WACKEN '99 - Sonne, Nebel, Regen ...

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zum Wacken 1998 Bericht ...

Willkommen zu unserem Bericht ueber das deutsche Großereignis in Sachen Metal - die Jubilaeumsausgabe des WACKEN Open Air.

Freitag, 06.08.1999

Nach einer schweißtreibenden Anreise konnten wir gegen 16 Uhr THE SYGNET anchecken. Auf einer der kleineren Buehnen des WACKEN-Open-Air gab sich das hoffnungsvolle deutsche Sideprojekt (?) die Ehre.

Nachdem auf 2 von 4 Buehnen gleichzeitig gespielt wird, sind natuerlich immer die Fronten gespalten, aber die Veranstalter haben stilistisch bereits eine Vorauswahl getroffen und so sollte es hoffenntlich wenige Ueberschneidungen der Geschmaeker geben.

Mit 'Tears of rage' und 'Devil in disguise' spielten Michael Mueller am Bass und Andre Hilgers am Drumkit hinter Saenger Michael Bormann freudig auf und man zeigte sich sichtlich geruehrt ueber die gute Resonanz.

Melodischer Metal mit reichlich mitreisenden Gitarrenparts von Meisterklampfer Alex Beyrodt (Bekannt aus dem Stall von SINNER) neben treibenden Drums und Basslines.

Das 10. WACKEN-Open-Air hatte erneut ein sensationelles Billing und (Hallo Holland!!) eine klasse Organisation (CMM-Team - Ihr rockt!! Natuerlich auch alle anderen Beteiligten, die es moeglich gemacht haben !!).

Das Wetter war ein Geschenk an die 'Daheimgebliebenen' Metalfreaks aus der ganzen Welt. Strahlender Sonnenschein und schon gestern hatte das Fussballteam um Goetz Kuehnemund triumphieren koennen (Was fuer ein Start inns Wochenennde !?).

Next up waren DOKKEN, die mit Stuecken wie 'Erase the slate' (Titelstueck der aktuellen Scheibe), 'Kiss of death' und 'Into the fire' losfegten und sich als Publikumsmagnet entpuppten.

Anscheinend hat man nichts verlernt, dies bewies man z.B. mit dem 'neuen Track' so Don Dokken 'We are gonna break the chains' von 1982. Ein spielfreudiger Reb Beach und Derwisch Don Dokken raeumten auf der Buehne auf und ließen dutzende Funken ueberspringen.

So gut man insgesamt die Organisation bewerten muß, so undurchsichtig gestaltete sich der Ablaufplan. Groesster Schocker war sicherlich die Absage des TWISTED SISTER-Auftritts. Aus rechtlichen Gruenden musste man passen als Ersatz verpflichtete man kurzfristig die Daenenlegende D.A.D., die schon vor einigen Jahren eine feste Groesse auf dem W:O:A gewesen war.

Ansonsten Absagen und Verschiebungen wohin man blickte. Mal sehen was da noch auf uns zukommt. Erstmal sollte es ROLAND GRAPOW mit seiner Combo bringen - er glaenzte auch, wie nach dem Genuß seiner letzten CD nicht anders zu erwarten, durch virtuoses Saitenspiel. Am Drumkit ließ Multifunktionsdrummer Mike Terrana das Podest wackeln.

Ausnahmekeyboarder Ferdi Doernburg sorgte fuer tastengesteuerte Unterstuetzung. Mit Stuecken wie 'A heartbeat away' brachte man mal etwas fuer's Herz 80er-Metal at it's best. Das waren PARIAH. Obwohl zeitlich etwas vorversetzt boten die verrueckten Englaender, die sich zu 60% aus der U.K.-Kultfidelcombo SKYCLAD rekrutieren, eine kraftvolle Show.

Neuerdings verstaerkt durch Drummer Dave Ingraham ließ man es ausserhalb des eigentlichen Festivalgelaendes krachen. War der Andrang maeßig war, die Resonanz doch gewaltig auch SKYCLAD-Frau Georgina war vor der Buehne dabei.

Man spielte 'Unity' und 'Key of oblivion'. Die Tatsache, daß die Musik von PARIAH aber auch garnichts mit dem Stil von SKYCLAD zu tun hat, machte die Sache so interessant fuer jedermann.

