Section: Interviews 36814Autor: Diggi
Datum: 25.07.2017
Bereich: Interviews

D.K., Gitarrist und Sänger von BELTEZ stellte sich unseren Fragen....

BELTEZ

1) Bitte erläutert doch einmal das Konzept, das hinter dem neuen Album steht und inwieweit es eine Fortführung des „Tod Part I“ darstellt.

Das Konzept hinter „Exiled, Punished…Rejected“ basiert lose auf dem Roman „God’s Demon“ von Wayne Barlow. In dieser Geschichte geht es um Intrigen und Machtkämpfe zwischen den Dämonen der Hölle. Einige von ihnen sehen nach Äonen der Verdammnis ein Ende ihres Martyriums gekommen, andere wollen dabei den Status Quo ihres Reiches aufrechterhalten. Daneben gibt es noch die Seelen, verdammt in ewiger Folter, Schmerz und Zwangsarbeit zu leiden oder als Baumaterial für die expandierenden Städte verwendet zu werden. Als eine Seele die Chance bekommt den Dämonen eine zusätzliche Armee zur Verfügung zu stellen um somit die Machtverhältnisse zu verschieben, kommt es zu einem Krieg in der Hölle. Gerade Barlowes lyrisches Potpourri macht dabei die Geschichte spannend, vermengt er doch klassische Literatur wie Dante Alighieris „Göttliche Komödie“, William Blakes „The Marriage of Heaven and Hell“ oder auch klassische griechische Mythologie.

„Adamantinarx“ behandelt dabei die Reise einer Seele vom Tod bis hin zur gleichnamigen Metropole am Styx. „Repent And Restless“ beschreibt den Anführer des Aufstands, den Major Sargatanas, während „Algol“ in seiner Entrücktheit die Sehnsucht nach Erlösung verdeutlicht indem es das Himmelsauge Algol in den Fokus rückt. „Exiled, Punished…Rejected“ beschreibt dabei rekapitulierend den Fall der Engel nach der verlorenen Schlacht im Himmel. Die Seelenweber Sag-Hrim stehen bei „Soulweaving“ im Fokus. Diese wurden von Beelzebub, dem neuen Herrscher der Hölle, so manipuliert, das ihre besondere Gabe mit den Lebenden in Verbindungen zu stehen genutzt wird, um die Lebenden von ihrem rechten Pfad abzurücken und somit der Hölle neues Material zuzuführen. Dieser Song schließt somit an den Beginn des Albums an, was wir auch musikalisch mit „Prelude“ und dem Ende von „Soulweaving“ verdeutlicht haben.

Inwiefern ist dies nun eine Fortführung zu „Tod: Part I“? Eigentlich keine. Das Konzept des Todes ist natürlich in den Liedern und Texten immer noch präsent aber während es bei „Tod: Part I“ wirklich nur um das Sterben ging, ist das neue Album in allen Punkten vielfältiger und tiefer.

2) Der erste Blick auf das famose Artwork lässt an den Weltenbaum denken….Bitte erzählt mal was zu der Geschichte hinter dem Cover!

Wir haben unserem Freund Benjamin Harff ziemlich viele Freiheiten gegeben. Da wir seine Arbeiten schon von ATLANTEAN KODEX kannten aber auch seine Visualisierung des Silmarillions uns komplett umgehauen hat, haben wir ihm unser Konzept vorgestellt und gesagt „Mach einfach...wir haben da vollstes Vertrauen“. Wichtig war uns, dass das Cover etwas Untypisches darstellt. Es sollte nicht die ewig gleiche Schwarz/Weiß Nummer werden. Wir hatten von Anfang an das Gefühl, das „Exiled…“ musikalisch etwas Besonderes wird und wollten dies auch visuell unterstreichen. Wir können also gar nicht in Worte fassen, wie zufrieden wir mit der Arbeit von Benjamin sind.

