Section: Reviews 41850Autor: Fetzer
Datum: 21.11.2018
Bereich: Reviews

Fette Box

Seven Devils Moonshine

VIRGIN STEELE

Puh! Was soll ich dazu nur schreiben? Mir fällt es gerade echt schwer Worte zu finden. Ich liebe Virgin Steele und das wird auch immer so bleiben. Aber ich bin wirklich riesig enttäuscht. Warum? Vorab, Virgin Steele gehören zu meinen absoluten Lieblingsbands. Ich werde ewig dankbar sein für solche Göttergaben wie Guardians Of The Flame(1983), Noble Savage(1985), Age Of Consent(1988), die beiden Marriage Of Heaven and Hell Alben(1994 und 1995), für Invictus(1998) und die beiden House Of Atreus Werke(1999 und 2000). Das ist und war epischer U.S.Metal/Power Metal der allerfeinsten Art mit einem der besten Sänger überhaupt.

Die letzten 3 regulären Alben von Virgin Steele sind schon arg in die Kritik geraten. Meist aufgrund des dünnen Sounds, zuletzt aber auch aufgrund der schwächelnden Stimme von Mastermind David DeFeis. Aber selbst auf diesen Alben habe ich trotz dieser tatsächlich vorhandenen Schwächen noch gute Songs entdeckt. Die Visions Of Eden(2006) in der überarbeiteten Fassung von 2017 habe ich mir sogar komplett schöngehört, wie es sich für einen Fanboy gehört.

In den letzten Jahren haben die Jungs ja ihren Backkatalog fast komplett wiederveröffentlicht. Es fehlten eigentlich nur noch die Alben The Book Of Burning und Hymns To Victory(beide von 2002). Hymns To Victory war eine Best-Of-Scheibe mit absoluten Übersongs wie Invictus, Noble Savage, The Burning Of Rome, Emalaith, I Will Come For You, A Symphony Of Steele usw. Auf The Book Of Burning war auch viel altbekanntes drauf, allerdings stammten sämtliche Songs aus der Zeit als Jack Starr noch die Gitarre bediente. Diese Songs hat man zu jener Zeit aber wieder neu aufgenommen. So entstanden fantastische Versionen von Guardians Of The Flame, Don't Say Goodbye(Tonight), Children Of The Storm, The Redeemer und A Cry In The Night, aber auch bis dahin nie veröffentlichte Tracks wie Conjuration Of The Watcher oder Rain Of Fire konnten sich hören lassen. So weit, so gut.

Nun veröffentlichen Virgin Steele via SPV/Steamhammer am 23.11.2018 eine fette 5 CD Box. Enthalten sind die beiden noch fehlenden Wiederveröffentlichungen The Book Of Burning und Hymns To Victory und jetzt kommt es, drei Alben mit komplett neuem Material! Da freut man sich als Fan doch eigentlich wie Bolle. Die beiden von mir schon beschriebenen Alben The Book Of Burning und Hymns To Victory kann ich ohne Bedenken empfehlen, gerade für Neueinsteiger interessant, denn hier gibt es Virgin Steele in Bestform. Aber leider kann man die drei anderen Alben komplett vergessen. Es ist traurig, dass ich dies als Fan so deutlich sagen muss. Das tut mir richtig weh.

Das neue Material besteht aus brandneuen eigenen Tracks, aus sogenannten orchestralen Versionen alter eigener Songs und aus Coverversionen. Von den neuen eigenen Songs kann ich mir gerade einmal zwei bis drei Tracks etwas schön hören. Zu dünn ist der Sound und zu dünn klingen die Gitarren, wenn denn wirklich einmal welche eingesetzt werden, vom Schlagzeugsound möchte ich gar nicht erst sprechen. David faucht und brüllt zwar wie ein Weltmeister, setzt jedoch seine hohe Kopfstimme viel zu oft ein und lässt viel zu selten den Löwen raus, so wie man ihn kennt. Manchmal blitzt sein Können doch auf, so dass man ihm zurufen möchte, ja weiter so, aber schon hat er wieder die Stimmlage gewechselt. Die sogenannten orchestralen Songs, von denen es hier reichlich gibt, bestehen meist aus Keyboard/Piano und dem Gesang von David. Hier werden sogar Klassiker versaut. Auch den Coversongs kann ich nichts abgewinnen. Weiter möchte ich auch nicht darauf eingehen. Zu groß ist die Enttäuschung.

Traurig, dass ausgerechnet ich das so schreiben muss, da ich die Band wirklich liebe. Ich weiss auch nicht, was sich David dabei denkt, denn mit Metal oder alten Virgin Steele hat dies nicht mehr viel zu tun. Sollten dies wirklich seine derzeitigen musikalischen Vorstellungen sein, dann zumindest Hut ab dafür, diese so umzusetzen. Dennoch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass sich die Jungs eines Tages nochmal besinnen und ein Album mit vernünftigen Gitarren, Bass und Schlagzeug aufnehmen und ich fühle es, dass es auch David eigentlich noch draufhat.

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