Section: Reviews 42874Autor: Diggi
Datum: 04.05.2019
Bereich: Reviews

Ist das die Höhe?

Zenith

ENFORCER

HORNELLA!

ENFORCER sind mit In Solitude, Portrait, Helvetets Port, Ranger, Ram und Co Mitte der 00er Jahre aus Skandinavien gestartet und haben mit ihren ersten beiden Alben die Untergrund Szene fast überrollt! Sagenhaft guter, melodiöser Speed Metal, der knietief im klassischen Heavy Metal stand. Dann die ersten Gängeleien von irgendwelchen Tastatur- Bettnässern, die Band hätte mit "Diamonds" zu viele Hard Rock Elemente in ihren Sound integriert und würde da schon auf die großen Fleischtöpfe schielen. Was für eine gequirlte Scheisse!!!! Die Rolle rückwärts erfolgte mit dem harten "Death By Fire". Plötzlich hielten genau diese Zivilversager dann wieder die Fresse. Leider haben sich ENFORCER dann für ihr wahrscheinlich wirklich wegweisendes Album nicht genug Zeit gelassen; 2 Jahre späte folgte mit "From Beyond" ein typisches Copy + Paiste Album. Nicht schlecht, aber für ENFORCER einfach zu berechnend.

Nun soll mit "Zenith" die Zeit in Sachen Durchbruch zurückgedreht werden, der Titel soll nassforsch das Motto und den Status Quo vorgeben. 4 Jahre nach dem letzten Studioalbum präsentieren sich ENFORCER mit ziemlich verändertem Erscheinungsbild, welches an Celtic Frost zu Cold Lake Zeiten versus Skid Row versus Italo Porno Toyboys erinnert. (Bitte hier schreibt ein ebenso großer Frost wie auch Row Fan! d.Verf.,) 

Nun taxiert Bandleader Olof völlig richtig, das ENFORCER einfach das tun was sie wollen, aber den ziemlich käsigen Einstieg mit 'Die For The Devil' inklusive Def Leppard Chorus muss man erst mal verdauen, ebenfalls im Midtempo stolpert dann 'Zenith Of The Black Sun' voran und mit dem Konsens Speedster 'Searching For You' manifestiert sich das Dilemma, welches nicht nur ich mit mir rum schleppe. Was zur Hölle haben ENFORCER hier vor? Ihr eigenes Turbo Album schreiben? Übrigens, Turbo ist, war und bleibt ein echtes, starkes Priest Album! Ich ziehe diesen Vergleich nur, um einen etwaigen Diskurs zwischen diesen beiden Alben mal direkt zu verhindern!  Was die Kernkompetenz der Schweden war, wirkt auf diesem vor Earcandy nur so nach der Insulinspritze flehenden Album plötzlich wie ein Fremdkörper. Die Halbballade 'Regrets' geht in diesem Kontext sogar noch einigermaßen durch, der Pop Rocker 'Sail On' ist der nächste Tiefschlag, der ENFORCER Fan der ersten drei Alben taumelt bereits benommen mit seinem Glaskinn durch den Ring.

'One Thousand Years In Darkness' offeriert keineswegs die neue Epik im ENFORCER Sound, sondern eher Keyboard Effekte die ein Michale Cretu Mitte der 80er Jahre nicht besser hätte einspielen können.

Aber dann kommt der einsame Langstreckenläufer der Platte und rennt los: 'Thunder And Hell' ist der einzige Gruß aus der glorreichen Vergangenheit, einer Band die als neuer Fackelträger einer ganzen Szene gehandelt wurde. 'Ode To Death', ist als Rausschmeisser dann tatsächlich der zweite brauchbare Song auf "Zenith", ein schöner Metal Stampfer, mit der besten Gesangsleistung von Olof. 

"Zenith" wird polarisieren, spalten, vielleicht auch ärgern. Grundsätzlich sind es die Bands , die sich selbst treu bleiben und einfach machen, egal was andere denken, die den eigentlichen Spirit des Metal leben. Aber hier, trotz aller stilistischer Umbrüche, steckt einfach zu wenig Substanz drin und so werden auch in 10 oder 20 Jahren andere Leute immer noch von eben Turbo, dem schwarzem Metallica Album, oder Endorama von Kreator philosophieren, wenn es um krasse Stilbrüche geht, die die Szene tatsächlich bewegt und sogar verändert haben.

5 Points. Erschienen über Nuclear Blast.



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