Interview: Tim von den
H-Blockx

27.10.1996 Dortmund - Ruhr Rock Hallen

Ein Blick auf die Uhr. Verdammt - es ist spät. Dazu regnet es Bindfäden. Aber was solls? Wir machen uns auf den Weg, trotzen der Sturmflut, und gelangen fast pünktlich zum Ort des Geschehens. Heute machen wir nur ein kurzes Interview mit den Blöcken. In der BC-Ausgabe 9 war ein ausführliches Interview enthalten. Gesprächspartner heute ist Tim.

BC: Eure neue Platte „Discover My Soul“ wurde bereits veröffentlicht. Habt ihr schon einen Überblick wie es läuft?

T.: Es läuft super. In der zweiten Woche sind wir von Null auf Platz 7 in den Charts hochgeklettert. Wir sind in der dritten Woche immer noch in den Top Ten.

BC: In der Presse hattet ihr mal dieses Kiddi-Image, was aber zum Glück abgebaut wurde.

T.: Mit der neuen Scheibe wurden wir jedenfalls nicht als Kindergartenfraktion betitelt. Im Gegenteil. Alle Berichte, die ich bis jetzt las, waren sehr positiv. Es war gut in eine andere Richtung zu gehen als mit der ersten Scheibe; obwohl diese sehr erfolgreich war. Wären wir dabei geblieben, dann wären wir sehr in die kommerzielle Richtung gelaufen. Das kam für uns gar nicht in Frage.

BC: Diese Scheibe ist sehr gereift, gefällt mir auch besser als die erste.

T.: Wir wollten nicht kopieren, was wir vor drei Jahren gemacht haben. Für diese Zeit war es gut, aber mittlerweile können wir uns damit nicht mehr identifizieren. Es würde uns nicht mehr geben, wenn wir diese Scheibe reprodiziert hätten.

BC: Wie lange seid ihr schon auf Tour?

T.: Seit drei Wochen. Zwei Wochen waren wir in England, eine in Skandinavien. Wir hatten durchschnittlich dreihundert Leute im Publikum. Für eine deutsche Band ist es sowieso schwierig in Großbritannien. Seit drei Tagen sind wir in Deutschland unterwegs. Vorgestern waren wir in Köln. Das Haus war ausverkauft, und es hat riesen Spaß gemacht.

BC: Heute spielt ihr mit URGA und DUB WAR.

T.: URGA sind aus Münster, ebenfalls bei unserem Management. Sie haben noch keine Platte raus, haben auch noch keinen Plattenvertrag.

BC: Im Sommer ward ihr mit BON JOVI auf Tour gewesen.

T.: Es war klasse. Am Anfang waren wir ein bißchen unsicher wie wir ankommen. Für eine Vorgruppe mit anderem Stil wie die Headliner sind wir verdammt gut angekommen.

BC.: Ihr habt auch ein Video gemacht.

T.: Zu dem Song „Discover My Soul“. Das ist aber schon eine Weile her und hat Altertumswert.

Konzertbericht: H-Blockx, Dub War, Urga

Nach dem Gig, völlig erschöpft, sitzen wir jetzt im Zug in Richtung Duisburg und versuchen mit letzter Kraft das Konzert Revue passieren zu lassen.

Die erste Supportband war URGA, bestehend aus drei Leuten. Fronfrau Eva=Gesang+Baß, Berthold an der Gitarre und Rolf am Schlagzeug. Diese Band legte direkt mit dem ersten Song die Leute flach. Zum Sound: Bratige Gitarren, der Gesang mal kräftig mal melodiös mal stimmungsvoll. Kurz gesagt: eine Band, die es sich anzuschauen lohnt.

Co-Headliner DUB WAR: Zu dieser Band brauchen wir wahrscheinlich nicht mehr viel zu sagen. Der Sänger war quirliger denn je. Er hatte das Publikum von Anfang an gut im Griff. Groovy, funky Metalsound mit stellenweise Reaggae-Einlagen. Bei spätestestens dem zeiten Song tobte die Meute. Der Mob sang lauthals mit, und die ersten Ohnmachtsanfälle waren nicht weit in den ersten Reihen. Die Bühnenshow stimmte ebenfalls. Die Jungs standen keine Minute still, DUB WAR sind eine Band, die mit Groove und Härte bestechen. Zwischendurch heitzte der Sänger die bereits erschöpfte Meute mit flotten Sprüchen an, wie z.B.:“ Die H-Blocks haben keine Lust mehr, haben die Koffer eingepackt und sind gegangen.“ Geglaubt hat ihm das wohl niemand. Meiner Meinung nach hätten DUB WAR noch ein paar Songs mehr spielen können.

Nach kurzer Umbaupause war es endlich so weit. Das Licht ging aus und Basser, Drummer und Gitarrist betraten die Bühne und begannen abzurocken. Mit dem Einsatz der beiden Sänger flutete das Licht. Erster Song: „Discover My Soul“ - ein absoluter Knaller. Henning, einer der beiden Sänger, war so gnädig und beglückte das Publikum mit reichlich Wasser. Erst aus Flaschen, dann aus Eimern. Auch Dave strotzte vor Energie. Beide Sänger rannten über die Bühne - von links nach rechts, von vorne nach hinten, kreuz und quer. Was die Vorbands zu Anheizen geleistet hatten war großartig, aber die H-BLOCKX übertrafen alles.

Wir sitzen immer noch in der S-Bahn, halten an jeder Milchkanne an, und ärgern uns, daß wir keinen schnelleren Zug genommen haben. In diesem Sinne...

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