Section: Reviews 41276Autor: Diggi
Datum: 10.09.2018
Bereich: Reviews

Multinationale Kapelle legt ihr Reifezeugnis ab!

We Feel Through The Dead

THE OUTSIDE

HORNELLA!

Verstörendes Cover, reduzierter Stil, Dampframme auf Carbontorte…..THE OUTSIDE sind bisher nie auf meinem musikalischen Menüplan aufgetaucht und nach intensivem Gebrauch von „We Feel Through The Dead“ habe ich keine Ahnung, warum das bisher so war…. 9 wuchtig kompakte Riffmonster hat das Quartett, welches von Chile, Deutschland und Israel aus „operiert“ hier konserviert und der Einstieg mit ‚The Portrait‘ könnte zunächst auf die falsche Fährte locken, agieren hier THE OUTSIDE doch mehr im Modern Ami-Dicke Hosen- Thrash… Aber dann mit zunehmender Spielzeit fühlt man sich immer mehr an aktuelle Accusser erinnnert, dazu dann Samples aus Politsendungen und Nachrichtensequenzen, oft sehr eindringlich…. THE OUTSIDE morphen mit jedem Song zu einem alles pulverisierenden Riffasteroid, der kurz davor ist zu implodieren! Fast immer unter knapp 4 Minuten ballern die 4 Musiker hier rasende Wut, intelligente Rhythmen, oder einfach nur die Tristesse der gesellschaftlichen und weltpolitischen Lage in Form von Sample Einlagen aus den Boxen.

‚Congregation‘ erinnert mit seinem Riffing schwer an die „Green“ Phase der Thrash Titanen Forbidden…der Gesang von Roland ist eine mehr als passende, weil sehr nahe an dem packenden Vortrag eines Impressarios angelehnte Art des dunkel-grummeligen, aber immer verständlichen Gesangs. Überhaupt: THE OUTSIDE legen sehr viel Wert auf ihre Message, die ist direkt und schonungslos und ist mir viel lieber als dieser ganze verklausulierte Setzkasten Scheiss, den soviele Schreiberlinge und Musiker mantra-artig wiederholen, das das mit der Politik und der Musik ja besser nicht sein sollte….Mann, Leute macht die Augen auf! Genau in die vielen Wunden der westlichen Überfluss Gesellschaft streut die Band Salz! Zerklüfftete Riffberge, bei ‚Towers Fall‘ geht es um den „…rotten State…“ Als Einschlafhilfe sind die verschachtelten Stücke auf diesem Album sicherlich nicht geeignet, aber je länger man sich mit „ We Feel Through The Dead“ auseinandersetzt, desto tiefer taucht man ein in die Art des Komponierens dieser Vier Musiker. 

‚Where We Stand‘ ist eine einzige Abrechnung mit sogenannten Versicherungssystemen, Bankensystemen, Mietpreisentwicklungen, sozialem Brennstoff….. globale Finanzkriminalität…., Immobilienhaie usw…“ THE OUTSIDER bieten eine hochinteressante, weil sehr differenzierte Auseinandersetzung mit dem Status Quo. Dazu wird eben auch musikalischer Brennstoff geboten, der irgendwo zwischen technischen Destruction, Accuser, modernem Thrash Metal und Gojira Zeitgeist stattfindet. Die Kombination aus Duktus, Intention und Musik kredenzt uns hier eine echte Überraschung!

8 Points. Erschienen über Metropolitan Edge/Greenzone Music/ H‘art



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