Section: Reviews 37570Autor: Bolle75
Datum: 03.10.2017
Bereich: Reviews

Der Geist treibt dahin....

Curse Of Conception

SPIRIT ADRIFT

Salute!

 

Für Alle, die es noch nicht wussten. So kann die Geschichte einer Rezension auf www.heavy-metal.de aussehen:

 

- Bolle, kannste die mal rezensieren?! – steht sinngemäß wenn auch wortlos in der Mail meines stellvertretenden Chefredakteurs.

- Okay, mach ich - was’n das?

- Ähh.. Doom – so’n bissken psychedelisch, aber nur `n bisschen.

– Is’ ja nicht so meins... aber jau, ich kümmere mich.

 

Okay. Erstmal informieren. SPIRIT ADRIFT kommen aus Arizona. Ursprünglich eine Ein-Mann-Band, gegründet 2015 und bestehend aus Multi-Instrumentalist Nate Garrett, (u. a. Gitarrist der Death-Metal Band GATECREEPER) der Gesang, Gitarre, Bass, Drums und, wenn bzw. wo erforderlich, das Piano für das Debüt-Album „Chained To Oblivion’ in Personalunion eingespielt hat. Für das zweite Album hat dieser mit Jeff Owens, Chase Mason und Marcus Bryant drei weitere Musiker um sich geschart. Produziert und abgemischt wurde „Curse Of Conception“ von Sanford Parker (Yob, High Spirits, Samothrace, Leviathan), das Cover-Artwork stammt von Joe Petagno (Motörhead, Magic Circle, Mammoth Grinder, Angelcorpse).


So weit, so gut. Na dann, hören wir da mal rein, dachte ich - und dann das..... alter Vatter..... was für eine Mischung. - krude? – obskur?  - skurril? Was auch immer. Auf jeden Fall vielschichtig wie Mamma Marias Lasagne oder eine ungarische Dobosch-Torte.

SPIRIT ADRIFT geben Black Sabbath als Teil der Inspiration an. Unverkennbar. Aber da sind auch noch andere Paten mit von der Partie. Frühe METALLICA und JUDAS PRIEST zum Beispiel stehen ebenfalls auf der Liste, PARADISE LOST-artiges oder gar KREATOR-mäßiges finde ich wieder. Der Titeltrack ‚Curse Of Conception’ strotzt nur so vor unüberhörbarem Einfluss vorgenannter Bands, ohne diese jedoch zu kopieren. Den (‚Curse Of Conception’) kann man sich übrigens in Dauerschleife anhören. Was für ein unglaublich vielschichtiges, musikalisch hochwertiges, edles „Stück“ Musik. Und das ist bei weitem nicht das einzige auf diesem Kracher-Langeisen. Kommen wir mal auf den Opener ‚Earthbound’ zurück. Intro zunächst locker und luftig mit akustischer Gitarre – Übergang auf E-Gitarren – Einsatz Gesang – und dann wird es doomig. Unfassbar, wie Musik einen überrollen, ja niederwalzen kann. Gleiches gilt für bereits vorab erwähnten Titeltrack. Der Beginn hätte meines Erachtens auch von den britischen Doom- / Goth-Göttern PARADISE LOST stammen können, dann schwenkt es auf eine BLACK SABBATH-Ebene um, nur um nach etwas mehr als vier Minuten 80er-Jahre METALLICA Gitarrensoli rauszuhauen. Was für Monster-Track....  ich bin jedes Mal wenn ich den Song höre schlicht und ergreifend platt. Track drei beginnt so, wie auch ein 2017er KREATOR-Track anfangen könnte, nämlich akustisch. Aber auch hier geht das Ganze schnell in ein kraftvolles Doom-Gewitter über. Auch ‚Fly On Broken Wings’ dauert über fünf Minuten wie, mal abgesehen vom 3:12 kurzen Instrumental-Intermezzo ‚Wakien’ kurz vor Ende der Platte, alle Songs auf „Curse Of Conception“. Das ist bei dem, was Nate und seine Mitstreiter in die Songs hineinpacken auch nötig. Tempowechsel, Harmonien, Melodien und Riffs auf höchstem Level. Reminiszenzen an großartige Bands finden sich auch in ‚Starless Age (Enshrined)’, ‚Graveside Invocation’ oder ‚Spectral Savior’ wieder. Und auch diese unnachahmlichen, schleppenden, mitschleifenden Gitarren. Umwerfend. Einen Song, der beendet zu seien scheint (‚Spectral Savior’ bei5:37) einfach nochmal aufleben zu lassen. Großartig. Und zum Schluss ein grandioser Rausschmeißer wie das epische ‚Onward, Inward’. Wieder dieses schleppende und doch wuchtige bei den Gitarren, und dann diese Inbrunst, mit der einem hier das ‚never moving on – only moving in’ entgegengeschleudert wird. Tempowechsel – 17 Sekunden Vollgas wie mit quietschenden Reifen bis zum choralen Outro eines Albums, dem man sich öffnen muss. Und von dem man dann völlig vereinnahmt wird. Mein Album des Monats. Punkt.

 

9.5/10 Points erscheint am 06.10.2017 via 20 Buck Spin

 

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SPIRIT ADRIFT testen?

 

-> youtube Video ‚Curse Of Conception’: https://www.youtube.com/watch?v=iGMC6UK3rNA

-> youtube Video ‚Starless Age (Enshrined)’: https://www.youtube.com/watch?v=jQw4MuKc_Oc

 

Anspieltipps: ‚Earthbound’, ‚Curse Of Conception’, ,Onward, Inward'

 

 

TRACKLIST




1. Earthbound (7:22)


2. Curse Of Conception (6:17)


3. To Fly On Broken Wings (5:17)

4. Starless Age (Enshrined) (5:51)

5. Graveside Invocation (5:04)


6. Spectral Savior (7:15)


7. Wakien (3:12)


8. Onward, Inward (6:29)

 

LINE-UP


Nate Garrett

Jeff Owens

Chase Mason

Marcus Bryant

 



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