Section: Reviews 35969Autor: Diggi
Datum: 18.04.2017
Bereich: Reviews

Im Rückspiegel betrachtet....

Repentless

SLAYER

HORNELLA!

SLAYER haben ein Problem: Bei nicht gerade wenigen Fans ist nach "Seasons...." kreativ der Ofen ausgegangen... Die Fakten: "Divine Intervention" ist ein hässlicher Wutbrocken, leider mit einer total verhunzten Produktion, "Diabolus In Musica" dann qualitativ ein Offenbarungseid. Dicke Hose Riffgeschiebe, zwar beginnt das Werk mit einem wie immer sackstarken Opener ('Bitter Peace') kann im weiteren Verlauf aber nur mit 'Perversions Of Pain' den Slaytanic Banger glücklich machen.. Warum "God Hates Us All" als die "Wiedergeburt" der Band angesehen wird, habe ich nie verstanden, zu amerikanisch, zu prollig, dafür mit einem Bombensound, der alles pulverisiert, wie damals "South Of Heaven" oder "Reign In Blood". Was ist von diesem, von Tom Araya zu Klump gebrülltem Album geblieben? Der zugegebenermaßen Testosteron Brocken 'Disciple'..... Aber dann: "Christ Illusion" vereint alte Artwork Ästhetik mit dem wahrscheinlich bestem Thrash Metal Drummer des Universums, Dave Lombardo, zu einem modernen Klassiker des Thrash Metal. "World Painted Blood" hält das gute Niveau, nervt aber auch Heute nocht mit einem Slayer-unwürdigen Gitarrensound, eine Frechheit!

"Repentless" hat, wie immer einen Opener, der Dopamin, Adrenalin und die Schrankwand zu Hause lockert. "Repentless" hat keinen Jeff Hanneman mehr und auch keinen Dave Lombardo, wieder einmal haben sich die Diven King/Araya/Lombardo überworfen und es bleibt dabei: Paul Bostaph kann Dave nicht ersetzen, ihm fehlt der Flow, das antizpieren, des berüchtigten SLAYER Groove. Trotzdem kann 'Take Control' mit einer gehörigen Portion Wut und Punch überzeugen. 'Vices' und 'Cast The First Stone' gehen songwriterisch dann wieder Richtung Downhill. Unten angekomen ist man dann mit der Kerry King Komposition 'When The Stilness Comes'. Nein der Bart an der Glatze kann diesen diabolischen Grundtenor von Hanneman "Balladen" für Slayer nicht bieten. Dafür geht es dann mit 'Chasing Death' im South Of Heaven Groove wieder langsam Richtung Sonne. Als 'Implode' als Vorab Single veröffentlicht wurde, waren ebenfalls nicht wenige leicht enttäuscht.... Aber: Der Stinker der Vergangenheit ist ein veritabler Zahnfee-Thrasher geworden, nach dem Titelstück wohl der stärkste Song auf dem Album. 'Piano Wire' beginnt instrumental "Stripped to the bone" wie damals "South Of Heaven" driftet dann gesanglich in die Seasons Phase... Auch Heute nicht so schlecht. 'Atrocity Vendor' ist Hardcore Punk, dezent stressig, aber irgendwie cool. 'You Against You' ist mittlerweile ein saustarker Midtempo Slayer Song, allerdings hat er 2 Jahre gebraucht um sich an 'Spill The Blood' und Konsorten abzuarbeiten.

'Pride In Prejustice' steht dem in Nichts nach, kann aber keine 'Mandatory Suicide' Qualität aufweisen.

Was kann also "Repentless" nach 2 Jahren? Es beginnt überwältigend, wirkt im weiteren Verlauf ernüchternd und fällt auf einen deprimierenden Tiefpunkt, arbeitet sich dann aber wie der SLAYER Maniac im Pit auf die Füsse. Im Verbund sind "Christ Illusion" und World Painted Blood" einfach mit stärkeren Songs gesegnet. Übrigens: Die Produktion von "Repentless" ist unter aller Würde. Achtet mal auf den Drum Sound zu Anfang, in der Mitte und am Ende des Albums, gleiches gitl für den stark schwankenen Gitarrenklang.

 



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