Section: Konzertberichte 30852Autor: Diggi
Datum: 13.07.2015
Bereich: Konzertberichte

Angus macht den Angus....ohne Malcolm

Rock Or Bust Tour 2015, 12.07.2015 Gelsenkirchen

AC/DC

HORNELLA!

Stevie Young, ein Neffe von Angus nimmt den Platz von Malcolm ein und mehr als ein Platzhalter im Wortsinn konnte der Gute auch nicht sein, auch wenn der Gitarrist alles richtig macht, die Backing Vocals sitzen und die Riffs sowieso, schließlich hat der ebenfalls vom Leben gezeichnete bereits 1988 eine Welttournee mit der Band gespielt. Besonders willkommen ist die Rückkehr von Chris Slade, der mit seinem sehr aufgeräumten Powerhouse Drumming hinten rum der Band viel mehr Punch verleiht, als der leicht swingende Rudd.

Wer durch die Bank nur auf Metal Konzerten anwesend ist, muss sich Heute Abend damit abfinden, das die Freizeit und Wetten Dass.. Rocker eindeutig in der Überzahl sind. AC/DC sind aber nun auch keine Metal Band und sind außerdem spätestens seit "Hells Bells", "Highway To Hell" und natürlich "Thunderstruck" ein gesellschaftlicher Mega Trend, eine Band die eben auch von Leuten gehört wird, die wenige Wochen  zuvor an selber Stelle die unsäglich omnipräsente Helene Fischer abfeierten.... Au weia, nach einem bombastischen, interstellaren Intro inklusive Mondlandung und Kometeneinschlag kann zum ersten Mal der Indoor Feuerwerker seines Amtes walten und vernebelt die Wellblechoptik der Bühne so sehr, das wie aus dem nichts Angus inmitten der Bühne steht. Los geht´s mit "Rock Or Bust" .Viele stehen total auf das neue Album, ich halte es für eher Hüftlahm, somit kommen die Live Versionen der drei Rock Or Bust Stücke glücklicherweise mit mehr Schmackes aus den Boxen. Gleich der Beginn kommt einem Triumphzug gleich, "Shoot To Thrill" Hell Ain´t A Bad Place To Be"... Da sitzt alles und schon jetzt wird Dank der großen Videoleinwände, die in das Bühnenbild integriert sind klar, das Mr.Young und Mr.Johnson sichtlich gealtert sind, aber keine Anstalten machen hier auch nur eine Sekunde einen auf Altherrenrocker zu machen. Das man vor dieser schweißtreibenden Leistung mehrmals im Verlauf des Gigs den imaginären Hut ziehen möchte, sollte hier klar machen, das AC/DC immer noch zu den stärksten Rock Bands des Planeten zählen.

Stimmungspeaks sind im weiteren Verlauf das mit einem Jahrhundertriff ausgestattete "Back In Black", "Thunderstruck" und "Dirty Deeds Done Dirt Cheap". "High Voltage" ist ein gekonnter Griff in die Klamottenkiste und mit "Hells Bells" läuten die Australier dann regelrecht das Bergfest der Setlist ein. Überraschungen neben den Standards sind "Have A Drink On Me" oder "Sin City". Brian Johnson muss öfter mal die zweite Luft bemühen und verfügt nicht mehr über die alte bekannte Reibeisenpower in den Stimmbändern, aber was macht das schon, wenn die eigenen Songs trotzdem 1a intoniert werden und man nicht zur Selbstparodie verkommt? Eben, nix!

"Let There Be Rock" folgt auf "Whole Lotta Rosie" und stellt den ersten Abschluss eines lauten, aber transparenten Gigs dar. Übrigens ist dieser letzte Song mit der gefühlt halbstündigen Gitarreneskalation von Angus mein persönlicher Höhepunkt des Abends. Was folgt kulminiert in dem von Kanonenschlägen flankierten Finale, "For Those About To Rock (We Salute You)"

Mit diesem Konzert untermauern die Australier Ihren Ruf als eine der Weltmächte im Rock´n´ Roll Zirkus. Ist es meckern auf hohem Niveau oder Ehrerweisung, das man "That´s The Way I Wanna Rock´nRoll"´, "Who Made Who", "Hail Cesar", "Money Talks" oder "Riff Raff" auch gerne gehört hätte?

Wenn das hier das letzte Konzert von AC/DC auf deutschem Boden im Rahmen einer Welttournee war, dann darf man sich über ein "Adios mit Stil" freuen! Noch mer Stil hätte auch ein Fanfreundlicher Eintrittspreis gehabt, man darf Kalkül unterstellen, das eben die weiter oben erwähnte ZDF Rocker und Camp David Hemdchen Träger "emotionsloser 110 Euro berappen können.

 

DIGGI.



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