Section: Konzertberichte 30008Autor: Amir
Datum: 26.04.2015
Bereich: Konzertberichte













Das h├Ątten mehr Leute erleben sollen...

Oberhausen, Zentrum Altenberg - 16.04.2015

THE GENTLE STORM, SUPPORT: STREAM OF PASSION

Leider wurde diese Tour recht wenig mit Vorankündigungen bedacht. Diesen Gedanken hatte man, wenn man die mit ca. 120 Fans mit einem recht überschaubaren Publikum gefüllte kleine Halle der Location betrat. Als erstes fiel dann noch das Backdrop der Vorband auf der Bühne ins Auge: STREAM OF PASSION.

Die Kombination der beiden Bands wäre ein Grund mehr gewesen, mehr Werbung für die Konzerte zu machen. Da wären sicher deutlich mehr Zuschauer gekommen. Schade für die Bands. Aber...die Qualität eines Konzertes erkennt man ja nicht an der Zuschauermenge. Vielmehr ist etwa die Spielfreude der Musiker ein Element, welches sich heranziehen lässt. Dazu später mehr.

Los ging´s um 20:00 Uhr mit STREAM OF PASSION, einem der zahlreichen Projekte des niederländischen Gitarristen Arjen Lucassen (der aber, das kann man vorwegnehmen, leider auf diesem Teil der Tour durch Abwesenheit glänzte). Vor einigen Jahren hatte man dieses Venue schon einmal besucht und einige der Zuschauer erinnerten sich offenbar gerne daran. Die Band um Sängerin Marcela Bovio servierte ein ca. 40-minütiges 7 Stücke umfassendes Set und spielte dabei Songs wie "The war of our own", "The curse" und "In the end".

Es war eine kraftvolle und engagierte Performance und die hübsche Frontfrau überzeugte nicht nur stimmlich, sondern verzauberte die Fans auch mit ihrem Geigenspiel. Johan van Stratum (der übrigens auch die Hauptband des heutigen abends unterstützte) ließ am Bass seine Dreadlocks kreisen. Weitere Musiker des niederländischen Sechsers sind u.a. Gitarrist Stephan Schultz.

Es war schön, nach der längeren Zeit STREAM OF PASSION mal wieder live auf der Bühne zu erleben. Nach einer kurzen Umbaupause war es dann soweit und man durfte gespannt sein, wie die Band das Material des Albums umsetzen würde. Spekulationen über ein zweigeteiltes Set zur Differenzierung zwischen den beiden "Härtegraden" der Songs waren zu vernehmen. Um kurz nach 21:00 Uhr waren wir schlauer...es ging los.

Das Projekt THE GENTLE STORM ist ein weiteres Baby von Arjen Lucassen, der aber - wie gesagt - heute nicht am Start war. Dafür hatte man am Bass und mit Marcela Bovio (Backing Vocals bzw. Duett) zwei Mitglieder der Supportband zur Zusammenarbeit gebracht.

Das Set war dreigeteilt. Erst ging es mit entsprechender Power los und wir bekamen ein halbes Dutzend (inkl. des Coversongs "Eleanor" von THE GATHERING, Anneke´s Ex-Band) Songs präsentiert. Die Band, allen voran die Sängerin Anneke van Giersbergen, überzeugte durch eine ausgeprägte Spielfreude. Nach einer so langjährigen Karriere mit unzähligen Auftritten vor teils riesigem Publikum gefiel die niederländische Sängerin mit der großartigen Stimme mit viel Einsatz und sichtbarer Begeisterung.

Die Freude am Covern ging auch im mittleren "ruhigeren" Teil (markiert auch durch eine abgespeckte Band und einen Klamottenwechsel - siehe Fotos) weiter und es gab u.a. mit "Valley of the queens" ein AYREON-Cover. Daneben den PINK FLOYD-Song "Wish you were here" also Solo der Frontfrau.

Im dritten Teil der Show gab´s wieder mehr Zunder und vor den 2 Zugaben bekamen wir noch einmal 5 Songs (u.a. das gelungene "Strange machines" vom THE GATHERING-Kultalbum "Mandylion") bevor es in die Zugaben ging. Da performte man u.a. "Fallout" von Devin Townsend, mit dem Anneke van Giersbergen ja auch in der Vergangenheit zusammengearbeitet hatte. Nach ca. 100 Minuten war das Set von THE GENTLE STORM zu ende. Es gelang der Band, eine abwechslungsreiche Songauswahl aus eigenen Tracks und passenden und überzeugend vorgetragenen Cover-Songs zu servieren. Drummer Ed Warby mit seinem kraftvollen Spiel, die junge Gitarristin im Zusammenspiel mit den männlichen Mitstreitern an der Saitenfront und die beiden Sängerinnen, die sich gut ergänzten...das war schon eine feine Sache.

Fazit: ein großartiger Konzertabend, der mehr Zuspruch von den Fans (bezogen auf die Anzahl) verdient gehabt hätte, aber die anwesenden Zuschauer waren begeistert und zeigten dies auch. Bei einem Eintrittspreis von gut 20 Euro und einer musikalische Darbietung von knapp zweieinhalb Stunden kann man von Value for money sprechen. Seid froh, wenn ihr dabei ward. Alle anderen haben etwas verpasst...

 

 

(Bericht Amir Djawadi und W. v. A. - Fotos Amir Djawadi)



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