Section: Festivals 7559Autor: Amir
Datum: 22.08.2006
Bereich: Festivals















Sommer und sch├Ânes Wetter...

AMPHI FESTIVAL

Amphi-Festival 2006

Sommerzeit - Festivalzeit. Neben den bereits etablierten Festivals 
machte sich im letzten Jahr ein (noch) kleines aber nicht minder 
feines Festival auf, das Herz der Liebhaber dunkler Kl├Ąnge zu 
erobern. Das Amphi-Festival war geboren. Fand es im letzten Jahr  
(Nomen est Omen) noch im Gelsenkirchener Amphiteater statt, wurde es 
dieses Jahr in den nicht minder idyllischen K├Âlner Tanzbrunnen verlegt. Durch seine "pilzartigen" Schirme vor der Main-Stage und dem vielen Gr├╝n eine ideale Wahl, da 
man sich sowohl vor zuviel Sonne als auch vor den am Samstag 
herniederprasselnden Regenschauern sch├╝tzen konnte. 
 
Auch f├╝r ausreichendes Rahmenprogramm war gesorgt. Neben den 
obligatorischen Einkaufsm├Âglichkeiten auf dem Gel├Ąnde, wurde eine 
Geisterf├╝hrung durch K├Âln angeboten und w├Ąhrend der Umbaupausen 
konnte, mancher w├╝rde sagen: musste, man dem H├Ârspiel von Galina 
lauschen. Wer nach rund zehn Stunden Musik immer noch Lust und 
Kraft hatte, konnte sich auf der Aftershow-Party austoben. 
 
Wie auch schon im letzten Jahr er├Âffneten THIS MORN OMINA den Reigen 
des Wochenendes, gefolgt von CEPHALGY, die mit Songs ihrer beiden 
Alben " Finde Deinen D├Ąmon " und " Engel Sterben Nie" die Zuschauer 
schon zu fr├╝her Stunde begeistern konnten. Dazu beigetragen haben 
d├╝rfte sicherlich auch die Performance von Stella, welche hinter 
einem Parawan eine Art Schattentanz darbot. 
 
Als n├Ąchstes sendete WELLE:ERDBALL , wie auch schon im Vorjahr, ihre 
Signale an die Massen. Das B├╝hnenbild p├Ąsentierte sich in 
ansprechender Nostalgieobtik im Stil der 50 er Jahre. Neben 
Klassikern wie " Arbeit Edelt " oder " Mensch Aus Glas" wurden auch 
zwei neue Songs des im Herbst erscheinenden neuen Albums " Chaos 
Total " vorgestellt und von den Feiernden begeistert aufgenommen. 
Zugabenrufe mussten jedoch aufgrund des engen Zeitplans auch diesmal unerf├╝llt bleiben. 
 
 
 
UNHEILIG ging es weiter im Programm. Der Graf und seine Mitstreiter 
hatten die Menge vom ersten Augenblick an auf ihrer Seite. Die 
stimmungsvolle B├╝hnendeko mit jeder Menge Kerzen konnte nat├╝rlich 
aufgrund der Tageszeit ihre Wirkung nicht voll entfalten. Das tat 
der Partystimmung aber keinen Abbruch. Mit Songs wie " Ich Will Alles",  
"Sage Ja" und der Hymne "Freiheit" wurde gefeiert bis mit "Mein Stern" 
und einem Meer aus Wunderkerzen der Auftritt nach rund 40 Minuten zu 
Ende ging. 
 
 
Endlich konnten die zahlreich mitgebrachten finnischen Flaggen zum 
ersten Mal an diesem Wochenende gehisst werden. B├╝hne auf f├╝r 69 
EYES. Die f├╝nf Herren aus Helsinki rockten bereits mit ihrem Opener 
"Devils" richtig los. Diesmal komplett in die von Frontman Jyrki
69 so geliebten Skelett-Westen gewandet, wandelten 69 EYES auf den 
Spuren der Fields of the Nephilim und versuchten die fehlende 
Dunkelheit mit Unmengen an Nebel wieder wett zu machen. Die Freude, 
wieder in Deutschland zu spielen, konnte man 69 EYES anmerken und 
mit "Feel Berlin" wurde dem auch prompt Tribut gezollt. Von "Dance D┬┤Amour", ├╝ber "Framed In Blood", bis "Sisters Of Charity"  und dem Klassiker "Brandon Lee" zeigte das Quintett einen 
Querschnitt seines K├Ânnens und das wurde von den Fans auch 
entsprechend gew├╝rdigt. Goth `n` Roll ist back und wurde von den 
Helsinki Vampires geb├╝hrend zelebriert bevor sie sich nach rund 40 
Minuten Spielzeit mit "Lost Boys" von ihren Fans verabschiedeten. 
 
