Section: Reviews 37953Autor: Diggi
Datum: 30.10.2017
Bereich: Reviews

Nach 30 Jahren ein Blick zurück....

Red Before Black

CANNIBAL CORPSE

HORNELLA!

Meine Kette, da wurde ja schon verdammt viel an Lobeshymnen zu dem neuen CANNIBAL CORPSE Album geschrieben…. Anders soll es sein…Ja und Nein, immerhin ist es so „anders“ das ich mich schon lange nicht mehr so intensiv mit einem Album der größten Death Metal Band der Gegenwart befasst habe. (Mal im Ernst: Wer sonst? Morbid Angel? Muuuaaaahhhhh…..d.Verf.) Nur die George Fisher Einstände „Vile“ und „Gallery Of Suicide“ haben mich ähnlich beschäftigt, weil ich sehr lange keinen Einstieg zu diesen Alben hin bekam.

„Red Before Black“ hat sehr viel von der alles nieder walzenden Brutalität des Debüts, denkt man sich eine zeitgemäße Produktion  und eben den guten Corpsegrinder als Mikromaschine dazu, dann finden sich da vom Duktus her schon Parallelen. Das Album startet beeindruckend stark: ‚Only One Will Die‘, ‚Red Before Black‘, ganz besonders das morbide ‚Code Of The Slashers‘ das präzise ‚Shedding My Human Skin‘ oder ‚Firestorm Vengeance‘ haben alle das Zeug zu soon to be classics.Allerdings wirkt diese Demonstration purer Wucht und Durchschlagskraft um einige Jota mehr im Thrash Metal verwurzelt, da natürlich bei den ganz fiesen Kandidaten. Die Produktion von Eric Rutan ist der Hammer, ein perfekter Hybrid aus basischer Herangehensweise, wunderbar ausbalanciertem Klang und Transparenz! Aber: Der CANNIBAL CORPSE Fan merkt spätestens ab dem fünften, sechsten Stück, das das Flaggsschiff des Ami Death Metal nicht aus purem Zufall verdammt viel harten Thrash Metal zulässt.

Eigentlich kein Problem, denn die Band stammt ja ursprünglich aus der Ursuppe des brutalen Thrash Metal, der sich dann aber sehr rasch in den unbarmherzigen Death Metal verwandelte, den CANNIBAL CORPSE seit 30 Jahren prägen. ‚Corpus Delicti‘ beginnt altbekannt mit genialem Riffing , den Signature Stops und dann geht es in den ersten schleppenden Song des Albums! Auch die Nummer hat was, überzeugt den Hörer mit sinistren Soli….‘Scavenger Consuming Death‘ ist ähnlich aufgebaut und transferiert diesen einmaligen CANNIBAL CORPSE Groove….

Den 10 Punkte Anfang in Form der ersten Vier Stücke können CANNIBAL CORPSE leider nicht halten, ob „Red Before Black“ tatsächlich in Bälde Klassiker Status inne haben wird, das werden die Fans entscheiden, nicht die Journalisten, die das mantra-artig predigen. ‚Destroyed Without A Trace‘ weiter hinten ist ebenfalls erstklassiger CANNIBAL CORPSE Stoff. ‚Hideous  Ichor‘ kriecht und schlängelt sich ebenfalls mit Widerhaken Riffs in die Gehörgänge. Man muss konstatieren: Die Band hat sich hier, 30 Jahre nach der Gründung so nah wie noch nie an die eigenen Anfänge herangewagt. Das ist schon eine Überraschung und ist sicherlich auch geglückt, auch wenn der ein oder andere Song nicht die gewohnte Sprengkraft entfachen kann und die Band im Ganzen ein wenig akzentuierter und systematischer wirkt. Trotzdem ist „Red Before Black“ wieder einmal der Beweise dafür,das diese Band nur geniale und sehr gute Alben veröffentlichen kann.

8 Points. Erscheint am 03.11.2017 via Metal Blade 

 



.


^^^ BACK TO TOP ^^^
© 1998-2012 by www.Heavy-Metal.de