Section: Reviews 41530Autor: Diggi
Datum: 11.10.2018
Bereich: Reviews

Krachfetischisten......

Labyrinth of Bridges

BURIAL SHRINE

Keine Demos, keine Infos über Bandmitglieder und ihre etwaigen anderen Bands / Projekte, kein Problem, denn Burial Shrine aus Vancouver kommen gleich mit einer Full-length um die Ecke, die die Gehörgänge kräftig durchpustet. Das Info-Schreiben gibt zumindest preis, dass sich die drei Herren EH, CXM und RW (wer für welches Instrument verantwortlich zeichnet: unbekannt) schon 2014 zusammentaten und sogar an einem Demo arbeiteten, welches schlussendlich aber nicht verwirklicht wurde.

Wo ihre Landsleute von Profane Order in ihrem formidablen Gedresche ab und an mal kurz innehalten, um einen düsteren Monstergroove einzubauen, platzieren Burial Shrine lieber wahnwitzige Soli und/oder noch schnelleres Gedresche. Klar, auch auf The Labyrinth of Bridges wird in eigentlich jedem Song kurz mal das Tempo rausgenommen, um den Stücken eine gewisse Dynamik angedeihen zu lassen und dem Bass zu seinem Recht zu verhelfen, aber überwiegend heißt es hier Vollgas voraus, auch wenn der Brückenpfeiler nur noch 4… 3… 2… 1… Meter entfer… zu spät…

Im Grunde lohnt es nicht, einzelne Songs hervorzuheben – mit Ausnahme von The Labyrinth of Bridges vielleicht. Das Aggressionspotential ist kontinuierlich im oberen Bereich angesiedelt, wozu auch die für diese Musik doch recht hoch klingende Produktion beiträgt. To Glimpse the Absolute, Teile von To See Beyond the Mask sowie das 15-minütige Titelstück (welches im Gegensatz zu allen anderen Songs auch dezent eingesetzte Keyboards beinhaltet, die so ein bisschen an obskure BM-Bands aus dem Italien der 90er erinnern, wie z. B. Opera IX), enthalten längere Passagen der Nicht-Raserei, die dem Album ein gelungenes Maß an Abwechslung bescheren.  Der Gesang klingt wie eine räudig-verhallte Mischung aus War Metal und einer gehörigen Prise Angepisstsein, passt also wunderbar zur musikalischen Ausrichtung.

Ein Release für Krachfetischisten, die sich an einem Potpourri aus Elementen von (harschem) Death, Black und War Metal erfreuen können. Nicht unbedingt meine Baustelle, aber gut gemacht ist es schon, zumal für ein Erstlingswerk. Kaufempfehlung kann also ausgesprochen werden und man darf gespannt sein, ob die Band beim nächsten Release weiter der Krachorgie frönt oder den auf dem Titelstück eingeschlagenen Pfad weiterverfolgt.

VÖ: 23.09.2018

Label: Saturnal Records

Fazit: 7 / 10



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