Grave Digger

Tourdaten
Japan Tourbericht

Bevor wir diese Band vergessen, muß es noch kälter werden - in Minsk. Nun ist es so weit; ein Interview mit Tomi Göttlich von den ‘Leichenflädderern’ Grave Digger. Da sitzen wir nun, immer noch, trinken einen kühlen Energizer-Drink und schwätzen über kleine Geheimnisse der Kultband Nr.1 in unserem kleinen Lande.

BC: Was ist geschehen, seit ihr die HEART OF DARKNESS veröffentlicht habt?

T.: Wir haben erstmal eine Headlinertour gespielt, auch das Summer Metal Meeting, und ein paar vereinzelte Festivals, sind dann frohen Mutes an die Arbeit gegangen für die neue Scheibe „Tunes Of War“.

BC: Das Songwriting macht noch immer der Chris?

T.: Nun, das machen wir schon alle zusammen. Wir arbeiten also als Band - nicht jeder einzeln für sich. Der Chris macht G.D. schon seit sechzehn Jahren. Ich bin vor fünf Jahren dazu gekommen, und wenn einer weiß, was G.D.-Sound ist, dann der Chris.

BC: Wie siehst du die Entwicklung der Band, wenn du zurück schaust?

T.: Zu den frühen Tagen kann ich nichts sagen, da ich noch nicht dabei war. Da wasche ich meine Hände in Unschuld. Das Songwriting ist natürlich professioneller geworden. Man lernt ja nie aus. Heute können wir viel besser mit einander umgehen. Der Uwe muß nicht mehr ewig lange erklären was ich zu spielen habe. Wenn er irgend etwas spielt, weiß ich sofort, was da drunter gehört. Wir müssen also nicht mehr lange diskutieren, was wo hin gehört. - Das Telefon klingelt - (Ich bringe dieses Telefon um - sein Kommentar dazu). Die grundmusikalischen Dinge stehen einfach. Klar, jede Platte klingt ein wenig anders. Die Heart Of Darkness ist ein gutes Beispiel; da waren wir hart an der Grenze. Wir hätten sie nicht weiter ändern dürfen, dann wäre es kein Grave Digger mehr.

BC: Zur neuen Scheibe seid ihr in Schottland gewesen.

T.: Das Konzept der neuen Scheibe ist die Schottische Geschichte. Es geht um die Jahre 1018 bis 1746, die Gründung des schottischen Reiches. Aus diesen 700 Jahren haben wir uns, Schwerpunkthemen ausgemacht, wo wir der Meinung waren, daß die für den Lauf der Geschichte wichtig waren. Die elf theoretisch besten Themen haben wir in Songs verfaßt. Dann wollten wir die Journalisten, das Bindeglied zwischen uns und den Fans, mit nach Schottland nehmen, vor Ort, um zu zeigen, worum es geht. Wir haben versucht, das Feeling musikalisch umzusetzen. Wir haben achtzehn von ihnen mitgenommen. Mit denen sind wir dann in den Highlands von Zeit zu Zeit gefahren, haben die ganzen Schlachtfelder und historischen Gemäuer abgegrast. Kult(o)ur pur. Es kam auch sehr gut an.

BC: Von Bildern her ist die Gegend unglaublich faszinierend...

T.: Stimmt genau.

BC: Ins Cover habt ihr eine Begleitgeschichte geschrieben!

T.: Es sind Begleitgeschichten zu den Songs. Wenn wir über die „Battle Of Column“ singen, weiß keiner was das ist. Man kann von den Leuten nicht verlangen viele Bücher zu lesen, um die Texte zu verstehen. Es sollte ein Konzeptalbum sein, und das Konzept muß zu erkennen sein. Um die Texte zu erläutern, haben wir das dazugeschrieben. Das ist natürlich nur ein kleiner Teil der Geschichte. In diesen 700 Jahren ist so viel passiert... Die Songs sind schon wissenschaftlich und historisch fundiert. Die Fakten sind also richtig. Es gibt noch viele andere Themen, die man hätte bearbeiten können - so ist es ja nicht.

BC: Was für Themen hätten euch noch so interessiert?

T.: Wir haben bis zum Song „Rebellion“ mehr die Lowlander betrachtet. Die Highlander haben daran zwar mitgewirkt, aber nicht so richtig. Die haben weniger Organisation gehabt. Das heißt, die haben einfach draufgehauen, ohne irgend welche politische Durchsetzungfähigkeit. Sie hatten also keinen organisierten Machtfaktor. Aber gerade in diesen Clanstrukturen sind unheimlich viele Geschichten abgegangen. Der eine gegen den anderen Clan, über hunderte von Jahren lang. Über allein zwei Clans kann man zehn Platten machen. Da sind richtige Dramen passiert - mitreißende Geschichten. Aber diese Stories haben keine politische Wichtigkeit, und so paßt es nicht auf das Album.

BC: Woher wißt ihr das alles?

T.: Ich habe Englisch und Geschichte studiert. An diesen Themen habe ich drei bis vier Monate gearbeitet; jeden Tag. Das wäre eine Abschlußarbeit fürdie Uni gewesen.

BC: Habt ihr schon was tourmäßiges geplant?

T.: Das ist noch offen. (Aktuelle Tourdates s. unten). Wir wollen erstmal warten, wie sich die Platte verkauft. Zu dem Konzept haben wir schon einige Ideen, was wir da live machen wollen. Das Problem ist nur, das kostet viel Geld. Wir sind gerade in Verhandlung auf der Manowar Tour mit zu spielen. Aber wir wissen noch nicht, ob wir das machen können. Wir haben Anfang nächstes Jahr angepeilt.

BC: Ist schon etwas an Videos in Aussicht?

T.: Aber sicher doch. (Welches verriet er uns aber nicht)

BC: Wie wird die Bühnenshow aussehen?

T.: Nun, wir haben viele Ideen. Zu Thema Schottland kann man vieles einsetzen. Ich könnte mich mit einem Schottenrock auf die Bühne stellen. Ich kann mir auch eine Burg aufbauen mit Kanonen und Soldaten, aber das ist eine Kostenfrage. Man könnte z.B. auch eine Leinwand aufziehen, oder viele Dinge machen, die zum Konzept passen.

Grave Digger, Sinner & Special Guest


04.01.97 Herxheim Festhalle
10.01.97 Offenbach Hafenbahn
11.01.97 Kaufbeuren Stadthalle
14.01.97 Nürnberg Rockfabrik
15.01.97 Bochum Zeche
16.01.97 Rostock Mau Club
17.01.97 Merlin Halford
18.01.97 Markneukirchen Schützenhaus
19.01.97 Hamburg Markthalle

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