Section: Reviews 41164Autor: Fetzer
Datum: 03.09.2018
Bereich: Reviews

Zombie Attacke

The Living Dead

GRAVE DIGGER

Grave Digger stehen seit fast 40 Jahren für Teutonen Metal der feinsten Art. Ich muss zugeben, dass ich ein Fan dieser legendären Truppe aus Gladbeck bin. Das Debüt Heavy Metal Breakdown ist ein Klassiker und sollte nicht der einzige bleiben. Als Fan unterteile ich Grave Digger in verschiedene Phasen, wobei jede Phase ihre Höhepunkte hat.

Die 80er Jahre Phase ist ja ohnehin legendär. Ende der 80er hätten sie sich allerdings fast aufgelöst. Das Comeback in den 90ern war dafür umso bombastischer. Ich nenne diese Phase, die Uwe Lulis(Gitarre) Phase. Ich muss zugeben meine Lieblingsphase der Mannen um Reibeisenstimme Chris Boltendahl. Alben wie The Reaper und Heart Of Darkness waren schon Klasse, aber der Höhepunkt war sicherlich die tolle Mittelalter Trilogie, die ja auch den für mich absoluten Hit der Band enthält, nämlich Rebellion(the clans are marching). Zu dieser Zeit entdeckten Grave Digger auch die Chöre für sich und wurden etwas epischer.

Anfang der 2000er Jahre wurde Lulis durch Manni Schmidt ersetzt und es wurde die nächste Phase eingeläutet, welche mir auch sehr gut gefiel. Die typischen Grave Digger Riffs waren auch da vorhanden, nur klang man für mich damals etwas dunkler. Songs wie The Grave Digger und Last Supper oder Alben wie Rheingold und The Last Supper zählen sicherlich zu den Höhepunkten der Grave Digger Diskographie. Erwähnenswert auch, dass man auf Ballads Of A Hangman erstmals und zum einzigen Mal mit 2 Gitarristen agierte. Neben Manni Schmidt bediente Thilo Hermann(ex-Running Wild) die zweite Klampfe.

Diese beiden wurden allerdings durch Axel Ritt ersetzt und so läutete man meine Zweitlieblingsphase ein. 2011 wendeten sie sich wieder der schottischen Geschichte zu, wie schon auf Tunes Of War von 1996 und veröffentlichten mit The Clans Will Rise Again wieder einmal ein Klasse Konzeptalbum, aber auch Return Of The Reaper von 2014 und das letzte Werk Healed By Metal waren sehr stark. Ich glaube Axel Ritt hat den Totengräbern einen Schuss zusätzliche Frische verliehen.

Nun steht also das nächste Studioalbum an, welches man The Living Dead getauft hat. Zehn Songs plus einen Bonustrack, aufgenommen wie immer in den Principal Studios. Und ich muss sagen, wo Grave Digger draufsteht, da ist auch Grave Digger drin. Der typische Groove ist da, die typischen Riffs, dazu soliert Axel excellent, die typische Reibeisenstimme von Chris(manchmal erinnert er mich hier und da sogar an Lemmy), die des öfteren durch starke Hintergrundchöre unterstützt wird, ausgefeilte mitsingbare Refrains, Stampfer und schnellere Songs. Also alles was das Herz begehrt. Ach so, über die Klasse der Rhytmusfraktion um Stefan Arnold und Jens Becker, brauche ich ja wohl kein Wort zu verlieren. Ganz am Ende des Albums hat man mit Zombie Dance sogar einen Song stehen, bei denen sie neue Gefilde betreten. Nämlich schnelle eingängige Polka! Zu diesem Stück haben sie auch ein lustiges Video gedreht, welches man im Netz finden kann. Sehenswert. Ich betrachte dieses Stück als den Fun-Song des Albums, bei dem sie von ihren Labelkollegen Russkaja unterstützt wurden. Könnte auch live ein Renner werden. Dazu würde sich aber auch der tolle quasi Titelsong Fear Of The Living Dead mit seinem Acceptmässigen Ohoho-Part eignen oder aber auch der schnellste Song des Albums When Death Passes By. Meine 3 Lieblingsstücke des Albums kommen direkt hintereinander, nämlich Shadow Of The Warrior, The Power Of Metal und Hymn Of The Damned, die allesamt sehr hymnenhaft sind, schöne Soli beinhalten und sowohl die harte, als auch die gefühlvollere Seite der Band zeigen. Fist In Your Face ist eine überraschende Nummer, die nach Southern Rock klingt, aber trotzdem sehr gut auf die Platte passt.

Alles in allem liefern Grave Digger einmal mehr sehr gute Qualitätsware ab und klingen auch nach all den Jahren noch frisch und hungrig. Und 20 Studioalben muss man auch erstmal hinbekommen. Napalm Records veröffentlichen das Werk am 14.9.2018. Live sind die Jungs übrigens ab Januar 2019 wieder unterwegs, aber leider ohne Drummer Stefan Arnold, der die Band nach den Aufnahmen des Albums verlassen hat. Die Drums wird dann der bisherige Keyboarder Marcus Kniep übernehmen.


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