Section: Interviews 37183Autor: Diggi
Datum: 26.08.2017
Bereich: Interviews

Multitalent Adrienne Cowan im Gespräch!

Solveig

SEVEN SPIRES

Seven Spires sind mit „Solveig“ von Null auf Hundert in der Szene eingeschlagen. Auch bei uns konnte das Debüt mehr als überzeugen, Zeit also um mit Wundermusikerin Adrienne Cowan Kontakt aufzunehmen!

D: Adrienne, schön das das so schnell geklappt hat. Sicherlich hast Du ziemlich viel um die Ohren zur Zeit. Nun sind ein paar Tage seit der Veröffentlichung des Albums vergangen… Wie geht es Dir mit all den überschwänglichen Resonanzen..den vielen Eindrücken?

A: „Ganz ehrlich: Ich fühle mich erleichtert, bin sehr dankbar und kann es noch gar nicht so recht glauben, wie unglaublich positiv das Album überall aufgenommen wurde. Wir haben alle unser Bestes und darüber hinaus dafür gegeben, aber im Hinblick auf die amerikanische Symphonic Metal Szene und das das hier ein Debüt ist, ist das alles mehr als überraschend für uns alle. Ich habe noch nie so lange an einem Album gearbeite, auch an den Vorbereitungen zur VÖ, der Promo. Nun ist die Scheibe draussen und ich wache auf und habe Probleme damit meinen Tag zu sortieren…Hahaha“

D: Du hast in Berklee studiert, oder? Aufgrund deines jugendlichen Alters sind deine Theoretischen sowie als auch Praktischen Erfahrungen in der Musik mehr als atemberaubend. Erzähl doch mal!

A: „Ja, ich habe in Berklee studiert. Ich versuche aber immer einen Witz daraus zu machen, so frei dem Motto: Hier kommt die überqaulifizierte….ich habe diverse Abschlüsse so z.B. dasNational Diploma in Vocal Performance, das Higher National Diploma in Songwriting and Artistic Development from The Academy of Contemporary Music und einen Bachelor in Music from Berklee. Da habe ich mich auf die unternehmerische Seite des Musik Biz konzentriert. Außerdem habe ich “university-level” music foundations at the London Centre of Contemporary Music, dort war ich Stufenbeste. Mit 15 Jahren hat das bei mir angefangen, seitdem habe ich 18 credits in Songwriting, Texte, Gesangsstile, Gitarrenakkorde und Piano Improvisationen am Berklee erhalten. Ich habe klassisches Piano 7 Jahre studiert und Gitarre ca 1 Jahr. Eigentlich bin ich aber ein typischer Heavy Metal Riffer. Gesang habe ich auch so ca. 10 Jahre studiert. Ich lese Filmmusik und Videospielmusik Bücher… Ich bin schon ein ziemlicher Nerd….“

D: Wann hast Du die ersten Entwürfe für „Solveig“ geschrieben, oder skizziert?

A: „ Das war so um 2012 herum. Da war die Idee des „Cabaret Of Dreams“ da. Ich wollte eine dunkle Eleganz erzeugen, allerdings auch in Verbindung mit metallischer härte. 2013 waren dann ‚Burn‘ und ‚Ashes‘ fertig, ‚Closure‘ und ‚Choices‘ folgten dann. Die Story bekam immer mehr Form, im September traf ich dann Jack und Er verstand meine Idee, irgendwie sind wir musikalisch gesehen Seelenverwandte.“

D: OK, aber wann war der Zeitpunkt für Dich da,  als alles „Klick“ gemacht hat und für Dich klar war, jetzt steht das gesamte Konzept, legen wir los!

A: „Hmmmm. Das ist echt schräg, denn ich kann mich an diesen Moment sehr gut erinnern. Bevor ich Jack traf, sollte das Album von der Figur „Lost Soul“ mehr oder weniger „erzählt“ werden. Jack und ich sprachen von unseren Auffassungen wie das Image der Band sein sollte, wofür wir als Menschen und Musiker stehen, wir saßen da also auf dem Boden in meinem alten Studio in Brookline, tranken Trader Joe’s Spicy Chai Latte und kamen überein das ich nicht wirklich de typische Trällertante im sogenannten Femal Fronted Metal Sektor bin, eher der Satan in Fishnet Hose Hahaha….Schließlich sollte ich Texte wie: „I am so lost, I am not in control of things, I am broken, please help me“ singen, also kam Jack auf die Idee, das der Dämon weiblich ist und ich ihm eine Stimme geben sollte.“

D: Wenn man das Album so hört, dann denkt man an modernen Power Metal, natürlich an Symphonic Metal aber auch an symphonishen Extreme Metal, wie ihn z.B. Dimmu Borgir etabliert haben (in kommerzieller Hinsicht, d.Verf.) Ich würde Dimmu Borgir nicht als Black Metal Band im herkömmlichen Sinne nennen, was meinst DU?

