Section: Reviews 41853Autor: Fetzer
Datum: 22.11.2018
Bereich: Reviews

Toller speediger Power Metal

IV

SINBREED

Die deutschen Power Metaller Sinbreed veröffentlichen am 23.11.2018 ihren vierten Longplayer über Massacre Records, den sie schlicht IV genannt haben. In den letzten Jahren hat sich ja einiges getan bei den Jungs, was das Besetzungskarussell betrifft. Auf dem letzten Album hat Flo Laurin, soweit ich weiss, sämtliche Gitarren eingespielt, da Marcus Siepen(Blind Guardian) die Band verlassen hat. Auf dem neuen Album ist wieder ein zweiter Gitarrist dabei, nämlich Manuel Seoane(ex-Mägo de Oz).

Aber es gibt noch einen zweiten Einstand auf dieser Platte. Sänger Herbie Langhans, für dessen neue Band Radiant ich erst vor kurzem ein Review schrieb, ist nicht mehr dabei. Er wurde ersetzt durch Nick Holleman, der wohl mal bei den Kultmetallern Vicious Rumors war, wovon ich allerdings nichts mitbekommen habe. Es ist immer schwer einen Sänger zu ersetzen, zumal wenn er die Klasse eines Herbie Langhans hat. Ich finde jedoch, Nick macht seine Sache sehr gut und seine Stimme ist der von Herbie gar nicht mal so unähnlich. Ansonsten sind noch alle am Start, also auch Blind Guardian Trommler Frederik Ehmke.

Auch wenn man zeitweise gleich zwei Blind Guardian Musikanten in den eigenen Reihen hatte, klingen Sinbreed nicht nach den Krefeldern. Natürlich sind gewisse Ähnlichkeiten vorhanden, aber irgendwie erinnert mich der Sound eher an andere Kapellen. Es sind ja inzwischen recht viele melodische Power Metal Bands unterwegs, die auch einen gewissen Speed haben. Zeitweise hab ich mich auch etwas daran satt gehört. Anders beim aktuellen Album von Sinbreed. Sie schaffen es mich in eine gewisse Zeit zurückzuversetzen. In eine Zeit, in der ich noch hungrig nach dieser Mucke war. Das muss so von 1996 bis 2000 herum gewesen sein. Hammerfall gaben ihr Debüt, Helloween brachten The Time Of The Oath heraus, Gamma Ray glänzten mit Land Of The Free, Stratovarius hielten Visions dagegen, Edguy waren mit Theater Of Salvation dabei, aber auch Rhapsody und Heavenly waren mit starken Alben dabei.

Nicht das Sinbreed haargenau wie eine dieser Bands klingen, auch wenn teilweise starke Ähnlichkeiten vorhanden sind, aber sie schaffen es genau diesen Spirit, den diese Zeit für mich hatte, einzufangen. Sie gehen die Sache mit einer unbeschwerten Lockerheit und positiven Grundeinstellung an. Auch wenn das Tempo meist sehr hoch ist, man sehr melodisch, aber dennoch hart genug klingt und die Refrains hymnenhaft daherkommen, es wird niemals langweilig und man driftet auch nicht ins Kitschige ab, wie es so einigen Bands passiert. Die meisten Refrains laden geradezu ein zum Mitshouten und Abfeiern.

Überzeugt euch selbst und hört rein in solch melodische Speedgranaten wie 'First Under The Sun', 'Falling Down', das mich irgendwie an die Australier Pegazus erinnert oder 'The Purge' und ihr wisst, was ich meine. Erstgenannter Track ist ein hervorragender Opener und man hat dazu einen Videoclip veröffentlicht. 'Wasted Trust' und 'Pale-Hearted' sind Songs, die mich an eine Mischung aus Edguy und Avantasia erinnern. Auch sehr geil. Aber auch wenn sie mal etwas vom Tempo runtergehen, wissen Sinbreed zu überzeugen, wie sie mit 'Final Call' beweisen, ein Song bei dem man direkt die Fäuste nach oben reißt. Da das ganze Album überzeugt, kann ich nur eine Empfehlung aussprechen. Das macht Laune.

https://www.facebook.com/Sinbreed/

 

 



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