Keine Weltinnovation, aber klassische Einfluesse in ueberzeugender Weise dargeboten. Punktgenaue Gitarrenarbeit von Steve Ramsey, Druck von hinten durch einen maechtigen Drumsound, Bean am Bass wie immer ueber jeden Zweifel erhaben.

DESTRUTION, die deutsche Kultcombo ist zurueck. Zu Titeln wie 'Torment' ließ man die Menge kochen. Die Security hatte alle Hande voll zu tun, die Meute zu baendigen. Unter dem legendaeren 'Mad butcher'-Logo gab man maechtig Gas.

Zur gleichen Zeit am anderen Ort. Die Suender um Matt Sinner geben sich die Ehre. 'Judgement day' ließ Axel Beyrodt erneut glaenzen und waehrend nicht weit entfernt DESTRUCTION laermten boten die Mannen neben Meister Naumann an der Gitarre (Mit topmodischem Buerstenhaarschnitt). Melodisch druckvolles Programm aus verschiedenen Bandepochen erfreute die Menge.

GIRLSCHOOL wurden als weibliche Antwort auf MOTORHEAD anngekuendigt. Diesem Statement wurde man auch ziemlich gerecht. 4 Maedels reiferen Alters, die sich davon nicht abhalten ließen Gas zu geben und damit mancher Maenner-Combo Neid ins Gesicht zu treiben. Mann (Frau) beherrschte seine Instrumente, wie es ein solcher Musikstil eben erfordert und stimmte Songs wie 'Future clash' an.

Fuer neugierige Spekulationen im Vorfeld hatte die Umstrukturierung von RAGE gesorgt. Wen wuerde Peavy Wagner mit nach Wacken bringen !?

Am Schlagzeug ein bekanntes Gesicht - Mike Terrana und an der Gitarre mit Viktor Smolski ebenfalls kein Namenloser. Gemeinsam spielte man 'From the cradle to the grave', 'Days of december' und 'Solitary man'. Fuer Mike Terrana hat sich der Besuch beim W:O:A ja echt gelohnt - durch solche Mehrfachauftritte kommt garantiert keine Langeweile auf.

Vom Album 'XIII' gab's 'Immortal sin' und irgendwie wirkte die große Buehne seltsam leer mit dieser RAGE-Notbesetzung. Mit weiteren Stuecken wie 'Turn the page' lieferte man eine solide Leistung ab und Peavy zeigte sich mit der Publikumsreaktion sehr zufrieden. So einige Kilometer vom Ruhrpott entfernt wurde man begeistert empfangen und bedankte sich mit 'Don't you fear the winter'.

MERYFUL FATE - In bester Laune kuendigt uns der King ein Programm aus neuerem Material und 'Klassischem' an unnd eben solches wurde dann auf die Menge abgefeuert. Spielfreudig und bewegungsreich wie gewohnt gab es eine Stunde Show vom Feinsten.

Man kann ohne Uebertreibung von einem gelungenen Warm up fuer die folgenden SAXON sprechen. Fuer mich ist es schon zu diesem Zeitpunkt das Festival der verlorenen Stifte. Gerade schreibe ich mit dem 3. und letzten Exemplar.

Zu hoeren bekam ich jetzt Songs wie 'Burn in hell' und 'Last rights' bevor die englischen Urgesteine die Bretter betraten. '20000 feet' und 'The power and the glory' waren nur einige Titel aus einem satten Set. Soviel Energie in diesem Alter - Hut ab !!

SAXON-Klassiker wie '747 strangers in the night' durften natuerlich nicht fehlen. Zum ersten Mal eine wirklich recht ueberzeugende Lightshow heute untermalte das musikalische Niveau der Briten. Dufte Drums (Ex-SINNER-Trommler Fritz Randow) und voellig solide Saitenarbeit mit einem Biff im Mittelpunkt, der das Gesamtkunstwerk SAXON mit Stuecken aus knapp 20 Jahren um sich gruppierte (U.a. 'Unleash the beast' vonn der aktuellen CD).

zum zweiten Teil...