A: „ Ja, da stimme ich Dir zu, Sie sind keine typische Black Metal Band, aber genau deshalb mag ich Sie sehr. Ich mag die großen Produktionen, das symphonische Element, diesen bösen Swing. Besonders trve zu sein, ist nicht so wichtig für mich, wer mag es nicht bei „MY DESCENT IS THE STORY OF EVERY MAN! I AM HATRED, DARKNESS, AND DESPAIR!” mit zu schreien? Hahaha…Dimmu Borgir waren für viele eine Schnittstelle zum Black Metal das sollte man nicht vergessen.“

D: Viele Bands, wie zuletzt Accept auf dem WOA versuchen im Live Setting ein klassisches Orchester zu integrieren. Oft geht das grandios nach Hinten los. Woran könnte das deiner Meinung nach liegen?

A: „ Bei vielen Bands liegt das am Songwriter Stil. Lass es mich so sagen: Die meisten Bands werden von einem Gitarristen „geführt“, die arbeiten mit Power Chords, diese lassen sich zwar prima auf ein Cello Ostinato transferieren, aber damit haben unsere Ohren Probleme, diese parallelen Fünftel zu hören, bzw deren Klang, das ist in der klassischen Harmonielehre fast schon illegal! Meine Erfahrungen mit klassischer Musik haben dazu geführt, dass wenn nicht ich der Gitarrist bin, ich das Riff ausstaffieren muss, ich muss an den Harmoniene arbeiten, anstatt die Fünftel Anschläge zu doppeln. Du brauchst auch noch Raum für die Stimme, eine andere Option ist es dem Orchester einfach das Feld zu überlassen, oder dem Orchester ein Rhythmus Fundament zu liefern, um im Tandem mit Tremolo Picked Gitarren Leads zu arbeiten.“

D: Du bist außerdem bei LIGHT & SHADE aktiv. Der Trommler hat glaube ich zum letzten Album von Euch in meiner Heimatstadt im Drum Cube einige Sachen eingespielt. Die Scheibe ist übrigens eine der besten modernen Power Metal Alben mit klassischem Hintergrund. Was läuft denn so bei den Kollegen zur Zeit?

A: „ Ahh ja, LIGHT & SHADE! Das wahr bestimmt so, vielleicht fragst Du Alex einfach mal selbst! Aber Vielen Dank für das Lob. In der Tat haben Marco und ich einige Songideen „gemailt“ Vielleicht steht auch eine Tour nächstes Jahr an, aber wir sind alle sehr ausgelastet was unseren Kalender angeht. Er und Luca sind im Moment sehr gut mit Temperance unterwegs.“

D: Was braucht ein Album wie „Solveig“? Ist es die Dramaturgie, die perfekte Story? Die Härte? Das Album vernachlässigt zum Glück nicht eine ordentliche Dosis zackigen Metal…

A: „Ich denke es ist ein Zusammenspiel zwischen Melodien die haften bleiben und einer guten Atmosphäre.Eine Melodie kann dich lange begleiten und immer wenn Du Sie hörst erinnnerst Du dich wie Du dich in diesem Moment gefühlt hast. Film Musik tut das immer wieder. Aber in erste Linie muss das große Ganze stimmen. Woher wüsstest Du als Hörer das Du Dich auf dem Grund des Ozeans befindest, wenn Du nicht diese gruseligen, verzerrten Pianoanschläge hören würdest, die dich an ein Sonar Gerät erinnern? Eine mächtige Basslinie, die dich an die Macht einer riesigen Welle erinnert? Natürlich braucht das Album Härte, wir sind alle Metalheads am Ende des Tages und wollen verdammt nochmal Headbangen!“

D: Vielleicht kommt Ihr einfach mal rüber nach Deutschland, habt Ihr denn da nichts mit Sascha Paeth (War an der Produktion beteiligt, d.Verf.) vereinbart?

A: „Wir waren gerade in Slowenien auf den Metal Days und können es kaum erwarten wieder nach Europa zu kommen! Wir planen gerade für 2018.“

D: Danke für die Zeit und macht weiter so!

A: „ Danke Dir für die tollen Fragen, ich liebe es über Songwriting "nerdig" zu plaudern!"



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