Section: Reviews 41523Autor: Diggi
Datum: 10.10.2018
Bereich: Reviews

Tiamat fliegt..... die Punkte fliegen mit....

The Offering Of Seven

GNOSIS

Die mir bis dato unbekannten Gnosis aus Florida veröffentlichen mit The Offering of Seven ihr zweites Album, welches so gar nicht nach dem typischen Florida-Sound klingt. Im Gegenteil, ich hätte hier eher auf Griechenland getippt, denn das Riffing, die Betonung des Basses, die Art der Melodieführung, das Keyboard… vieles erinnert an griechische Bands aus den 90ern. Was ja erst mal nicht schlecht sein muss, denn was die frühen Heldentaten von Rotting Christ, Varathron und Co. für die Black Metal Welt bedeuteten, ist wahrlich nicht zu unterschätzen.

Ein kurzes Pauken-/Keyboard-Intro mit ein wenig Beschwörungssprech, dann bricht die Hölle los. Haha, nee, nur Spaß. Es folgt ein fast komplett im Midtempo gehaltenes Stück, welches zwischendurch in einen 50-sekündigen, nur mäßig inspirierten Uptempo-Part ausbricht. Hand of the Fates ist dann gleich vom Start weg flotter und baut zum ersten Mal das Keyboard ein, welches auch in der Folge des Albums immer wieder mal prägnant in den Vordergrund drängelt. Leider ist die Kombination aus gedrosseltem Tempo und sowohl der Keyboard- als auch der Gitarrenmelodie sehr schmalzig geraten. Lediglich den hinteren Teil des Stücks würde ich auf Grund des wieder angezogenen Tempos und des drübergelegten Solos als ansprechend bezeichnen. Dark King on the Mount schaltet dann wieder in den melodietechnisch eher belanglosen und sehr laaaangatmigen Modus zurück, sodass auch das leicht sphärisch angehauchte Keyboard nicht für den intendierten Okkult-Faktor sorgen kann. Zum Glück wird es dann ab Golden Wings besser, weil dynamischer und weniger klebrig von den Melodien her, wenngleich auch dieses Stück es nicht mal in Ansätzen auf ein Meisterwerk wie Thy Mighty Contract geschafft hätte. Mit Transcendence pt. 1 folgt dann ein kurzes Instrumentalstück, dessen Spannung sich daraus bezieht, dass man vergeblich den zweiten Teil auf dem Album sucht. Vor dem bösen Outro (Messe, Babygeschrei, man kennt das) folgen dann noch ein Running Wild Cover von Evil Spirit, über welches ich den Mantel des Schweigens hülle sowie The Great Storm, der für mich stärkste Song der Platte, weil hier Dynamik, Melodien und das Solo erstmalig zu einem größtenteils stimmig-dunklen Ganzen zusammengeführt werden (´ne Minute weniger hätte dem Teil vielleicht trotzdem gut getan).

Ein Album wie The Offering of Seven ist für junge Leute, die gerade den ersten Bartwuchs / ihre erste Periode bekommen haben und in die Untiefen des Black Metals eintauchen wollen, sicherlich ein hübsches Einstiegswerk – muss ja nicht jeder gleich mit Anaal Nathrakh oder Deathspell Omega starten. Alte Hasen heben vermutlich nicht mal die Augenbrauen; zu abgenudelt sind die angewendeten Stilmittel, zu brav die Melodien, zu vorhersehbar die Arrangements. An manchen Stellen (z. B. in Hand oft he Fates) fühlte ich mich ob des zur Schau gestellten Pathos gar an DIE Vertreter des amtlichen Roland Kaiser Death Metals (gemeint sind die unvergleichlichen Crematory) erinnert. Wäre die zweite Hälfte durch Golden Wings und The Great Storm nicht ´nen Tacken stärker, hätte ich mich wohl noch nicht mal zu fünf Punkten durchringen können. Sorry, aber das trifft leider so gar nicht meinen Nerv.

VÖ: 21.09.2018

Label: Terror From Hell Records

Fazit: 5 / 10



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