Section: Reviews 42035Autor: Diggi
Datum: 19.12.2018
Bereich: Reviews

....nun als Schmetterling unterwegs?

...And Silent Grief Shadows the Passing Moon

WITCHING HOUR

HORNELLA!

Häh? Zu viel Gebäck inhaliert? Nein, WITCHING HOUR präsentieren sich 4 Jahre nach der letzten Veröffentlichung - einer EP - nahezu komplett runderneuert. Die Band startete 2009 mit relativ rumpeligen Black Thrash, klar das ist deutsche Kernkompetenz. Aber wirklich auf Augenhöhe mit alle den Nocturnals, Hellish Crossfires, Ketzers oder Erazors war man noch nicht. Nun liegt mit "...And Silent Grief Shadows the Passing Moon" das dritte Longplay Album vor und man ist mehr als überrascht. '...And Silent Grief Shadows the Passing Moon /
Once Lost Souls Return`ist ein 10 Minüter an dem sich der Hörer im Wortsinn abarbeiten muss. Wunderbare Gitarrenharmonien schlängeln sich an Doom und Kauz Metal Fundamenten entlang, zunächst glaubt man die Saarländer seien komplett durch die Stratosphäre geschossen und wollen mit einem Instrumental beginnen, ehe dann doch Jan Hirtz mit heiserem, fast punkigem Rezitativ startet.

Vorher aber durfte man noch den "krummsten Takt" des Jahres beklatschen, das hat fast Chris Witchhunter Klasse und das ist ein dickes Kompliment. Man kann sich an der kruden Taktfolge nicht satt höen, erst nach vielen weiteren Hördurchgängen hat man das - auch als Progressive Metal Messdiener - verdaut. Musikalisch orientieren sich WITCHING HOUR deutlich an 80er Jahre Metal, dafür sorgt der wunderbare Mix des Albums, der besonders dem Bass viel Platz einräumt. Die Gitarren feuern aus allen Rohren geile Leads, 'Sorrow Blinds His Ghastly Eyes' ist da ein wunderbares Beispiel und vielleicht ein Stück, was am ehesten mit der reinen Black/Thrash Lehre noch vereinbar ist. Ganz anders, nahezu beschwingt startet ' Behold Those Distant Skies' und zeugt von der grandiosen Evolution dieser Band.

Es scheint als das die rasante Entwicklung von z.B. Chapel Of Disease oder Venenum und CO ein ganzes Genre befruchtet. So soll es sein! WITCHING HOUR sind aber keine Plagiatisten, dafür sorgt schon dieses universelle Cirith Ungol Flair, dazu dieser - man möge mir diesen Vergleich bei ehemaligen Spex oder Rolling Stone Lesern verzeihen - fast schon Rio Reiser artige, kehlige Gesang. 

WITCHING HOUR trauen sich auf dem Album lange Instrumental Passagen in den Fokus zu rücken, das wirkt zu Beginn, schwer zugänglich, wird dann aber zu einem großen Pro für die Band. 'The Fading Chime Of A Graveyard Bell' ist ein weiteres Hochlicht, welches Echtmetaller aller Genre in Verzückung versetzen sollte! Von gleichter Güte ist der Rauschmeisser 'As I Walk Among Sepulchral Ruins'. Wunderbare Musikalität, sehr starke Produktion, die Band hat hier ein ganz neues Kapitel aufgeschlagen und im Bandkontext gesehen, ihr Diana Read Peace oder Renewal veröffentlicht und dafür gebührt den Bangern tosender Applaus!

Höchstwahrscheinlich werden WITCHING HOUR mit dem nächsten Album dann zum endgültigen kreativen Funkenflug ansetzen.... Erfreuen wir uns zunächst an diesem Wunderwerk!

8 Points. Erscheint am 21.12.2018 via Hells Headbangers 



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