 
Musikalisch ging es nun einige Jahrhunderte zur├╝ck. SUBWAY TO SALLY 
mit ihrem mittelalterlich beeinflussten Rock. Bekannt f├╝r ihre 
mitreissende B├╝hnenshow kam das Puplikum auch heute Abend voll auf 
seine Kosten. Von Schneeflocken bis zu der, den realen Temperaturen 
n├Ąherkommenden Pyrotechnik, war alles dabei. In den ihnen zur 
Verf├╝gung stehenden 50 Min. zeigten SUBWAY TO SALLY eine gelungene 
Mischung ihres bisherigen Schaffens und ebneten den Weg f├╝r den Headliner des Abends: VNV NATION. 
 
VNV NATION, die auf dem Amphi-Festival ihr einziges Open Air Festival 
dieses Jahr gaben, sind immer ein Garant f├╝r volle H├Ąuser. So tummelte 
sich auch an diesem Abend die weit ├╝berwiegende Mehrzahl der Besucher 
vor der Mainstage, um mit Ronan Harris und Mark Jackson den Future-Pop zu feiern. 
Eing├Ąngige Beats gepaart mit schmeichelnden Melodien sind die St├Ąrke 
VNV┬┤S und so wurde auch heute zu Songs wie "Beloved" , "Darkangel" oder "Carbon" 
das Tanzbein geschwungen, bevor um 22 Uhr zumindest die musikalischen 
Pforten der Mainstage f├╝r heute geschlossen wurden. 
 
Wer genug von Musik hatte oder einfach seine kulturellen Horizont auch 
im literarischen Sinne erweitern wollte, konnte jetzt noch den 
Lesungen von Oswald Henke (Goethes Erben) und Christian von Alster lauschen. 
 
Auf der Theater-Stage ging das musikalischeTreiben indes jedoch munter weiter. 
 
Wundersch├Ân mit Kronleuchtern dekoriert und zumindest am Anfang auch 
noch mit ertr├Ąglichen Temperaturen gesegnet, bot die Theater-Stage 
eine bunte Mischung an Stilrichtungen. Wurden mit LOLA ANGST und 
CALMANDO QUAL noch recht ungewohnte Wege beschritten, war es mit 
COMBICHRIST Zeit f├╝r EBM. Vom ersten Beat an hatte COMBICHRIST die 
Menge in Ihrer Hand und machte aus dem Theater einen Hexenkessel. 
Definitiv der heimliche Headliner der Theater-Stage. 
 
Mit DIARY OF DREAMS wurde ein w├╝rdiger Abschluss gefunden. DIARY haben 
sich rar gemacht auf deutschen B├╝hnen. Umso gr├Â├čer war die Vorfreude, 
zumal heute Abend ein Best-Of Programm geboten werden sollte. Und an 
Material f├╝r eine Best-Of Show mangelt es DIARY OF DREAMS nun wirklich nicht. 
Mit leichter Versp├Ątung betraten Mastermind Adrian Hates und seine 
Mannen, wie immer in diffuses aber stimmungsvolles Licht getaucht, 
die B├╝hne. Dieses mal verst├Ąrkt am Keybord durch das ehemalige 
DIARY-Mitglied und DIORAMA-Frontman Torben Wendt der leider 
gr├Â├čtenteils im Dunkeln blieb. Vorbei die Zeiten, als, nennen wir es 
"au├čergew├Âhnliche" Kost├╝me, von der Musik ablenkten. So konnten 
Klassiker wie "Chemicals", "Rumours About Angels" und "Retaliation",
letzteres wieder n├Ąher an seiner urspr├╝nglichen Version, genossen 
werden. Weiterentwicklung gut und sch├Ân, es wird mir jedoch f├╝r 
immer ein R├Ątsel bleiben, warum grandiose Songs zugunsten eines 
neuen Gewandes auf Teufel komm raus ver├Ąndert werden m├╝ssen. Mit dem 
stimmungsvollen "Traumt├Ąnzer" endete der gut 60 min├╝tige Auftritt 
der Routiniers. Wie immer boten DIARY OF DREAMS eine anspruchsvolle 
Show, es w├Ąre jedoch gerade heute Abend zu w├╝nschen gewesen, mehr 
St├╝cken Raum zu geben, die 
man auf einem normalen DIARY Konzert nicht regelm├Ą├čig erlebt. 
 
 
Tag 2 
 
Die Temperaturen dank fehlender, k├╝hlender Regenschauer um einiges hei├čer als noch am Vortag, versprach auch das heutige Billing einen abwechslungsreichen Festivalgenuss. 
 
 
FROZEN PLASMA (ex NAMNAMBULU) gefolgt von FAUN er├Âffneten den zweiten 
Part des Amphifestivals bevor es mit DOPE STARS INC. rockig wurde. Bei 
ihrem ersten Open Air Auftritt in Deutschland versuchten die Italiener 
mit ihrem Mix aus harten Gitarren und Industrial ihre Fanschar in 
Deutschland zu vergr├Â├čern. So richtig wollte der Funke jedoch noch 
nicht ├╝berspringen, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Der 
Bericht ├╝ber die nachfolgenden FIXMER/MC CARTHY mussten zugunsten des 
Interviews mit Negative Frontmanns Jonne Aaron weichen. ( Interview: http://www.heavy-metal.de/?id=7416 )

Mit der LETZEn INSTANZ wurde es wieder partytauglich. Quasi als Probe f├╝r die kommende Tour absolvierten LETZTE INSTANZ auch beim diesj├Ąhrigen Amphi eine Art Support Gig f├╝r den Headliner des Abends SCHANDMAUL. Mit St├╝cken wie "Tanz", "Das Sch├Ânste Lied" oder "Das Stimmlein" (zwar ohne Gasts├Ąnger, daf├╝r aber mit lautstarker Unterst├╝tzung des Publikums), gab es knappe 40 Minuten gute Stimmung die nahtlos auf die nachfolgenden SAMSAS TRAUM ├╝berschwappte. 

