Sommer und schönes Wetter... Unsere Ilka schwärmte aus und hier kommt ihr Bericht mit Bildern aus ihrem Knipsapparat... AMPHI FESTIVAL Amphi-Festival 2006
Sommerzeit - Festivalzeit. Neben den bereits etablierten Festivals machte sich im letzten Jahr ein (noch) kleines aber nicht minder feines Festival auf, das Herz der Liebhaber dunkler Klänge zu erobern. Das Amphi-Festival war geboren. Fand es im letzten Jahr (Nomen est Omen) noch im Gelsenkirchener Amphiteater statt, wurde es dieses Jahr in den nicht minder idyllischen Kölner Tanzbrunnen verlegt. Durch seine "pilzartigen" Schirme vor der Main-Stage und dem vielen Grün eine ideale Wahl, da man sich sowohl vor zuviel Sonne als auch vor den am Samstag herniederprasselnden Regenschauern schützen konnte. Auch für ausreichendes Rahmenprogramm war gesorgt. Neben den obligatorischen Einkaufsmöglichkeiten auf dem Gelände, wurde eine Geisterführung durch Köln angeboten und während der Umbaupausen konnte, mancher würde sagen: musste, man dem Hörspiel von Galina lauschen. Wer nach rund zehn Stunden Musik immer noch Lust und Kraft hatte, konnte sich auf der Aftershow-Party austoben. Wie auch schon im letzten Jahr eröffneten THIS MORN OMINA den Reigen des Wochenendes, gefolgt von CEPHALGY, die mit Songs ihrer beiden Alben " Finde Deinen Dämon " und " Engel Sterben Nie" die Zuschauer schon zu früher Stunde begeistern konnten. Dazu beigetragen haben dürfte sicherlich auch die Performance von Stella, welche hinter einem Parawan eine Art Schattentanz darbot. Als nächstes sendete WELLE:ERDBALL , wie auch schon im Vorjahr, ihre Signale an die Massen. Das Bühnenbild päsentierte sich in ansprechender Nostalgieobtik im Stil der 50 er Jahre. Neben Klassikern wie " Arbeit Edelt " oder " Mensch Aus Glas" wurden auch zwei neue Songs des im Herbst erscheinenden neuen Albums " Chaos Total " vorgestellt und von den Feiernden begeistert aufgenommen. Zugabenrufe mussten jedoch aufgrund des engen Zeitplans auch diesmal unerfüllt bleiben. UNHEILIG ging es weiter im Programm. Der Graf und seine Mitstreiter hatten die Menge vom ersten Augenblick an auf ihrer Seite. Die stimmungsvolle Bühnendeko mit jeder Menge Kerzen konnte natürlich aufgrund der Tageszeit ihre Wirkung nicht voll entfalten. Das tat der Partystimmung aber keinen Abbruch. Mit Songs wie " Ich Will Alles", "Sage Ja" und der Hymne "Freiheit" wurde gefeiert bis mit "Mein Stern" und einem Meer aus Wunderkerzen der Auftritt nach rund 40 Minuten zu Ende ging. Endlich konnten die zahlreich mitgebrachten finnischen Flaggen zum ersten Mal an diesem Wochenende gehisst werden. Bühne auf für 69 EYES. Die fünf Herren aus Helsinki rockten bereits mit ihrem Opener "Devils" richtig los. Diesmal komplett in die von Frontman Jyrki 69 so geliebten Skelett-Westen gewandet, wandelten 69 EYES auf den Spuren der Fields of the Nephilim und versuchten die fehlende Dunkelheit mit Unmengen an Nebel wieder wett zu machen. Die Freude, wieder in Deutschland zu spielen, konnte man 69 EYES anmerken und mit "Feel Berlin" wurde dem auch prompt Tribut gezollt. Von "Dance D´Amour", über "Framed In Blood", bis "Sisters Of Charity" und dem Klassiker "Brandon Lee" zeigte das Quintett einen Querschnitt seines Könnens und das wurde von den Fans auch entsprechend gewürdigt. Goth `n` Roll ist back und wurde von den Helsinki Vampires gebührend zelebriert bevor sie sich nach rund 40 Minuten Spielzeit mit "Lost Boys" von ihren Fans verabschiedeten. Musikalisch ging es nun einige Jahrhunderte zurück. SUBWAY TO SALLY mit ihrem mittelalterlich beeinflussten Rock. Bekannt für ihre mitreissende Bühnenshow kam das Puplikum auch heute Abend voll auf seine Kosten. Von Schneeflocken bis zu der, den realen Temperaturen näherkommenden Pyrotechnik, war alles dabei. In den ihnen zur Verfügung stehenden 50 Min. zeigten SUBWAY TO SALLY eine gelungene Mischung ihres bisherigen Schaffens und ebneten