Section: Konzertberichte 38957Autor: Diggi
Datum: 28.01.2018
Bereich: Konzertberichte

Purer Kult aus dem Pott im Pott....

26.01.2018 Oberhausen Kulttempel

THRASH SPEED BURN FESTIVAL II

HORNELLA!

Dieses Package hätte definitiv mehr Zuschauer verdient, das steht fest. Der Kulttempel in Oberhausen (Vis -a Vis zur Turbinenhalle, d. Verf.) war zwar ordentlich gefüllt, aber zumindest mich packte mal wieder die Wut. Liebe Leute aus dem Pott: Ja, wir sind hier übersättigt was Konzerte angeht, Ja man kann 2-3 Stationen mit der Bahn oder Bus fahren und steht vor dem nächsten Metal Club. Ja, wir haben auch diverse große Hallen innerhalb der Demarkationslinien des Ruhrgebiets. ABER: Wenn sich absoluter Kult aus dem Ruhrpott in einem Package vereint,das so eben so gut wie NIE an jeder Steckdose spielt, dann bewegt doch bitte eure Hintern zum Ort des Geschehens. Warum? Weil hier mit TEUTONIC SLAUGHTER eine der besten Nachwuchs Thrasher der Region auf der Bühne gestanden haben und trotz eines Stromausfalls nach 2 Songs trotzdem die Nerven behalten haben und den Gig verdammt souverän zu Ende gebracht haben.

Außerdem möchte ich mich bei meinem Navi bedanken, das mich unverständlicherweise erst auf die A31, dann auf die A3 und dann auf die A42 gelotst hat, so das ich die für Deathfist eingesprungenen MANIFESTIC nur noch im "Ankommen" erlebe. Der Fairness halber kann man hier kein Urteil abgeben. Überrascht waren meine Freunde  und ich obgleich des frühen Slots der Speedster SCANNER aus Gelsenkirchen, die ich nun nach knapp 30 Jahre des "Fan-Seins" endlich auf der Bühne erleben durfte. Zunächst einmal versagte wieder einmal die Technik, es gab Problem mit dem Schlagzeug, so das sich der zeitliche Ablauf für das gesamte Festival weiter verschob. Trotzdem erwischten die Sci-Fi Metaller trotz anfänglicher Soundprobleme mit Perlen wie 'Terrion' oder 'R.M.U' einen guten Start. 'Rubberman' vom "Mental Reservation" Album erhielt Unterstützung von einem Fan auf der Bühne. Weiterhin völlig unterbewertet: Die saustarken Stücke des immer noch aktuellen "The Judgement" Langdrehers, von dem u.a. das brettharte 'F.T.B.' und der Titeltrack dargeboten wurde. 

Der Trommler hätte vielleicht nicht über Click Track spielen sollen, so ergaben sich manchmal ungewollte Überholmanöver in Sachen Konversation mit dem Publikum und Songanfängen.... Mit dem Klassiker 'Warp 7' vom Debüt und 'Buy Or Die' vom "Terminal Earth" Album beschlossen die Gelsenkirchener einen guten Auftritt, die Fans sahen das wohl ähnlich. Schade das 'Puppet On A String' vom starken "Ball Of The Damned" Album nicht gespielt wurde.. 

Weiter ging es mit den Mitte der 80er Jahren aktiven WARRANT, die 1985 ihre EP und LP über Noise Records veröffentlichten, inklusive standesmgemäßen Don Lawvere Artwork, welches im Kulttempel durch den Enforcer inklusive Axt zum Leben erwachte. Coole Nummer! WARRANT waren für mich die Überraschung des Abends, denn ich hatte eher wenig von der Band erwartet. Die Stücke aus 1985 sind allerdings verdammt gut gealtert und mit Urgestein Jörg Juraschek am Bass und Mikro hat man einen knorke Entertainer in den Reihen. Der Mix aus Power und Speed Metal, dazu urwüchsiger Teutonen Heavy Metal entwickelt mehr als Charme. Zeit, sich doch mal mit dem 2014er Comeback Album "Metal Bridge" zu befassen. WARRANT liefern ehrliche Unterhaltung ab und es erfreut nicht nur die Band, wie textsicher das Publikum doch ist. Der Mix aus Uralt- Rage und ruppigem Speed Metal hat gewonnen.

"Hallo Oberhausen, wir sind DARKNESS und ihr seit jetzt Altenessen" Diese megacoole Ansage von Sänger Lee markiert den Beginn eines Thrash Metal Hochlichts des noch jungen Jahres in Sachen Authentizität und Umgang mit dem eigenen musikalischen Erbe. DARKNESS wurden in den späten 80er Jahren gerne als die "kleinen" Kreator bezeichnet, was totaler Nonsens ist. Die Band kann zwischen den Ruhrpott Thrash Juwelen "Death Squad" und "Defenders Of Justice" spielen was Sie will, die Meute dreht durch. Mit welcher Humorlosigkeit die knüppelharten Thrash Eruptionen abgefeuert werden und wie abgeklärt Gründungsmitglied Lacky sein Schlagzeug vemöbelt ist beeindruckend. Außerdem war die Verpflichtung von Lee (Yuppie Club, d.Verf.) als Sänger ein echter Gücksgriff, der Mann weiß wie Stageacting geht und wie man die Leute "abholt". Sympathisch und geerdet wird hier 'Staatsfeind', 'Caligula' oder 'Predetermined Destiny' abgefeuert, sackstarke neue Nummern wie 'L.a.W.' ergänzen diesen Best Of Auftritt. DARKNESS arbeiten gerade an einem neuen Langdreher und arbeiten hier mit Massacre Records zusammen. Leute, unterstützt diese echten Arbeiter, die den echten Thrash Metal leben! Checkt auch das aktuelle Album "The Gasoline Solution" an, das steckt einige etablierte Spielmannszüge locker in die Gesäßtasche.

Schade nur, das von dem etwas technischeren "Conclusion And Revival' nichts gespielt wurde, oder ich habe es im Trashing Rage Raush nicht mitbekommen, kann passieren, Dudettes und Dudes! 

Ich freue mich schon jetzt auf die dritte Auflage des THRASH SPEED BURN FESTIVAL in Oberhausen. Dann könnt ihr mich auch alle vollmeckern, aufgrund meiner Meckerei hier zu Anfang, denn ihr seit ja dann auch alle "ad forum", gelle? 



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