Hier haben wir mal wieder eine Ausnahmeband, wie sie im Buche steht. Zu Buche schlägt, daß mich diese Scheibe umgerissen hat. Dat ist dat Ding, ey, wo voll gut is.

Heute sprach ich mit "I'mStillOnTheRoad" Jason Gilardi, Drummer der Band. Sie waren in irgendeinem Hotel - irgendwo in den USA - irgendwo far from nowhere. Ich mußte nach Ed Knoll fragen - Zimmer Nr. 330. / ring, ring (schell, schell)



S: Am I talkin' to Jason?

J: Yes you are. How are ya doin'?

S: Very o.k.! Ich hatte schon mal probiert, dich zu erreichen, aber keiner kannte dich. Du armer Mensch.

J: Yeah. I heared it's getting really cold out there!

S: Das ist in Ordnung. Ich mag es kalt - besser als in der Sonnenglut auf den Abend zu warten. Mach dir nichts draus - ich bin anders als die anderen.

J: Das ist sehr o.k. - so ist die Sache immer spannend. Wir haben gerade einen Tag Pause. Die Tour, die wir gerade machen, hält uns allerdings sehr auf Trab. Heute können wir aber alles hängen lassen.

S: Seit wann seid ihr Bengels nun auf Tour?

J: Das ist eine gute Frage. Unser Album kam in den Staaten im August raus. Die Tour begann zu dieser Zeit - having a good time. Wir sind so gut wie jeden Tag in anderen Städten. Wir waren sehr viel an der East Coast, und demnächst grasen wir alles andere ab. Evtl. spielen wir bei dieser Tour wirklich überall.

S: Auch auf dem Mars?

J: Wenn sie uns da spielen lassen machen wir's.

S: Habt ihr auch schon in Europa gespielt?

J: Vor einem Monat waren wir in Deutschland - in Hamburg. Dort spielten wir einmal und hatten dann zwei Tage frei. Das war wunderbar. Wir hatten eine super Zeit - hatten tolle Leute getroffen, uns die Gegend (ey, lauter Gegend...Susanne) angeschaut. Wir empfanden Hamburg als seeehr interessant.

S: Reeperbahnjunkies, he?

J: Ha. Wenn wir jedenfalls demnächst kommen, möchten wir mehr Städte mitnehmen. Du bist aus Hamburg?

S: Nee, aus Duisburg bei Düsseldorf. Von wo seid ihr Jungs?

J: Ich komme aus Los Angeles, California. Unser Sänger ist aus Arizona und die anderen sind aus Oklahoma.

S: Klingt sehr gemischt. Seid ihr ebenso verschiedene Charaktere?

J: Absolutely.

S: Und wo habt ihr euch das erste mal getroffen?

J: Unser Sänger und der Gitarrist sind zusammen zum College gegangen in L.A.! Dort haben sie irgendwie die Oklahoma Jungs kennengelernt. Es ist sehr familiär mit uns zusammen. 1993 haben wir schon mit der Band angefangen. Das ist auch eine sehr lustige und abenteuerliche Geschichte. Wir haben wirklich alles verkauft, was wir unser Eigen genannt haben - angefangen von Möbeln, die Wohnungen usw. Dann schmissen wir zusammen und haben uns einen Van gekauft, um das Touren zu beginnen.

S: Ist das nicht, zumindest für die Anfangszeit, ein Risiko? Man kennt sich ja schließlich noch nicht. Das kann ein Schuß nach hinten sein.

J: Da hast du schon recht. Aber wir kennen uns schon sehr gut, wir wollten es damals unbedingt so, so daß wir uns einen Scheiß um die Risiken gekümmert haben. Wir hatten großes Glück. Es war immer lustig, und wir haben bis jetzt nichts davon bereut. Anfangs tourten wir für nur zwei Wochen, dann wurde es immer mehr, und irgendwann waren wir gar nicht mehr zu Hause. Und das geht das ganze Jahr so. Die USA sind so groß, daß es viel zu touren gibt.

S: Ihr habt einmal auf dem Schiff "USS Enterprise" gespielt?!

J: Das war ein Riesenspaß. Wir sind auf den Atlantik Ozean raus geflogen und landeten direkt auf dem Schiff. Wir hatten dort eine tolle Show gespielt. Die ganze Nacht waren wir an Bord und hatten richtig einen drauf gemacht. Wo das Schiff jetzt ist, weiß ich allerdings nicht. (Seit Eurer Fete vermißt, ha ha ha - Susanne)

S: Ihr hattet 1997 schon mal ein Album gemacht, nicht wahr?

J: Ja. Unser erstes Album kam 1997 raus. Wir machten 4 Idependent CDs, die wir selber aufgenommen hatten - auf eigene Finanzierung. Und diese ist die erste auf Hollywood Records - quasi eine Best Of von all unseren Stücken, wenn man so will. Das war im April 1997. Seitdem touren wir.

S: Wow. Das gerade genannte Album heißt "Monsoon". Ist das sehr viel anders als das neue Werk?

J: Not really. Das neue Album ist besser produziert, klingt dementsprechend besser und fetter. Ich denke, unser Songwriting ist ebenfalls besser geworden. Das bleibt dabei nicht aus.

S: Wenn ihr nun live spielt, klingt das so wie auf der Platte, oder hätte man evtl. Wiedererkennungsschwierigkeiten?

