Konzertbericht LISA und QUEERFISH

Lisa, der helle Wahnsinn!!!

Yeah! Schon beim Soundcheck merkte man, Lisa und ihrer Band macht es Spaß abzurocken. „Ihr habt noch ´ne Minute, wollt Ihr noch ´n Lied spielen?“ Natürlich wollten sie!
Und dann beim Konzert ging Lisa richtig ab. Insbesondere Dog wirbelte an der Schießbude wie das totale Tier. Sein grooviges Hi-hat und Snare-Spiel hat es mir angetan. Lisa hat ihre Jungs übrigens aus allen möglichen Städten zusammengesammelt. Drummmer Dog kommt aus Downtown Frankfurt, der Guitarist Boris, der von Anfang an mit Lisa gespielt hat, kommt wie Lisa aus Berlin, Sven, der zweite Klampfer kommt aus Lübeck, genau wie Basser André.
Tja, Lisa hat mich derart beeindruckt, daß ich am Montag dann direkt losgestiefelt bin und mir die CD geholt habe, die allerdings leider nicht ganz so powervoll abgeht.
In der Zeche allerdings waren Lisa und Co. definitiv meine Favoriten.

Das Konzert war das letzte der gemeinsamen Tour von LISA, QUEERFISH und SUCH A SURGE; den Rest des Jahres hat sie ein wenig Zeit für sich, freut sich aber bald (1997) weiter zu touren (schließlich sind schon wieder ein paar neue Lieder geschrieben worden, die gespielt werden wollen...).
Bevor Lisa diese, ihre eigene Band, ins Leben rief, hat sie in den 5 Jahren, die sie zwischendurch mal in Köln gelebt hat (Hausbesetzerszene) bei SUSIE KILLED THE DRAGON mitgemischt.
„...Aber die kennt eh keiner!“, meint Lisa.
„Sich mit Zigarre zu zeigen war zunächst nur ein Scherz ... Zigarren sind schlecht für die Stimme ... aber ab und zu ...“ Lisa
Daß WOM sie als „deutsche Alanis Morisette“ bezeichnet, bereitet Lisa keine Magenschmerzen. Die bekommt sie nur, wenn sie den Begriff „Deutschrock“ hören muß. (Tja, beim lesen des Wortes Deutschrock bekommt sie hoffentlich keinen Ausschlag).
Nein, Deutschrock machen LISA bestimmt nicht, sondern geilsten Hardpop-Crossover. Und zum harten Groove hört man Lisa´s Stimme, die auch was zu singen hat (kein Bla-bla!) und sieht Lisa headbangen, daß es eine wahre Freude ist.
Zwischendurch sieht man dann halt auch mal nur noch Haare. Wer hat, der hat...

Zu QUEERFISH kann ich leider nicht viel Gutes sagen, außer daß sie auf der Tour den Aufforderungen „Ausziehen! Ausziehen!“, die Lisa galten, nachgekommen sind. Leider haben sie musikalisch nicht so gute Ideen. Sie spielten eher nach den olympischen Maßstäben „schneller, lauter, härter“. Für Pseudo-Möchtegernpunx wie QUEERFISH vielleicht nicht schlecht, aber so ein bißchen musikalisch darf man doch auch noch sein, oder?
Spielte Dog von LISA wirklich brilliant, so mußte der Queerfishtrommler sich sichtbar konzentrieren, um seinen einen Uff-Ta-Beat (vielleicht sollte er mit den Stäbchen besser chinesisch essen gehen?) zu halten. Die Stagedivende Fangemeinde hatte jedenfalls ebenso offensichtlich ihren Spaß.Höhepunkt des QUEERFISH Auttritts war, wie sollte es anders sein, die Tatsache, das ein Zuschauer es schaffte Lisa a) noch mal auf die Bühne zu rufen und b) zum diven zu überreden, was viele erstaunte und beeindruckte. (Einige Sexmaniacs mußten das natürlich ausnutzen und an Lisas Höschen rumfingern - Schweine!)

SUCH A SURGE, die mich in Köln auf dem Bizarre-Festival wirklich sehr positiv beeindruckt hatten, spielten in der Zeche in QUEERFISH-Manier. Der Klang von Metal lag schwer in der Luft. Nichts gegen Metal, aber wann klangen SUCH A SURGE schon mal wie eine 08/15 Metalband (ein bißchen Ozzy, 80BPM mehr, ein bißchen ufftata und das wars?).
Nein, das ist zu hart. Das nehme ich zurück, aber an diesem Abend waren SUCH A SURGE zumindest sehr schlecht abgemischt, so daß die guten Texte völlig untergingen...tja beim nächsten mal wird´s wieder besser...

Konzertbericht Andy D.

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