Kurz und roh... Rabenglanz GORRENJE GORRENJE nennt sich diese Band, welche sich lediglich aus einem Mitglied, nämlich Rentiss (Gitarre, Bass, Geschrei), zusammensetzt. Für die erste Demo "Rabenglanz" rekrutierte Rentiss einen Session-Schlagzeuger. Viel an Informationen über die Band bekommt man weder auf der Homepage geboten, noch wurde mir eine Biographie als Anhang geschickt. Und so widmen wir uns eben dem Wichtigsten. Der Musik... Auf "Rabenglanz" wird dem Underground-Black-Metal-liebenden Hörer ebensolcher in vier Songs bei einer Spielzeit von knapp 13 Minuten geboten. Den Anfang macht der Titel "Lausche ihren Rufen...", welcher als Intro fungiert. Er wartet mit atmosphärischen, cleanen Gitarren und im Hintergrund rauschendem Regen auf. Dann geht er über in ebenfalls atmosphärische, verzerrte Gitarren und ein Schlagzeug, das langsam vor sich hin poltert. So bin ich dann also auf alles Weitere eingestimmt, dachte ich. Doch dann beginnt der zweite Titel "Der Ahnen Rache", der in eine gänzlich andere Kerbe schlägt als die seichten Klänge des Intros. Hier wird gleich zu Beginn in schnellem Tempo gepoltert, gefetzt und vernichtet was das Zeug hält. Der Song ist zudem gespickt mit feinen unterschwelligen Melodien und überaus passenden Breaks und Tempowechseln, dass es eine wahre Freude ist. Die Stimme von Rentiss entspricht dem genretypischen Geschrei und fügt sich gut in das Gesamtbild ein. In die gleiche Richtung geht auch der dritte Titel "Vergessene Sagen". Zu Beginn wird der Hörer von der Stimme des Gladiators eingestimmt. Ihr wisst schon: "Auf meinen Befehl lasst ihr die Hölle los!" - Vielleicht etwas billig als Intro, aber es passt. Gorrenje poltern los! Ursprünglich und roh, wie es für eine gepflegte Black Metal Truppe in Gorrenje's Art eigentlich auch heute noch sein sollte. Auch hier wird mit stimmigen und bösartigen Riffs sowie Tempowechseln aufgewartet, die nahezu jeden Underground Black Metal Liebhaber in Verzückung bringen sollten. Der letzte Song ist auch das Outro, welches wieder mit cleanen und seichten Gitarren daherkommt. Es führt den Hörer stimmungsvoll aus dem vorhergegangenen Zwei-Track-Inferno und lässt auf weitere derartige Veröffentlichungen von Gorrenje hoffen.
Der Sound ist für eine Demo recht gut ausgefallen. Keine Störgeräusche, kein Rauschen. Jedes Instrument ist klar zu vernehmen und besonders das polternde Schlagzeug weiß zu gefallen. Lediglich der Gitarrensound hätte etwas differenzierter ausfallen können. Jener klingt etwas zu sehr nach typischer Multieffektgerätverzerrung. Alles in allem ist aber alles im grünen Bereich.
Jedem, der auf ehrlichen Underground Black Metal steht, sei diese auf 222 CD's limitierte Veröffentlichung wärmstens empfohlen, die zwar relativ kurz ist, es aber doch in sich hat! Sie kommt übrigens auch äußerlich fein daher. Eine sauber beklebte CD-R samt geschmackvollem Hochglanz-Cover/Inlay vermittelt nicht diesen billigen und lieblosen Eindruck, wie bei vielen anderen Demo-Veröffentlichungen dieser Zeit.
7,5/10 Punkte
Roxaliz
GORRENJE Website: http://www.gorrenje.de
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