J: Live ist es heavier als auf der Platte. Wenn du die Platte magst, dann liebst du unsere Live Show.

S: Ich find's geil, daß ihr relativ zeitlose Rockmusik macht. Das gefällt.

J: Thanx. Wir finden's auch geil, ha ha ha.

S: Findet ihr noch Zeit Stücke zu schreiben, wenn ihr ständig unterwegs seid?

J: Nun, ja. Irgendwie geht das immer. Jim, der Sänger, schreibt alle Texte. Er kommt auch mit der Hauptidee an. Er teilt sie uns anhand eines Gitarrenriffs mit, und wir alle arbeiten dann daran. We just work it, work it, workt it - until we all like it. Also, egal wo wir sind - uns fällt immer etwas ein. Manchmal im Hotel, oder auch beim Soundcheck. Da haben wir immer etwas Zeit, unsere Ideen auszuchecken. Da macht es auch am meisten Spaß. Im Dezember haben wir eine Woche frei. Dann werden wir viel zusammenstellen und auf Tape aufnehmen und uns sodann wundern und fragen "where did we work on last year?" Es ist also wirklich nicht sehr schwer, immer aktuelle oder auch persönliche Themen zu finden. Wichtig ist immer, die Lyrics zu lesen, um unsere Musik zu verstehen. Es steht kein besonderes Konzept dahinter, jedes Stück ist einzeln für sich stehend.

S: Ich stelle mir das übelst schwer vor - touren, Stücke schreiben, proben. Braucht ihr nicht einen 30 Stunden Tag und alles gebügelt zu kriegen?

J: Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Es klappt immer. Wir sind Nachtschichtler - tagsüber schlafen wir oft, nachts ist Fete angesagt, ha ha ha. Na ja, wir führen kein so wildes Leben. Wir finden das eher normal. Wichtig dabei ist, daß wir so super miteinander klar kommen. Andererseits wäre das eine Qual. Wir sitzen mit 6 anderen Typen im Bus - fahren durch die Landschaft, haben niemals richtig Zoff. Wir sprechen über alles was wir nicht in Ordnung finden, und so ist es very easy to get along.

S: Das ist wichtig. Ich habe schon Bands gesehen, die live "ihren Job" erledigten - ohne Freude am spielen - das war das Dokument des Grauens. Diese Bands waren zwar soundtechnisch perfekt, aber dafür würde ich keinen Penning mehr ausgeben. Eine Band muß spielfreudig sein - das steckt an - mit breitem Grinsen, wenn man sich mal verspielt und gut...

J: Ganz genau so sehen wir das auch. Wenn du Caroline Spine live siehst, bekommst du einen "vibe" dafür, was wir mögen und was nicht. Das kommt auch rüber. Wir hüpfen und rennen was das Zeug hält, ha ha ha. Viele Bands ziehen ihren Standard ab - bei uns ist jede Show anders. Wenn wir keinen Spaß dabei hätten, würden wir was anderes machen. Viele Leute kamen bis jetzt zu uns sagten uns, daß sie unsere Show mögen, obwohl sie keine Rock Musik hören. Und das spricht doch für uns, oder?

S: Auf jeden Fall. Wann wird "Attention Please", das neue Album, hier in Deutschland und Europa veröffentlicht?

J: Es kam schon raus. Das Feedback war supergut. Es gab schon gute Resonanzen bei den Interviews und wir hoffen, endlich Europa abzutouren. Wenn es genau so gut wird wie neulich im Hamburg, dann haben wir nichts zu befürchten.

S: Erinnert ihr euch, bei so vielen Gigs, schon mal an Besonderheiten in einer Stadt?

J: Oh ja. Besonders dann ist es so, wenn wir lange Fahrten vor uns haben. Dann sprechen wir über gerade vergangenes. We also videotape almost everything. Das frischt die Gedanken immer wieder auf. Wenn wir uns das anschauen, gibt es immer ein lautes Lachen um uns herum.

S: Ihr macht einen Moviesoundtrack?

J: Das haben wir, ja, sogar zwei bis jetzt. Vielleicht kommen andere Angebote dazu - wer weiß?

S: Ihr müßt unbedingt auf Tour kommen...

J: Finde ich auch. Möglicherweise besteht die Chance im Februar. Wir checken noch die Details aus.

S: Was für Musik hört ihr Leutchen eigentlich? Ist das bei euch unterschiedlich?

J: Ich und der Basser Scott lieben Rock und den 80iger Metal. Der Gitarrist Mark mag Hendrix und S. Ray Vaughn. Unser Sänger hört sich alles an. Im Van wird Rock gehört. Wenn du das nicht magst, mußt du eben die Kopfhörer aufsetzen.

S: Was wird denn nun in Kürze bei euch passieren?

J: In Amerika werden wir unsere nächste Single im Januar veröffentlichen. Dann werden wir nächsten Monat mit Queensryche auf Tour gehen, und heute abend spielen wir mit Filter. Heute supporten wir mal eine Band.

S: Wir schwätzen nochmal, wenn ihr hier seid?

J: Cool, auf jeden Fall. We'll hang around and drink some beer.

S: Cool, auf jeden Fall. Ich stelle das Bier schon mal kalt.

C ya guys on tour. Ich freue mich schon und bleibe natürlich am Ball. So ne Kapelle sollte man sich nicht entgehen lassen. Sie sind frisch - sie sind knackig - sie machen tolle Musik. Herüber mit Euch, Ihr Schelme.