Section: Reviews 40352Autor: Diggi
Datum: 15.05.2018
Bereich: Reviews

ITM begutachtet die neue Scheibe der Black Metaller.....

The Cleansing

ASPHAGOR

The Cleansing ist das Drittwerk der nun auch schon seit über zehn Jahren tätigen Österreicher von Asphagor. Geboten wird schwedische Hausmannskost, hier und da verfeinert mit einem Spritzer französischen Chateau de Disharmoniaque. Aber: auch Hausmannskost will gelernt sein! Wie schnell geht mal eine Zutat in die Hose; drucklose Produktion, ein Instrument zu dominant (oder devot), Gesang zu lasch, langweilige Riffs oder Arrangements - hier alles nicht der Fall.

Der Opener The Delphic Throne fasst die Stärken des gesamten Albums gleich sehr gut zusammen; schneidende und jederzeit melodiöse Gitarren, verstärkter Doublebass-Einsatz für einen treibenden Rhythmus flankiert vom „Knüppel aussem Sack“ an ausgesuchten Stellen, authentisch-aggressiver Gesang der raueren Art. Mit Ausnahme des Interludiums 101815 unterschreitet dabei kein Song die 5-Minuten-Marke. Asphagor sind jedoch stets bemüht, den einen oder anderen Farbtupfer zu platzieren, sei es ein 90er-BM-Riff in Sea of Empty Shells, die gelegentlich growligere Stimme, die entzückende Kombination von Keyboard und unverzerrter Gitarre auf dem besten Song des Albums (Ardor), der fast schon heavy-metal-lastige Beginn von Monodia (He, My Wall) oder der Choral in Aurora Nocturna. Und obwohl kein Song als klassischer Filler bezeichnet werden kann, ist man am Ende doch irgendwie froh, dass es nicht noch einen elften Song auf der Platte gibt, weil Asphagor vielleicht schon mit neun Songs alles gesagt hatten.

Alles in allem finden sich über 60 Minuten handwerklich gut gemachter Black Metal der melodischen Art auf der Scheibe, dem man zu jeder Zeit anmerkt, dass sich da nicht ein paar Jungs vor ein paar Monaten in einer verschneiten Nacht in den Alpen getroffen und vorgenommen haben, mal eben ein Black Metal-Album einzuprügeln. Aber mir persönlich ist es eine Spur zu Schwedisch, eine Spur zu glatt. Etwas mehr Ecken und Kanten, einen Tacken mehr Österreich, und der nächste Release lässt noch Größeres erwarten.

VÖ: 11.05.2018

Label: Black Sunset / MDD Records

Fazit: 7 / 10



.


^^^ BACK TO TOP ^^^
© 1998-2012 by www.Heavy-Metal.de