Interview mit

Gotthard

Neues Album: G.

Das Interview erfolgte im Büro der Flying Dolphins. Neben mir Chris, Chef des Ganzen. Ich sitze hier am Computer und hacke mir die Finger wund. Meine Gehörgänge sind beinahe taub vom täglichen - all day long - Telefonieren. Verzweifelt suche ich nach dem Interviewbogen. Verdammt (fluche nicht...), ich kann nichts finden; und prompt schellt das Telefon. Die Gotthard Jungs sind dran. Die Verzweiflung wächst,aber in der rettenden Sekunde habe ich doch alles gefunden. Heute habe ich mit Marc Lynn gesprochen, ein äußerst angenehmer Gesprächspartner.

BC: Einen schönen guten Morgen, Marc. Ich grüße dich.

M.: Ich bin leider ein bißchen erkältet. Bei den letzten Konzerten hatte ich schon keine Stimme mehr. Es reichte gerade noch für die Chöre.

Chris wirft ein von seinem Chefsessel: Ich denke du bist Rock’n Roller.

M.: - lacht -

BC: Was habt ihr denn in der Zwischenzeit gemacht?

M.: Wir haben, das ist ganz klar, eine Riesentour gemacht; Schweiz, Deutschland und Japan. Wir haben zünftig versucht, die Leute damit anzusprechen, was auch gut klappte. In Deutschland hatten wir einen Schnitt von 800 Leuten, in der Schweiz so 2.500 bis 3.000. Insgesamt waren wir 8-9 Monate unterwegs. Dann haben wir das neue Album vorbereitet und sind ins Studio gegangen. - Rums, die Leitung war unterbrochen - auf ISDN ist auch kein verlass mehr.

Dann klingelte es erneut.

BC: Sorry. Die Leitung ist reparaturbedürftig. Ich habe nicht aufgelegt. Ehrlich.Gelächter beiderseits

BC: Wir waren bei den Aufnahmen stehengeblieben.

M.: Genau. wir waren in den A&M Studios. Das ist ein supergroßes Teil, wo absolute Profis bei der Arbeit sind. U.a. haben dort Bon Jovi, Bob Seger, Green Day und Quincy Jones ihre Werke verewigt.

BC: Wie siehts denn momentan in der Schweiz aus, was die Metalszene betrifft?

M.: Nun. Große Nachfrage - viele Bands. Mehr kann ich da auch nicht sagen. Es ist halt schwer für alle, einen Fuß auf den Boden zu bekommen.

BC: Eure Scheibe heißt G.! Was bedeutet das? (Seid ihr gar Schelme?)

M.: Die Bezeichnung G. steht für mehrere Dinge. Da gibt es den Punkt bei der Frau (Nur zur allgemeinen Aufklärung... die Red.). Bei uns heißt das, daß wir einfach alles auf einen Punkt gebracht haben. G - steht für GOTTHARD - und Punkt - das erklärte ich bereits. Das sind so die zweideutigen Sachen, die wir sehr mögen. Es soll der Zeit des Rock’n Roll gelten, obwohl das Thema fast tot ist.

BC: Der Produzent ist Chris von Rohr.

M.: Genau. den Namen kennt man noch aus KROKUS Zeiten. Unser Manager hatte ihm unser Material gegeben. Der hat sich das angehört und gesagt: „Ich sehe für die Band damit keine große Chance.“ Auf jeden Fall wurde er davon überzeugt, mal runterzukommen. Er hatte gleich unsere gute Freundschaft gesehen, und sagte, daß wir gute Musiker sind; nur daß es noch ein wenig beim Songwriting fehlt. Dann haben wir uns mal zusammengesetzt, kamen auch gleich gut miteinander klar. Und es geht halt steil bergauf. (Wie in der Eiger Nordwand)

BC: Der ist doch sehr erfahren in seinem Bereich.

M.: Auf jeden Fall. Es ist sehr wichtig, jemanden dabei zu haben, der mal sagt: „Aha, da könnte man noch ein wenig ...“

BC: Das ganze Drumherum bei den Aufnahmen ist also gut verlaufen?

M.: Richtig. Wir waren halt drüben in L.A. Wir wollten in ein anderes Studio, aber der Engineer war mit der Rainbow Scheibe beschäftigt. Dann mußten wir also in Amerika ein Studio suchen. Wir haben die Platte dann live eingespielt. Dann wurden noch die Overdubs draufgesetzt.

BC: Magst du lieber Studioarbeit oder live spielen?

M.: Es macht beides Spaß. Live spielen bringt natürlich mehr. Im Studio ist viel Warten angesagt. Da leidet die Kreativität, hähä.

BC: Wieviele Bücher hast du da gelesen in deiner Freizeit?

M.: Bücher weniger. Ich bin eher der Typ, der gerne was zu tun hat.

BC: Auf dem Album sind drei Balladen enthalten.

M.: Genau. „Let It Be“, „Father, Is That Enough“ und „One Life One Soul“. Das zuletzt genannte Stück hatten wir schon zur letzten LP fertig gehabt. Damals klang es noch nicht so, wie es sollte, deshalb haben wir es zurück gehalten. Das nächste Album wird ein Unplugged Akustik Album sein. Dann machen wir zum Abschluß noch eine ganz kleine Tour.

BC: Was gefällt dir an der neuen Scheibe besonders gut?

M.: Es git Songs, die magst du hören. Andere widerum spielst du lieber, da das Feeling auf der Bühne ein ganz anderes ist.

BC: Du bist also rundum zufrieden?

M.: Ich bin sehr zufrieden. Die Band durchlebte musikalische Steigerungen - und Steigerungen im Songwriting. Die ganze Qualität hat sich verbessert. Hoffen wir, daß es so weiter geht. Wir haben bis jetzt drei Alben gemacht. Höre sie dir einfach mal an. Die Alben sind klar von einander zu trennen. Sagen wir mal so: der Stil ist gleich geblieben, aber die Unterschiede hört man deutlich raus.

Nochwas. Steve Lee, Sänger von GOTTHARD, macht zusammen mit Operngöttin Montserrat Caballe ein Album, welches sich „CABALLE AND FRIENDS“ nennen wird. Wir werden es verfolgen und Bericht erstatten. Das Ei des Kolumbus wurde gefunden ...



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