Section: Reviews 40372Autor: Diggi
Datum: 16.05.2018
Bereich: Reviews

Was soll nach diesem Album kommen?

Domedon Doxomedon

NECROS CHRISTOS

HORNELLA!

Vieles macht Sinn im Kosmos von NECROS CHRISTOS. So passt es, das man mit dem dritten Album, ganz im Sinne von kabbalistischer Zahlenmagie und all der invertierten Interpretationen von biblischen Offenbarungen und Apokryphen das wohl aufregendste Kapitel deutscher Death Metal Geschichte ( mit Venenum und Sulphur Aeon stehen neue Fackelträger bereit...d.Verf.) beendet..

"Domedon Doxomedon" ist - das kann man nach fast schon manischer Behandlung und Umgang mit dem Dreifach Album konstatieren - das "aufgeräumteste" Album der Berliner um Mors Dalos Ra, der hier seine juvenilen Einflüsse so stark wie noch nie nach außen kehrt. Wohl gemerkt im archaisch-sakralen Band Kontext. 'Seven Altars Burn In Sin' beinhaltet die wahrhaft schönsten Harmonien, die diese Band je produziert hat. Die Tempel und die Gates, die meditativen bis verstörend wirkenden Zwischenspiele wirkten noch nie so kohärent sinnstiftend.

NECORS CHRISTOS bilden gleich mit dem 10 Minuten Opener 'I am Christ' ein Rinnsal aus Pech und Schwefel, diese Gitarrenleads, diese tief in sich gekehrte Spiritualität, in welche Richtung Sie bei den Musikern auch immer gehen mag. Es trotzt einem Respekt ab. Diese latent bedrohliche Atmosphäre die Mors Dalos Ra aus seiner Hingabe für Nahöstliche Folklore speist, wirkt bedrückend und berauschend zugleich.'Exiled In Transformation' ist der Gruß an Candlemass, scheinbar alte Helden der Band. Addiert man dazu das verächtlich gutturale Organ des Bandhäuptlings, die Intelligenz was Arrangements angeht, dann wohnt man endgültig einer absoluten Sternstunde des Metal Ov Death bei.

'The Heart Of King Solomon In Sorcery'  wird auf zukünftigen Abschiedskonzerten für ungezügeltes Freidrehen vor der Bühne sorgen, sicherlich der am entfesselsten aufspielende Death Metal Song auf diesem Machtwerk.  Death-Doom der Extraklasse bietet dann der epochale Abschluss 'In Meditation On The Death Of Christ'. 13 Minuten purer Fieberwahn, oft schmerzerfüllt kriechend, aber auch verzweifelt um sich schlagend.

Man kann Heute, Morgen und in 10 Jahren seitenweise dieses Album beschreiben. Belassen wir es bei dieser Momentaufnahme. Nach wochenlangem Studium der Stücke, bleibt man berührt und glücklich zurück, denn man kann das Album ja immer wieder auflegen.

NECROS CHRISTOS werden ihre Reise mit einem sicherlich bald anstehenden Live Zyklus beenden. Was bleibt ist ihre unglaublich tiefgehende Interpretation des Metal Ov Death.

10 Points. Erscheint am 18.05.2018 via Sepulchral Voice. 



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