Section: Reviews 40753Autor: Diggi
Datum: 12.07.2018
Bereich: Reviews

Französische Death Metal Dunkelheit.....

The Chthonic Rituals

ATAVISMA

Atavisma aus Frankreich veröffentlichen dieser Tage mit The Chthonic Rituals ihre erste Full-length, nachdem die letztjährige EP (On the Ruins of a Fallen Empire) schon für positive Resonanz und in der Folge einen Deal mit Memento Mori sorgen konnte. Chthonische Rituale beziehen sich dabei – wenn mich Wikipedia nicht in die Irre leitet – unter anderem auf die griechische Mythologie, in der sowohl die todbringenden Götter aus der Unterwelt als auch die Leben und Fruchtbarkeit spendenden Götter angerufen werden können. Auf Grund der musikalischen Ausrichtung kann ich mir leicht ausmalen, welcher Gattung sich Atavisma wohl zugewendet haben.

Geboten wird hier auf knapp 50 Minuten Death Metal mal nordamerikanischer, mal (tiefergestimmter) schwedischer Provenienz mit vielen doomigen Einflüssen, die hin und wieder an neuseeländisch-australische Vertreter dieser Zunft erinnern, aber auch mal kleinere dissonante Parts aufweisen. Ein grundsätzlich interessanter Mix, der speziell auf Extraneous Abysmal und Sacrifice unto Babalon sehr gut zum Tragen kommt. Diese beiden Songs verbinden auf gelungene Art und Weise die düster-atmosphärischen Parts mit klassisch-schnellem Death Metal. Die Lead-Gitarren haben überzeugende Melodien / Riffs, und der Gesang wechselt auch mal vom tiefen Growl in heiseres Schreien. Monoliths im Mittelstück klingt durch das durchweg getragene Tempo in der Tat monolithisch und fällt ein wenig aus dem atmosphärischen Rahmen des restlichen Albums. Invocation of Archaic Deities (mit einem hübschen Flötenspiel zum Ende des Songs) und Amid the Ruins (mit etwas ausgelutschtem schwedischen Groove) überzeugen mich nicht vollends, sind aber beileibe keine schwachen Songs. Auf A Subterranean Life werden bei einer Spielzeit von elfeinhalb Minuten erfreulicherweise noch mal alle positiven Trademarks (gute Grooves, gute (verhallte) Lead-Gitarre, doomig-düstere Abschnitte, insbesondere von Extraneous Abysmal Knowledge, Sacrifice unto Babalon und Ashen Ascetic) zu einem würdigen Finale zusammengefasst, sodass das Album einen sehr positiven Ausklang hat.

Aus Frankreich sind in den letzten Jahren so unglaublich viele gute Scheiben gekommen. Ich denke da zuallererst natürlich an Deathspell Omega, aber auch an Ominous Shrine oder VI, die allesamt auf sehr unterschiedliche Art und Weise finstere Musik erzeugen. Atavisma, die noch mal einen anderen Ansatz als die drei vorgenannten Bands wählen, können noch nicht ganz in dieser Liga mitspielen, da es doch noch die eine oder andere Passage zu viel gibt, die zu belanglos und/oder ausgedehnt ausgefallen ist und eben nicht mehr die beabsichtigte Atmosphäre erzeugt (z. B. in Invocation of Archaic Deities oder Amid the Ruins). Zudem – für meinen Geschmack – versucht der grundsätzlich gute Schlagzeuger manchmal, an unpassenden Stellen seine Skills herauszustellen (z. B. in Monoliths). Aber für Death Metal Fans der eher dunkleren denn gorigen Machart nichtsdestotrotz eine mehr als lohnende Anschaffung. Auf den Bandfotos wirkt die Band noch relativ jung (eventuell auch daraus abzuleiten, dass die Mitglieder nicht noch in zweiunddrölfzig andere Bands involviert sind oder waren), sodass man auf die nächsten Releases sehr gespannt sein darf.

VÖ: 23.07.2018

Label: Memento Mori

Fazit: 7 / 10



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