Section: Reviews 40944Autor: silentbob
Datum: 08.08.2018
Bereich: Reviews

Spinnen die Finnen jetzt, oder nicht....

Metanoia

Fear of domination


Label:  Out Of Line Music
Release date: 29.06.2018
Distribution: Rough Trade

 

Aus dem Hause Out of line Records erreichte mich dieser Tage das nunmehr zweite Album „Metanoia“ der finnisschen Formation Fear of domination. Laut der Info zur CD haben die Jungs sich nun auch weibliche Verstärkung mit Namen Sara Strömmer mit ins Boot geholt.

Der Sound beschreibt einen Genre Mix aus Melo-Death, Industrial und EDM, spätestens dies sollte old-school-Fans mit Schweppes-Gesicht aufwarten lassen. Wer aber gerne mal über den Tellerrand schaut und hierbei auch keine Angst vor Mainstream bis Charts hat, kann in Ruhe weiterlesen.

Einerseits mag ich Fear of domination, wenn sie wie beim Opener „Dance with the devil“ die abgedrehtere Variante von sich darbieten. Der Song ist straight im Refrain, wird in der Strophenpassage von kurzem, melodiösem Frauengesang aufgelockert, ansonsten wird relativ viel Nu-Metal-mässig gekeift von Männlein und Weiblein, dazu eine dezente Keyboardmelodie im Refrain und ein Klasse Gitarrensolo. Fertig. Cool gemacht. Doch spätestens ab dem zweiten Song „Obsession“ (wieder sehr geiles Gitarrensolo!) ist es dann schon nahezu vorbei mit der abgedrehten Fassung der Finnen und  man lässt der melodiösen Frauenstimme bereits eine Strophe.

Bei Song Nummer 3 „Face of pain“ wird es dann noch einen Tacken massentauglicher und die Gitarren verschwinden dann auch noch hinter den Keyboardteppichen, hatte ich bereits die gute Gitarrenarbeit erwähnt, nun ja, in diesem Song untergegangen.

Song Nummer 4 „Sick & beautiful“ beginnt dann schon mit ner straighten Keyboardmelodie, es hackt ein wenig in der Strophe bevor dann in der Bridge und im Refrain Sara den Gesang koplett übernimmt, sehr massentauglich im Aufbau, hätte auch Ville Vallo in etwas weinerlicherer Version auf den Markt bringen können.

Bei „Shame“ wird´s dann irgendwie Evanescence… mit der Pipette noch ein Schüsschen Härte, ansonsten für mich leider ein Chart Massenprodukt. Allerdings möchte ich hier an dieser Stelle nochmal ausdrücklich sagen, dass rein von der Umsetzung der Band nichts auszusetzen ist, alles Takko!

„Lie“ lässt dann den Mix von Fear of domination wieder ein wenig härter werden und auch an den Mikros fliegt wieder mehr die Spucke die melodiösen Parts werden hier wieder wohl dosiert eingesetzt.

„We dominate“ startet mit einem Keyboardintro aufgelöst durch keifende Vocals, fällt allerdings wieder in Gefilde von „Face of pain“ zurück, der Augenmerk liegt hier auf Gesang und Keyboard, Gitarre kaum vorhanden, nix für mich.

Im Offbeat geht dann „The last call“ los, Gitarre/Bassdrum Stakkatos bis sich der Song dann zur Strophe hin in Melodien und Keyboards ergießt. Schade, wartet selbst die Strophe mit ner geilen Rhythmusgitarre auf….leider kaum wahrzunehmen….selbst kurze Zwischenparts, die wieder ein wenig Härte zurückbringen werden von Keyboards und Melodiegesang überlagert. Ad acta.

Auch „Mindshift“ und das ruhigere Duett „Ruin“ setzen den Trend fort und ich bin zwiegespalten, einerseits gute Instrumentierung, die neue Dame hat eine geile Stimme und ein paar harte Songs, andererseits diese Eingängigkeit, Klampfe runter und voll in die Melodiebresche und Charttauglichkeit. Für mich reicht´s für 6 Punkte in der Hoffnung den Gitarren und der Härte wird auf der nächsten Scheibe  mehr Spielraum und Lautstärke gegeben, das würde mich als Metalfan freuen ;)

 

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