Section: Reviews 42263Autor: Fetzer
Datum: 08.02.2019
Bereich: Reviews

Schweizer Horrorgeschichte

House 21

SILVER DUST

Die schweizer Rockband Silver Dust veröffentlichte bereits zum Ende des letzten Jahres ihren dritten Longplayer 'House 21' über das Label Fastball Music/ Escudero Records. Das Album ist also schon einige Zeit erhältlich. Die Band war mir bisher völlig unbekannt und es fällt mir ein wenig schwer, deren Stil zu beschreiben. Klassischer Rock ist definitiv vorhanden, ebenso wie Gothic Metal und moderner Metal und nach eigenen Angaben Steam-Punk, den ich aber nicht so richtig herauszuhören vermag, wahrscheinlich, weil ich gar nicht so genau weiß, was das ist.

Es handelt sich um ein Konzeptwerk, genauer gesagt wird hier über 11 Songs eine Horrorgeschichte erzählt, so dass es nicht verwundert, dass jede Menge Theatralik vorhanden ist. Die Geschichte spielt im zweiten Weltkrieg. Ein Soldat, der desertiert ist, findet Zuflucht in einem alten Haus, auf dem ein Fluch steht. Dort erwarten ihn jedoch einige finstere und unheimliche Gestalten. Desweiteren spielt ein Talisman, welcher im Besitz des Soldaten ist, eine gewichtige Rolle. Soviel erstmal zur Story.

Weiteres erfahrt ihr im toll aufgemachten Booklet und natürlich durch die Texte, die dort selbstverständlich abgedruckt sind. Desweiteren gibt es Bilder von den Personen zu bestaunen, die in dieser Geschichte eine Rolle spielen. Bestaunenswert sind auch die Fotos der 4 Bandmitglieder, die sich in entsprechende Kostüme geschmissen haben und deren Namen. Als da wären, Lord Campbell (Vocals, Keyboard), Tiny Pistol (Guitar), Kurghan (Bass) und Mr.Killjoy (Drums). Als Gast verpflichtete man Mr.Lordi (Lordi) für den Coversong 'Bette Davis Eyes'. Dieser Song ist nicht nur gut gelungen, sondern er passt auch ganz gut zur Story und es gibt ein Video im Netz zu bewundern.

Sänger Lord Campbell besitzt eine warme und klare Stimme, wobei er ab und zu auch Growls einsetzt, sowie in ganz hohe Sphären vordringt. Unterstützt wird er oftmals durch sakrale Chöre, die für eine unheilvolle Stimmung sorgen. Musikalisch wird alles einwandfrei vorgetragen, wobei man vielleicht kritisieren könnte, dass richtige Hits fehlen, mit Ausnahme des erwähnten Coversongs vielleicht. Dafür wird umso mehr Wert gelegt auf die dunkle, horrormäßige und zum Teil melancholische Atmosphäre im Verbund mit den Texten.

Eingeleitet wird das Album durch ein düsteres Intro, worauf dann die rockig drückenden Nummern 'The Unknown Soldier' und 'House 21' folgen, die einen starken Gothic-Touch aufweisen. 'Forever' geht eher in Richtung Classic Rock und bei 'La La La La' fühlte ich mich gesangstechnisch gar an System Of A Down erinnert. Das Melancholische kommt besonders bei 'This War Is Not Mine' zum Tragen. Insgesamt geht man sehr melodisch zu Werke und auch die durchaus gelungenen Keyboard-Spielereien möchte ich nicht unerwähnt lassen.

Ich muß zugeben, daß ich, was Konzeptscheiben angeht, eher im klassischen Metal bewandert bin. Da begeisterte mich, gerade was Horrorgeschichten angeht, besonders King Diamond. Ich muß weiterhin zugeben, daß mich der King doch mehr gruselt, aber Silver Dust machen ihr Ding wahrlich nicht schlecht. Ich finde 'House 21' allemal sehr hörenswert und interessant, habe mich zu keiner Sekunde gelangweilt und mich gut unterhalten gefühlt. Also antesten.

https://www.facebook.com/SilverDustOnline/



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