Section: Books 38959Autor: Diggi
Datum: 29.01.2018
Bereich: Books

Die Autobiographie des Iron Maiden Sängers!

What Does This Button Do?

BRUCE DICKINSON

HORNELLA!

Im Nachwort zu seiner Autobiographie spricht der Autor, Sänger, Pilot, Drehbuchschreiber und Fechtsportler Bruce Dickinson von einer Aneinanderreihung von Anekdoten, nur das der Leser jetzt statt der 160000 Zeichen nun 110000 in Buchform vor sich habe.  Unnötig Privates wie Hochzeiten oder Scheidungen wollte Er darüber hinaus weitestgehend außen vor lassen. Auch das ist dem Iron Maiden Sänger gelungen. Überhaupt ist „What Does This Button Do“ mehr als gelungen. Eine Autobiographie kann auch konstruiert wirken, ja sogar anstrengend anmaßend. Wenn man sich aber damit abgefunden hat, das dieser Mr. Dickinson ein mehr als außergewöhnlicher Mensch ist und als echter „Kreativer“ zu bezeichnen ist, dann bekommt man nicht sofort Minderwertigkeitskomplexe. ( Was hier an dieser Stelle natürlich scherzhaft gemeint ist, d.Verf.) Interessant ist der Beginn des Buches, die Kindheit des Bruce, seine „Karriere“ als Querdenker und manchmal auch Querulant mit mannigfaltigen Interessen. Sein Studium litt immer mehr unter seiner Liebe zum harten Rock, das Er studierter Historiker ist, wenn auch mit Ach und Krach, erfährt man auch in diesem Buch. Spannend und lebendig erzählt ist seine Zeit bei Samson, Ian Gillan rettet den voll gekotzten jungen Dickinson aus dem Klo, ehe Rod Smallwood den jungen Bruce Dickinson nach Iron Maiden holt. Das die Beziehung zwischen Steve Harris und Bruce Dickinson nicht immer anfänglich reibungslos verlief, wird erwähnt, aber nicht ausgewalzt.  Das der Sänger immer mehr an dem kreativen Output der wohl zweitgrößten Metal Band nach Black Sabbath Anteil nahm, hätte ich so auch nicht erwartet. Man erfährt u.a. das Bruce das tatsächlich grottige Cover der „Dance Of Death“ Scheibe ebenso schlimm findet, man erfährt, das „Seventh Son Of A Seventh Son“ eines seiner Lieblingsalben ist, das Er emsig an seinen Bühnenoutfits gearbeitet hat….

 Das die gar nicht so abgebrühten Iron Maiden in den ersten Jahren genau so gewaltig auf die Kacke gehauen haben wie so manch andere Rabaukentruppe, hätte ich in diesen Ausmaßen nicht erwartet. Martin Birch, der wohl beste Produzent den die Band je hatte, entwickelte ein zweifelhaft ruhestörendes zweites Ich, das alle dann nur Marvin nannten. Spoiler: Es hatte mit Alkohol zu tun. Wenn es um Begegnungen unter Musikern geht, dann fallen hier Namen wie Robert Palmer im Rum Rausch, oder ein Johnny Cash als Autogrammjäger. Mit zunehmender Begeisterung für das Fechten oder später auch für die Fliegerei, rücken dann auch Iron Maiden in dem Buch in den Hintergrund. Das ist auch völlig ok, schließlich geht es hier um die Person Bruce Dickinson.  Besonders bemerkbar macht sich das während der „Somewhere In Time“ und „No Prayer…“ bis „Fear of..“ Phase. Mit einer begeisternden Unterbrechung für das „Seventh Son…“ Album.

Nicht jedes Kapitel wird verschlungen, aber ganz besonders intensiv sind die Abschnitte zu dem Sarajevo Konzert während seiner Solo Zeit, übrigens mit eindringlichen Fotos garniert. Sein schleichender, gedanklicher und dann schlussendlich auch vollzogener Abgang bei Iron Maiden kommt fast distanziert beim Leser an, hier kann man aber auch viel herein interpretieren. Schonungslos offen geht Bruce mit seiner Krebserkrankung um, ohne damit hausieren zu gehen. Harter Tobak. Die Mischung macht es am Ende und da kann „What Does This Button Do?“ als erfrischende Autobiographie gewertet werden, die herrlich unaufgeregt und reflektiert geschrieben ist und den Menschen Bruce Dickinson als Visionär, aber auch Philantrop outet. Nicht nur für Maiden Fans ein mehr als empfehlenswerter Kauf!   

Im HEYNE Verlag erschienen ( Verlagsgruppe Random House Bertelsmann)



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