Section: Interviews 34919Autor: StevieT97
Datum: 15.01.2017
Bereich: Interviews
Thematik:Doom:.

Stonerdoom aus Hildesheim

I Have Tasted Devils Blood

Maentis

Hallo Jungs! Es freut mich dass ihr euch Zeit für ein Interview genommen habt. 2015 gegründet, liefert ihr nun dieses Jahr quasi aus dem nichts euer Debutalbum ab. Wie kam es denn überhaupt zur Gründung und was hat euch motiviert Musik zu machen?

Die Gründung war eher eine Schnapsidee von Alex und Jan. Wir haben uns im Studium kennengelernt und schnell gemerkt,dass wir musikalisch den selben Geschmack haben. Da wir beide zu der Zeit in keinen anderen Bands tätig waren beschlossen wir einfach eine neue zu gründen.Alex hat dann per Anzeige nach Schlagzeug und Bass gesucht. Für die Schlagzeugstelle hat sich Andy bei uns gemeldet und da passte einfach die Chemie sofort. Beim Bass hatten wir viele Probleme. Vor Björn hatten wir schon drei andere was ziemlich viel für den Zeitraum der Gründung 2015 bis jetzt ist. Björn war von erster Stunde an der größte Support den wir hatten und ein guter Freund. Wir haben ihn dann sozusagen überredet bei uns Bass zu spielen was er allerdings erst lernen musste. Motiviert hat uns der Doom selber. Die meisten von uns hatten schon vorher Bands aber jeder hatte irgendwie schon länger in keiner mehr gespielt. Man könnte sagen MÆNTIS kanalisiert momentan sehr viele angestaute musikalische Ausdrucksverlangen. Weiter wollten wir alle im Prinzip einfach mal die Musik selber machen die wir gut finden

 

Wie läuft bei euch das Songwriting in der Regel ab, gibt es ein Mastermind oder schreibt ihr im Kollektiv? Was inspiriert euch dabei?

Wir schreiben alle zusammen. Meistens entstehen die Basis-Riffs in Jams und werden dann mit allen arangiert, verfeinert und erweitert bis jeder mit allen Instrumentenparts einverstanden ist. Uns inspirieren natürlich andere Doom- und Sludgebands. Da jeder aber "in seiner Freizeit" vollkommen unterschiedliche Musikrichtungen hört holen wir Inspiration aus so ziemlich allem. Ob Noise, Hardcore oder Dark Folk – völlig egal. Den musikalischen Wert auf bestimmte Genres zu begrenzen ist kontraproduktiv.

 

Ihr verzichtet komplett auf Gesang. Was hat euch zu dieser Entscheidung motiviert?

In erster Linie waren wir alle zu feige um zu singen. Ebenfalls wollten wir das interne Gleichgewicht nicht unnötig mit einem Sänger verkomplizieren. Instrumentale Musik oder Musik mit instrumentalem Fokus ist natärlich auch ein anderes Hörerlebnis. Dieser Sog beim Hören fühlt sich anders an als wenn noch jemand drüberträllert. Ganz dem Gesang verschlossen haben wir uns natürlich nicht! Auf dem letzten Track des Albums gibt Andy seiner Stimme freien Lauf. Wir sehen den Gesang aber eher als weiteres Instrument. Damit wollen wir in Zukunft experimentieren und sind gespannt auf potenzielle Ergebnisse.

 

Das Albumcover ist meiner Meinung nach sehr gelungen. Was für eine Bedeutung hat es und wer ist dafür verantwortlich gewesen?

Das Cover zeigt den klassischen Baphomet (Teufel) mit dem Kopf einer Gottesanbeterin. Darin vereinen sich Bandname und Albumtitel. Wir haben uns im Prinzip unsere eigene Muse erschaffen. Die Gottesanbeterin wird zum eigenen Gott. Illustriert hat das Album unser Gitarrist Alexander Seidel. Er arbeitet unter dem Synonym MELTING MOONS auch für andere Bands. (facebook.com/meltingmoons.art)

 

Wofür steht die Maentis, die Gottesanbeterin? Und was bedeutet der Albumtitel... habt ihr etwa Blut geleckt?

Wir selber fanden den Klang des Wortes und die Schreibweise einfach gut. Doom braucht auch einfach archaische, brachiale Themen. Den direkten Bezug zur Gottesanbeterin ziehen wir intern eher selten. Mittlerweile hat sich allerdings um MÆNTIS im Bezug auf "Gottesanbeterin" schon ein bisschen eine Art Kult gebildet. Also dachten wir: wieso nicht geben wonach gefragt wird. Zum Albumtitel: Hat nicht jeder ein bisschen den Teufel im Blut

 

Neben dem Coverart ist auch die Produktion sehr passend und wuchtig. Soweit ich weiß habt ihr euch dafür Markus Siegenhort von Lantlòs an Bord geholt. Wie war die Zusammenarbeit und wie kam sie zu Stande?

Alexander hatte vor MÆNTIS schon Kontakt zu Markus Siegenhort. Die Zusammenarbeit mit ihm war richtig perfekt. Er hat sofort verstanden was wir wollen und es noch besser gemacht. Wir haben das Album in zwei Tagen live eingespielt. Ohne Klick oder sowas. Das war für uns die bestmöglichste Art den "flow" einzufangen und fühlte sich für uns einfach richtig an.Wir sind keine Technik-Fanatiker. Wir wollen einfach nur den Boogie. Die Atmosphäre im Studio war super entsapnnt.

 

Gibt es in Hildesheim eigentlich eine aktive Szene? Wie sieht die Situation bezüglich Live Konzerte aus?

Eine wirklich aktive Doom Szene gibt es in Hildesheim eher weniger. Jedoch hat die Stadt schon ziemliche Bretter hervorgebracht wie beispilesweise KALAMATA oder NATEM. Vielleicht gibt es doch eine Szene und wir wissen es nur nicht. Die Live-Situation ist für diese Art der Musik ebenfalls eher mager, feste konstante Anlaufstellen wo man immer mal wieder spielen kann gibt es allerdings schon!

 

Vielen Dank für das Interview! 

 



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