Von der ersten Minute an war die Stimmung zwischen Band und Publikum hervorragend. Auf Songs wie "Es War Einmal", " Ein Foetus Wie Du" und der guten Nachricht f├╝r alle Fans, dass Daniel die Band nicht verlassen w├╝rde, wurden die Zugabenrufe der Zuschauer ausnahmsweise erf├╝llt und mit "Kugel Im Gesicht" verabschiedeten sich SAMSAS TRAUM, um die B├╝hne f├╝r sicher eine der umstrittensten Bands des Abends freizugeben. 
 
Im wahrsten Sinne des Wortes Farbe ins Spiel brachten die sechs Jungs 
von NEGATIVE. Vor allem die m├Ąnnlichen Zuschauer verliessen in der Umbaupause zwischen SAMSAS TRAUM und NEGATIVE erstmal den Platz vor der B├╝hne, so dass die ersten Reihen frei waren f├╝r die zahlreich angereisten Fans und finnischen Flaggen. Das ├Ąnderte sich jedoch bald nach Beginn des Konzerts. Wie immer voller Energie und Spielfreude wurde losgerockt, so dass auch den Nicht-NEGATIVE-Fans bald klar wurde: hier bekommt man was geboten f├╝r sein Geld. In der knapp bemessenen Zeit gab es mit "L.A. Feeding" , den Hitsingles "In My Heaven" und "The Moment Of Our Love" einen ├ťberblick ├╝ber die beiden bereits erschienenen Alben "War Of Love" (nur als Import zu bekommen) und "Sweet & Deceitful". Dass die Fans bereits bekannte Songs textsicher mitsingen, ist sicher nichts besonderes. Dass jedoch auch die kommende Single "Planet Of The Sun" vom im September erscheinenden Album " Anorectic" genauso frenetisch gefeiert wurde, zauberte auch dem ohnehin schon gutgelaunten Frontmann Jonne Aaron ein noch breiteres Grinsen ins Gesicht. Nahtlos gelingt es NEGATIVE mit "Planet of the Sun" an das bew├Ąhrte Erfolgsrezept anzukn├╝pfen, ohne sich dabei zu wiederholen. Mit dem stimmungsvollen "Until You┬┤re Mine" wurde das Ende des Konzertes eingel├Ąutet. Auch wenn sich NEGATIVE von dem ├╝brigen Billing abhoben, war ihr Einsatz doch zu 100 % berechtigt und eine gelungene Unterbrechung der Wartezeit auf die im November startende Deutschlandtour. 
 
Weg mit den Gitarren, hin zu Elektro. Es wurde Zeit f├╝r AND ONE. Frontmann Steve Naghavi, trotz der hohen Temperaturen in edlen Zwirn gewandet, nutzte die Gunst der Stunde und feuerte die bereits gut gelaunte Menge mit Tanzfl├Ąchenknallern wie "Metalhammer", "Technoman" und dem Uralt-Klassiker "Deutschmaschine" zu weiteren H├Âchstleistungen an. Das CURE Cover "The Walk" stellte sicherlich einen der H├Âhepunkte des gelungenen Auftritts von AND ONE dar. Wem der Auftritt noch nicht gen├╝gte, der sei auf die im Herbst beginnende Tour hingewiesen. 
 
Auch das sch├Ânste Festival muss einmal enden und so kamen mit SCHANDMAUL noch einmal die zahlreichen Fans mittelalterlicher Elemente wie z.B. Schalmeien auf Ihre Kosten und konnten den Headliner des Abends ausgiebig feiern. Die ├╝berwiegend aus dem aktuellen Album "Mit Leib Und Seele" dargebotenen St├╝cke trafen auf rege Gegenliebe, so dass gegen 22 Uhr eine befriedigte Menge den Tanzbrunnen verlassen konnte. 
 
Alles in Allem ein sehr erlebnisreiches und gelungenes Wochende. Sch├Ânes Wetter, grandiose Stimmung, schnelle Umbauphasen und bis auf die Autogramstunden ein reibungsloser Ablauf. Bereits im zweiten Jahr hat sich das Amphi-Festival einen festen Platz im Reigen der deutschen Festivals erarbeitet!

(Bericht und Fotos von Ilka Drockner)



.


^^^ BACK TO TOP ^^^
© 1998-2012 by www.Heavy-Metal.de