es nochmal das volle Brett mit dem Falco Cover „Amadeus“. Leider war es uns bei Umbra nur während der ersten 3 Songs möglich zu fotografieren, weshalb wir nur sehr wenig Bildmaterial haben, doch dafür haben wir im Vorprogramm bei Cultus Ferox geknipst was das Zeug hält.

Fazit: Abgesehen vom Ausfall eines der Mikrofone ein durchweg gelungener Abend, der den höchsten Ansprüchen von Auge und Ohr genügte und auch den (schwarzen) Humor nicht zu kurz kommen liess. Wer sowohl Umbra Et Imago als auch Cultus Ferox noch nicht live gesehen hat, dem sei der Besuch wärmstens empfohlen. Es lohnt sich in jedem Fall!

Alle Fotos unterliegen dem Copyright von Dominik Ridder. 



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