Section: Reviews 42219Autor: Diggi
Datum: 25.01.2019
Bereich: Reviews

Der dicke Kloß im Hals.....

The Great Adventure

THE NEAL MORSE BAND

HORNELLA! 

Metal Fans sind schon komische Pflänzchen... Als Mike Portnoy bei Dream Theater ausgestiegen ist, wollte ich als Hardcore Fan der Band das zunächst - wie eine pubertierende Rotzgöre - nicht akzeptieren... Trennung? Nie! Jetzt, mit "The Great Adventure" kann ich damit und auch mit dem langsam voranschreitenden Niedergang seiner Ex-Band besser leben, denn THE NEAL MORSE BAND hat hier ein Konzept Wunderwerk erschaffen, welches gleichberechtigt neben "Metropolis Pt.2: Scenes From A Memory" bestehen kann und auch wird! 

Die Doppel CD wird jeweils von einer Overtüre eingeleitet und besonders die sich über 10 Minuten erstreckende auf CD 1 ist absolute Weltklasse. Hier vermengt sich klassischer Prog Rock mit Hang zum 70er Bombast und der Canterbury Schule mit Progressive Metal und viel wichtiger: Die Produktion ist so entwaffnent ehrlich, so menschlich, so warm. Wenn dann noch Neil Morse beim Interludium 'The Dream Isn´t Over' wie ein Peter Gabriel zu Genesis Zeiten Empathie in Noten gießt,dann ist der Hörer endgültig mittendrin, in der konzeptionellen Fortsetzung zum 2016er Album "The Similitude Of A Dream"

Das "Chapter 2" ist in sich knapp über 23 Minuten lang, aber in 7 Stücke unterteilt, so das man nicht direkt erschlagen wird, sondern den einzelnen "Parts" wunderbar folgen kann. Hier sind natürlich Weltklasse Musiker am Werk, Eric Gilelette an der Gitarre, Bill Hubauser an den Tasten und Randy George am Tieftöner lassen zwar immer wieder die galaktische Klasse als Einzelkönner aufblitzen, im Ganzen ist "The Great Adventure" aber eine pure Band Scheibe. Ich kann es nur betonen: Es ist eine Wohltat diesem intelligenten, spontanen und einladenden Schlagzeugspiel von Mike Portnoy zu lauschen! Zumindest ich habe seine typischen Roll´s und Fill In´s schmerzlich vermisst! 

Es gibt immer wieder für Neil Morse Verhältnisse ziemlich knackige, Riff-dominierte Passagen wie bei 'I Got To Run'. Hier erinnert man sich an das zuletzt veröffentlichte Debüt von Sons Of Apollo, der anderen Band von Herrn Portnoy. 

Was alle Stücke auf diesem zwar überlangen, aber zu jeder Sekunde fesselnden und zu tiefst berührendne Album gemein haben: Nur für eine Idee aus einem Stück würden wahrscheinlich 10 andere Bands ihre Bandkollegen versetzen! Wahnsinn!

Wer sich bis zum Chapter 3 durchgehört hat, welches mit einer knappen halben Stunde zu taxieren ist, der braucht sich auch nicht für die ein oder andere Träne schämen, die beim Hören von 'A love That Never Dies' fliessen wird. Wie gesagt, wir Metal Fans sind schon seltsame Pflänzchen... 

Vor dem Hintergrund das in Bälde das neue Dream Theater Album erscheint, bekomme ich es leicht mit der Angst brutal enttäuscht zu werden, denn "The Great Adventure" ist jetzt schon ein Anwärter auf das Album des Jahres, wenn es um alte Schule Prog Rock respektive Progressive Metal geht..

10 Points. Erscheint am 25.01.2019 via Radiant Records/Metal Blade



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