den Weg für den Headliner des Abends: VNV NATION. VNV NATION, die auf dem Amphi-Festival ihr einziges Open Air Festival dieses Jahr gaben, sind immer ein Garant für volle Häuser. So tummelte sich auch an diesem Abend die weit überwiegende Mehrzahl der Besucher vor der Mainstage, um mit Ronan Harris und Mark Jackson den Future-Pop zu feiern. Eingängige Beats gepaart mit schmeichelnden Melodien sind die Stärke VNV´S und so wurde auch heute zu Songs wie "Beloved" , "Darkangel" oder "Carbon" das Tanzbein geschwungen, bevor um 22 Uhr zumindest die musikalischen Pforten der Mainstage für heute geschlossen wurden. Wer genug von Musik hatte oder einfach seine kulturellen Horizont auch im literarischen Sinne erweitern wollte, konnte jetzt noch den Lesungen von Oswald Henke (Goethes Erben) und Christian von Alster lauschen. Auf der Theater-Stage ging das musikalischeTreiben indes jedoch munter weiter. Wunderschön mit Kronleuchtern dekoriert und zumindest am Anfang auch noch mit erträglichen Temperaturen gesegnet, bot die Theater-Stage eine bunte Mischung an Stilrichtungen. Wurden mit LOLA ANGST und CALMANDO QUAL noch recht ungewohnte Wege beschritten, war es mit COMBICHRIST Zeit für EBM. Vom ersten Beat an hatte COMBICHRIST die Menge in Ihrer Hand und machte aus dem Theater einen Hexenkessel. Definitiv der heimliche Headliner der Theater-Stage. Mit DIARY OF DREAMS wurde ein würdiger Abschluss gefunden. DIARY haben sich rar gemacht auf deutschen Bühnen. Umso größer war die Vorfreude, zumal heute Abend ein Best-Of Programm geboten werden sollte. Und an Material für eine Best-Of Show mangelt es DIARY OF DREAMS nun wirklich nicht. Mit leichter Verspätung betraten Mastermind Adrian Hates und seine Mannen, wie immer in diffuses aber stimmungsvolles Licht getaucht, die Bühne. Dieses mal verstärkt am Keybord durch das ehemalige DIARY-Mitglied und DIORAMA-Frontman Torben Wendt der leider größtenteils im Dunkeln blieb. Vorbei die Zeiten, als, nennen wir es "außergewöhnliche" Kostüme, von der Musik ablenkten. So konnten Klassiker wie "Chemicals", "Rumours About Angels" und "Retaliation", letzteres wieder näher an seiner ursprünglichen Version, genossen werden. Weiterentwicklung gut und schön, es wird mir jedoch für immer ein Rätsel bleiben, warum grandiose Songs zugunsten eines neuen Gewandes auf Teufel komm raus verändert werden müssen. Mit dem stimmungsvollen "Traumtänzer" endete der gut 60 minütige Auftritt der Routiniers. Wie immer boten DIARY OF DREAMS eine anspruchsvolle Show, es wäre jedoch gerade heute Abend zu wünschen gewesen, mehr Stücken Raum zu geben, die man auf einem normalen DIARY Konzert nicht regelmäßig erlebt. Tag 2 Die Temperaturen dank fehlender, kühlender Regenschauer um einiges heißer als noch am Vortag, versprach auch das heutige Billing einen abwechslungsreichen Festivalgenuss. FROZEN PLASMA (ex NAMNAMBULU) gefolgt von FAUN eröffneten den zweiten Part des Amphifestivals bevor es mit DOPE STARS INC. rockig wurde. Bei ihrem ersten Open Air Auftritt in Deutschland versuchten die Italiener mit ihrem Mix aus harten Gitarren und Industrial ihre Fanschar in Deutschland zu vergrößern. So richtig wollte der Funke jedoch noch nicht überspringen, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Der Bericht über die nachfolgenden FIXMER/MC CARTHY mussten zugunsten des Interviews mit Negative Frontmanns Jonne Aaron weichen. ( Interview: http://www.heavy-metal.de/?id=7416 )
Mit der LETZEn INSTANZ wurde es wieder partytauglich. Quasi als Probe für die kommende Tour absolvierten LETZTE INSTANZ auch beim diesjährigen Amphi eine Art Support Gig für den Headliner des Abends SCHANDMAUL. Mit Stücken wie "Tanz", "Das Schönste Lied" oder "Das Stimmlein" (zwar ohne Gastsänger, dafür aber mit lautstarker Unterstützung des Publikums), gab es knappe 40 Minuten gute Stimmung die nahtlos auf die nachfolgenden SAMSAS TRAUM überschwappte.