Benjamin hat den Weltenbaum als verbindendes Element zwischen dem Tod und dem Leben dargestellt, so zumindest unsere Interpretation. Eine genauere Interpretation überlassen wir dabei, ganz im Sinne der Kunst, dem Betrachter des Bildes.

3) Natürlich sind BELTEZ kein Necro Black Metal, aber so weit wie z.B. die Kollegen Klabautamann, die ja auch mal eine Lounge-artige Atmosphäre verbreiten, entfernt Ihr euch dann auch nicht aus dem Black Metal Paddock. Aber: Genau wie Ihr jetzt klingt, wünscht man sich irgendwie zeitgemäßen Black Metal, ohne das Er von Leuten mit ausgefallenen Brillengestellen goutiert wird. Gibt es für euch überhaupt zeitgemäßen Black Metal und was ist Black Metal für BELTEZ?

Vielen Dank für diese Frage, da bringst du mich jetzt echt ins Grübeln, wie ich das am besten in Worte fassen soll. Ich kann hier nur für mich sprechen, denke aber das die anderen damit d’accord gehen. Black Metal sollte meiner Meinung nach immer auch ein brechen mit aktuellen Trends sein. Rückblickend betrachtet war der Sound der ersten Bands, nämlich genau das. Eine allgemeine Interpretation wie zeitgemäßer Black Metal klingen muss, ist deshalb unmöglich. Für uns kann es deshalb auch keinen zeitgemäßen Black Metal geben. Sicherlich sind einige Spielarten des Black Metal mittlerweile kaum noch verbreitet, man denke nur an die Mischung aus Gothic und Black à la Hecate Enthroned, finden aber dennoch sicherlich irgendwo ihre Hörerschaft. Wir haben immer versucht das zu machen worauf wir Lust hatten, weshalb auch kein Album wirklich dem anderen gleicht. Allerdings glaube ich, dass wir gerade angekommen sind und eine eigene kleine Nische für uns gefunden haben. Zumindest für ein Album werden wir uns darin etwas gemütlich machen.

4) Von anderen Musikern höre ich oft, dass es nicht das eigentliche Problem ist lange Songs zu schreiben, sondern eher den Punkt zu bestimmen, wann Sie enden. Nun habt Ihr in der Mehrzahl ja auch sehr lange Stücke. Wie sieht es damit bei Euch aus?

Irgendwie schaffen wir es immer ganz gut den Absprungpunkt zu finden. Ein Geheimrezept haben wir dabei nicht. Das „Tod: Part I“ noch etwas nach zusammengekleistertes Stückwerk klang, lag an der anderen Herangehensweise. Als nun gemeinsam komponierende Einheit kommt man viel schneller voran und besser auf den Punkt. Passt also und hat sich bewährt!

5) Die Produktion ist ganz wunderbar. Was war Euch besonders wichtig?

Uns war wichtig, anders zu klingen als viele aktuelle Metal Alben. Das heißt weder klinisch steril und fett noch true, dünn und Lo-Fi. Das Klangfabrique Tonstudio von unserem Freund Sven war dabei die logische Konsequenz. Sven macht sonst nur Rock- und Indie-Produktionen, eine Black-Metal Produktion war auch dabei für ihn absolutes Neuland. Wie oben schon angesprochen sollte Black Metal auch immer ein brechen mit Traditionen sein. Warum also dann kein Indie-Produzent!

Der Fokus lag vor allem auf einem ungetriggerten Schlagzeug, einer grundsätzlich erdigen und auch bassigen Produktion. Es sollte sich ein bisschen Anfühlen als ob man die Band in einem kleinen Club vor sich spielen hört. In Kombination mit dem Mastering der Tonmeisterei haben wir dabei einen Sound hinbekommen der roh und brachial klingt und dabei zum größten Teil unsere Prioritäten erfüllt. Ein Ergebnis also, mit dem wir sehr zufrieden sind.

VIELEN DANK FÜR DIE ZEIT! GEILES ALBUM!!!!

Vielen Dank für die Fragen! Geiles Review!!!!



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