Section: Reviews 5302Autor: Julia
Datum: 15.10.2005
Bereich: Reviews

Sleepless in Schweden

Hero

Divinefire

Es soll Menschen geben, die ohne Schlaf auskommen. Dazu gehört ganz sicher auch der Schwede Christian Rivel, der mit Divinefire bereits das zweite Album dieses Jahr veröffentlicht. Unter dem Titel „Hero“ gibt es hier wieder die volle Portion an allem, was man im Metal so unterbringen kann. Von Speed gepaart mit operesk-symphonischen Elementen bis hin zu Instrumentals mit klassischen Instrumenten - vor nichts scheint das Arbeitstier und Mastermind zurück zuschrecken. So kommt es vielleicht auch, dass sich die sechs Herren in schlappen 42:53min durch 10 Songs knüppeln. Woher die Zeit nehmen – wenn nicht stehlen?
Düstere doomige Gesangs-Elemente werden neben den sonstigen Schwülstigkeiten durch Keyboard in den eigenen Lobgesang „Divinefire“ eingeflochten. Zwischen knüppelnde Drums ist auch noch Platz für flinke Gitarren-Soli. An Schnelligkeit fehlt es diesem Album ganz sicher nicht, kaum hört der eine Song auf, schon brettert der nächste gnadenlos gen Maximum. Quasi eine Fahrt im Lamborghini bei der man an den nervigen Ampeln abbremsen muss. „United As One“ rutscht dann auch in die schmalzige Richtung ab. Herr Rivel packt die höheren Stimmlagen an und legt eine pathetische Nummer mit simplem Text aufs Parkett. Gezupfte Streichinstrumente, hohe Kunst am Hofe: „Cryptic Passages“ zeigt die gewohnte Fülle und eine reiche Komposition, die moderne und klassische Instrumente miteinander vereint. Das Instrumental watet noch einmal mit allem auf, großem Abwechslungsreichtum, Härte, Schnelligkeit, filigraner Instrumentierung eben dem, was man mit Divinefire verbindet.
Dann wagt man sich zum Schluss auch an Queen und covert „The Show Must Go On“. Ein Motto, das wie für Rivel gemacht zu sein scheint, denn mit seinem Label Rivel-Records und weiteren Bandverpflichtungen wie z.B. Narnia scheint er nicht genug zu haben. Um dieser Hymne noch den letzten Schliff zu verpassen, wurden Gastsänger Thomas Vikström (Ex-Candlemass) und die Popsängerin Maria Rådsten eingeladen. Zwar hält man sich genau an die Queen-Vorlage, dennoch gibt es eine Extra-Portion Bombast und fette Chöre, die dem reizvollen Zusammenspiel zwischen den kräftigen Männerstimmen und dem überraschend voluminösen Organ von Rådsten so richtig rund machen.
Wer also auf Sahnetorte mit einer Extra-Portion Sahne steht, diese am liebsten noch im Barock-Schloss verzehrt, der ist mit DivinefireÂ’s Hero gerade richtig bedient.


Julia



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