Von der ersten Minute an war die Stimmung zwischen Band und Publikum hervorragend. Auf Songs wie "Es War Einmal", " Ein Foetus Wie Du" und der guten Nachricht für alle Fans, dass Daniel die Band nicht verlassen würde, wurden die Zugabenrufe der Zuschauer ausnahmsweise erfüllt und mit "Kugel Im Gesicht" verabschiedeten sich SAMSAS TRAUM, um die Bühne für sicher eine der umstrittensten Bands des Abends freizugeben. Im wahrsten Sinne des Wortes Farbe ins Spiel brachten die sechs Jungs von NEGATIVE. Vor allem die männlichen Zuschauer verliessen in der Umbaupause zwischen SAMSAS TRAUM und NEGATIVE erstmal den Platz vor der Bühne, so dass die ersten Reihen frei waren für die zahlreich angereisten Fans und finnischen Flaggen. Das änderte sich jedoch bald nach Beginn des Konzerts. Wie immer voller Energie und Spielfreude wurde losgerockt, so dass auch den Nicht-NEGATIVE-Fans bald klar wurde: hier bekommt man was geboten für sein Geld. In der knapp bemessenen Zeit gab es mit "L.A. Feeding" , den Hitsingles "In My Heaven" und "The Moment Of Our Love" einen Überblick über die beiden bereits erschienenen Alben "War Of Love" (nur als Import zu bekommen) und "Sweet & Deceitful". Dass die Fans bereits bekannte Songs textsicher mitsingen, ist sicher nichts besonderes. Dass jedoch auch die kommende Single "Planet Of The Sun" vom im September erscheinenden Album " Anorectic" genauso frenetisch gefeiert wurde, zauberte auch dem ohnehin schon gutgelaunten Frontmann Jonne Aaron ein noch breiteres Grinsen ins Gesicht. Nahtlos gelingt es NEGATIVE mit "Planet of the Sun" an das bewährte Erfolgsrezept anzuknüpfen, ohne sich dabei zu wiederholen. Mit dem stimmungsvollen "Until You´re Mine" wurde das Ende des Konzertes eingeläutet. Auch wenn sich NEGATIVE von dem übrigen Billing abhoben, war ihr Einsatz doch zu 100 % berechtigt und eine gelungene Unterbrechung der Wartezeit auf die im November startende Deutschlandtour. Weg mit den Gitarren, hin zu Elektro. Es wurde Zeit für AND ONE. Frontmann Steve Naghavi, trotz der hohen Temperaturen in edlen Zwirn gewandet, nutzte die Gunst der Stunde und feuerte die bereits gut gelaunte Menge mit Tanzflächenknallern wie "Metalhammer", "Technoman" und dem Uralt-Klassiker "Deutschmaschine" zu weiteren Höchstleistungen an. Das CURE Cover "The Walk" stellte sicherlich einen der Höhepunkte des gelungenen Auftritts von AND ONE dar. Wem der Auftritt noch nicht genügte, der sei auf die im Herbst beginnende Tour hingewiesen. Auch das schönste Festival muss einmal enden und so kamen mit SCHANDMAUL noch einmal die zahlreichen Fans mittelalterlicher Elemente wie z.B. Schalmeien auf Ihre Kosten und konnten den Headliner des Abends ausgiebig feiern. Die überwiegend aus dem aktuellen Album "Mit Leib Und Seele" dargebotenen Stücke trafen auf rege Gegenliebe, so dass gegen 22 Uhr eine befriedigte Menge den Tanzbrunnen verlassen konnte. Alles in Allem ein sehr erlebnisreiches und gelungenes Wochende. Schönes Wetter, grandiose Stimmung, schnelle Umbauphasen und bis auf die Autogramstunden ein reibungsloser Ablauf. Bereits im zweiten Jahr hat sich das Amphi-Festival einen festen Platz im Reigen der deutschen Festivals erarbeitet!
(Bericht und Fotos von Ilka Drockner)
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