Section: Reviews 42885Autor: Fetzer
Datum: 07.05.2019
Bereich: Reviews

Die Wikinger sind wieder da

Berserker

AMON AMARTH

Das neue Album von Amon Amarth ist meiner bescheidenen Meinung nach ein absoluter Kracher geworden. Seit über 25 Jahren sind die Schweden nun schon mit ihrem melodischen Death Metal und Wikingerthemen unterwegs. Oder ist es Viking Metal? Wohl auch. Oder ist es Heavy Metal mit Growlgesang? Letzteres trifft wohl insbesondere auf den neuen Longplayer 'Berserker' zu. Es gibt auch einige kleine Veränderungen zum letzten Werk, welches ja ein Konzeptalbum war. Auf diesem musste die Mucke rund um die bereits geschriebenen Texte komponiert werden. Auf 'Berserker' ist man wieder zur gewohnten Arbeitsweise zurückgekehrt, es stand also erst die Musik, dann kamen die Texte dazu. Produziert wurde in Los Angeles und zwar erstmalig vom Wahl-US-Amerikaner Jay Ruston, der absolut gute Arbeit geleistet hat und einen knalligen, warmen Sound erschaffen hat, der nicht nur die typischen Gitarren gut erklingen lässt, sondern auch Bass und Schlagzeug ballern super aus den Boxen. Apropos Schlagzeug, mit Jocke Wallgren hat man einen neuen Mann hinter der Schießbude sitzen.

Eine weitere Veränderung ist, deshalb sprach ich von Heavy Metal mit Growlgesang, dass die Twin Gitarren deutlich häufiger eingesetzt werden, als auf den vorherigen Alben, was schon sehr an Iron Maiden erinnern lässt. In 2 der insgesamt 12 Songs setzt Johan Hegg sogar kurz und stellenweise Klargesang ein, was bisher auch noch nicht vorkam. Sogar Akustikgitarren gibt es stellenweise zu hören, wie direkt beim Beginn des Openers 'Fafner's Gold'. Dezent werden auch Chöre und Orchesterparts eingesetzt. Aber keine Sorge, man erkennt Amon Amarth sofort, alleine durch die typischen Gitarren und den kraftvollen Gesang von Johan. Das Album knallt vom ersten bis zum letzten Stück. Es sind auch wieder großartige melodische Parts dabei, mitsingkompatible Refrains und Texte, die einen die Fäuste nach oben strecken lassen, aber zum Teil auch fast schon epische Teile. Natürlich geht es auf diesem Album wieder um Wikinger, Thor, Loki und Konsorten, eingeteilt in mythologische und geschichtliche Themen. Meinereiner überträgt das alles sowieso mitunter auf die heutige Zeit, in der man ja auch den einen oder anderen Kampf zu bewältigen hat.

Das letzte Album war wirklich nicht schlecht, aber 'Berserker' kommt mir irgendwie frischer und gleichzeitig knackiger vor. 'Twilight Of The Thunder God' ist eines meiner Lieblingsalben von Amon Amarth und 'Berserker' stelle ich jetzt schon auf eine Stufe mit diesem Klassiker. Nach mehrmaligem Lauschen sind mir jedenfalls einige Muskeln gewachsen, mein Piratentuch verwandelte sich in einen Wikingerhelm und mein Kartoffelschälmesser formte sich zu einem mächtigen Schwert und auch meine Katzen kamen mir plötzlich eher wie Tiger vor. Einzelne Songs hervorzuheben fällt mir schwer, denn eigentlich müsste ich alle nennen. 'Shield Wall' will mir beispielsweise nicht mehr aus dem Kopf oder die Hymne 'Mjölner, Hammer Of Thor'. 'The Berserker At Stamford Bridge' und 'Ironside' kommen kraftvoll und zum Teil episch daher. Aber auch 'Crack The Sky' und 'Raven's Flight' sind Hammersongs. Nein, das ganze Teil ist ein Hammer. Schaut euch nur einmal die Videoclips zu 'Shield Wall' und 'Raven's Flight' an. Veröffentlicht wurde das Album letzten Freitag, den 3.5.2019 über Sony Music.

 

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