Section: Reviews 35656Autor: Diggi
Datum: 22.03.2017
Bereich: Reviews

Welcome Back Mr. Willets!

For The Fallen

MEMORIAM

HORNELLA!

Die mediale Präsenz dieser Band die aus Musikern von Sacrilege, Benediction, Life Denied und Bolt Thrower besteht erreichte fast Metallica oder Kreator Dimensionen. Nach der EP, folgt nun der Langdreher und um sich von etwaigen Erwartungshaltungen lösen zu können, sollte man die Vergangenheit von Karl Willets ausklammern. Ansonsten wäre man von dem etwas...sagen wir mal abgefuckten Gesang eventuell überrascht. Aber: Wer Bolt Thrower in den letzten 5 Jahren noch einmal live erleben durfte, der wird schnell feststellen, das wir es hier mit nichts anderem als dem "Bühnensetting" des blonden Ur Briten zu tun haben, sprich:Nicht viel anders hat sich der Gesang zuletzt live angehört. Also um einige Jota krächziger, weniger tiefe Grunts. 

'Last Words' beschliesst "For The Fallen" und ist hoffentlich ein zarter Hinweis auf kommende Großtaten, denn: Der Anfangsriff lässt in seiner wunderbaren absoluten Trostlosigkeit jeden Asphyx, Bolt Thrower oder Hail Of Bullets Fan vor Freude die Knieschoner überziehen und drei Tage um die Hütte kriechen. Geil! Die darauf folgende Tempoverschärfung ist ebenso klassisch zeitlos wie der darauffolgende Stop im schleppenden Midtempo, inklusive herrlich weinender Gitarrenleads.

Gehen wir zurück zum Anfang: 'Memoriam' beginnt nämlich ähnlich, unheilvoll, sich langsam aufbauend, dem Alter und der Geschichte der Herren hier standesgemäß ohne Hektik. Die Gitarren hätten allerdings mehr Tiefe und Druck verdient, denn das Riffing ist auch beim Opener absolute Genre Oberklasse! Ein schleppender Beginn, es folgt ein Sprachsample, ehe 'War Rages On' dann den Panzerkettengroove von Bolt Thrower von der Leine lässt! Allerdings haben wir es hier mit keiner Copycat Sache zu tun, denn die beteiligten Musiker bringen immer wieder, subtile Crust oder englische Hardcore Punk Einfärbungen mit in die Kompositionen.

'Reduced To The Zero' ist neben dem Rausschmeisser 'Last Words' ein weiteres Hochlicht. Stellt Euch das Teil Live vor, my Ass, was für ein Sperrfeuer! Hier verfällt Karl in seine typische Bolzenwerfer Phrasierung, ich hatte Gänsehaut beim Hören ".....The End Is Near" nuschelt Er ins Mikro und schon flankieren die Gitarren das mit flirrenden Riffs...

'Corrupted System' startet als reine Crust/Hardcore Punk Granate und erinnert an die leider völlig unterbewerteten Warlord UK, der flotte Anfang mach Spass, da hier MEMORIAM musikalisch ein ganz dickes Ausrufezeichen setzen. Für mich jedenfalls völlig unverständlich schwenkt das Stück nach knapp 01:40 Minuten in einen gebremsten Groove Part der die vorher wunderbar aufgebaute "Auf die Fresse" Stimmung irgendwie stört....Wie auch immer, danach geht es wieder im flotten D Beat nach Vorne. So kann es gehen!  'Flatline' verfügt über das ein oder andere Walzen Riff, bleibt aber zunächst hinter den anderen Stücken zurück.

'Surrounded By Death' ist allerdings wieder allerfeinste Kost, hätte so auch auf dem Dave Ingram Album "Honour - Valour - Pride" stehen können, was für eine Abrissbirne, die immer wieder zwischen mörderischem Groove und Crust geschwängertem Off Beat chargiert. Geilo! Die letzte Teaser Auskopplung 'Resistance' kann dagegen nur verlieren.

"For The Fallen" ist hoffentlich keine einmalige Aktion von alten Kumpels, denn jetzt wo Hail Of Bullets in den Sack gehauen haben, braucht der Death Metaller eine Band wie MEMORIAM umso nötiger. Das Album braucht einige Durchläufe, auch wenn man ungefähr weiß, was einen erwartet.... Ist man aber einmal drin, kann man sich an einem Fest der Panzergrooves und sägenden Riffs erfreuen, auch wenn 2 Songs nicht wirklich zwingend wirken. Dafür entschädigt allerdings das famose Dan Seagrave Artwork!

8 Points.Erscheint am 24.03.2017 via Nuclear Blast.  



.


^^^ BACK TO TOP ^^^
© 1998-2012 by www.Heavy-Metal.de