Section: Reviews 39283Autor: Diggi
Datum: 24.02.2018
Bereich: Reviews

Im Zuge unseres Interviews mit Brögi...

Hymn To Abramelin/Extreme Cold Weather

MESSIAH

HORNELLA!

Diese beiden Alben,die wichtige Ecksteine im Fundament des europäischen Thrash, Death und Black Metal sind wurden von High Roller in gewohnter, also umfassend liebevoller Art neu aufgelegt. Ausserdem arbeitet das Noise Records Line-Up ( Ab "Choirs Of Horros" von 1991, d.Verf.) wieder an neuem Material. All dies war Grund genug ein interessantes Interview mit Mastermind Brögi zu führen, welches Ihr bei uns lesen könnt.

"Hymn To Abramelin" liegt der selbe radikal-chaotisch-archaisch-anarchische Duktus zu Grunde, wie den beiden Sodom Frühwerken, oder den ersten Rumpel-rüpelhaften Eruptionen von Violent Force, Poison, Samael, Minotaur oder eben der oft erwähnten Hellhammer Ursuppe. Die Scheibe von 1986 hatte von Beginnn an skurrile Züge, was sich in Titeln wie 'The Dentist' oder 'Space Invaders' äußerte. Die radikal-extreme Heragehensweise war zu dieser Zeit top of the notch. Man bedenke: 1986 haben Metallica sich mit Master Of Puppets endgültig aller juveniler Sturm Und Drang Züge entledigt. Spieltechnisch war das alles sehr überschaubar, aber gerade das machte den Reiz für die damalige Hardcore Metal Szene aus. (seinerzeit wurden z.B. Destruction oder Exodus als Hardcore, oder Hardcore-Speed Bands tituliert, was nichts mit dem folgenden Crossover aus Hardcore und Metal zu tun hatte, d.Verf.)

Dem Debüt liegt ein roher, knüppeliger Charme zugrunde, der sich noch nicht mal in Geschwindigkeitsübertretungen bemerkbar macht. Vielmehr sind es die abenteuerlichen Riffs, das unbehauene Drumming und der hysterisch bölkende, verhallte "Gesang" von Tschösi. Titel wie 'Thrashing Madness' und 'Total Maniac' liegen auf Augenhöhe mit damaligen Voivod Ausbrüchen.

"Extreme Cold Weather" ist in erster Linie auch wegen seines Cover Artworks bekannt. Sehr pragmatisch dagegen der Hintergrund: War doch 1987 ein besonders kalter Winter in der Schweiz, was den MESSIAH Jungs einfach nur auf die Ketten ging. Auch hier bleibt die Band sich treu in Sachen z.T. grotesker Titel wie 'Johannes Paul der Letzte (Dedicated In Hate To Pope John Paul II)' oder 'Mother Theresa (Dedicated In Love To Mother Theresa)' und 'Radezky March (We Hate To Be In Tha Army Now)'.

Was die Länge der Songtitel angeht, hätte Peter Steele seiner Zeit wohl sein helle Freude an den Schweizern gehabt. Das kaputte 'Enjoy Yourself' negiert eben nicht die bereits damals auftretende, völlig überflüssige Gewalt auf Konzerten. Spieltechnisch haben sich MESSIAH - man möge es mir verzeihen - gegenüber dem Debüt nur um einige Jota verbessert. Die Produktion jedenfalls konnte sich bei den sägenden Gitarren verbessern.

Beide Wiederveröffentlichungen zeichnen sich - im Falle von "Hymns To Abramelin" - mit dem 1990er Remix des Albums aus, oder beim Nachfolger mit gleich zwei Live Aufzeichnungen aus 1987 aus. Extreme Metal Archäologen werden an beiden Drehern ihre helle Freude haben.

Greift zu!

 

Erschienen über High Roller Records.



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