Interview: Life Of Agony

27.11.96 Köln Live Music Hall Treffpunkt 18 Uhr in der Halle. Wir betreten die Katakombe, und STUCK MOJO checkten gerade die Sounds. Bei einem warmen Bier betrachteten wir das Geschehen, bis wir endlich zu einem meiner lieblings Interviewpartnern, Joey Z. von LIFE OF AGONY, geleitet wurden. In dem Office upstairs saßen wir dann am runden Tisch und frischten ersteinmal alte Erinnerungen auf, amüsierten uns über den ein oder anderen Schwank vom letzten Interview mit ihm, und kamen nach 10minütiger Einleitung endlich zum Punkt. Er war mal wieder - mir scheint wie immer - gut aufgelegt und gesprächsfreudig.

BC: Ihr habt das Album „Ugly“ schon seit längerem draußen. Was ist in dieser Zeit passiert?

J.: Nun, wir haben einen neuen Drummer, Dan Richardson. Dieser Wechsel mußte sein, denn mit unserem letzten Drummer waren wir unzufrieden. Es gab leider viele Probleme zwischen uns; persönlich und musikalisch. Es war nicht seine Art zu spielen, er hat es wirklich drauf, aber seine Einstellung war uns einfach zu viel. Die Trennung war wohl für alle das beste. Jetzt ist jedenfalls Dan von PRO PAIN bei uns.
Ansonsten haben wir viele Konzerte gegeben, u.a. mit OZZY in den USA. Wir waren auch mit den MISFITS und ANTHRAX unterwegs. Nach dieser Tour gehen wir wieder ins Studio. Es ist immer schön nach Hause zu fahren und zu wissen, daß die Leute so gut hinter einem stehen. Das gibt uns ein super Gefühl.
Nun sind wir bereit, das neue Album zu machen. Wir haben auch schon neues Material geschrieben. Ich glaube es ist ganz gut. Die Stücke sind unterschiedlich verfaßt: happy, sensibel, powerful - ya know. Wir setzen uns da keine Grenzen, was das Songwriting angeht. Das haben wir wohl bewiesen mit „River Runs Red“ und „Ugly“.
Wir wollen keine von den Bands sein, die immer die gleichen Platten macht. OK, von Platte zu Platte verlieren wir einige Fans, bekommen aber auch neue dazu. Wir werden sehen, was passiert. Wir spielen die Musik, die wir spielen wollen.
Aber was sich noch zugetragen hat war ein Managementwechsel. Von unserem alten Manager haben wir uns getrennt, da wir Probleme miteinander hatten. Wie du siehst, sehen wir jetzt viel happier aus. (... Ich habe sie immer so in Erinnerung ...)
Mittlerweile wissen wir, was im Business abgeht. Wir haben jetzt Leute, die unheimlich engagiert für uns arbeiten. Sie erledigen alles bestens. Unser alter Manager war da nicht so fit. Er hatte gerne Dinge vergessen und verschludert. Und das fällt auf die Band zurück. Wir jedenfalls sehen jetzt allem positiv entgegen.

BC: Heute Abend spielt ihr zusammen mit STUCK MOJO und GURD aus der Schweiz.

J.: Diese Bands sind great. STUCK MOJO haben dieses besondere Etwas. Sie sind gute Freunde von uns. Vor dieser Tour haben wir bereits einige Male mit ihnen zusammen gespielt. Sie sind eine verdammt gute Band, und nach ihnen zu spielen wird schwer, denn sie haben einen hohen Musiklevel. So inspirieren sie uns sehr. Ich glaube wir haben die richtige Bandauswahl getroffen. Auch GURD waren eine gute Entscheidung. Sie sind eine heftige Band, die das Publikum verstehen aufzuwärmen.

BC: Seid ihr immer noch nervös wenn ihr auf die Bühne geht?

J.: Ich hatte noch nie Nerven. (lacht) Ich mag es zu spielen - wirklich. Ich habe das aber schon lange gemacht. Mit 15 war ich zum ersten mal in einer Band, spielte oft auf irgendwelchen Bühnen. Nach einer Weile machte es keinen Unterschied, ob man vor 50 oder 100.000 Leuten spielt. Ich gehe mit einer stinknormalen Einstellung auf die Bühne, bin also nichts besseres als die Leute, die zu unseren Konzerten kommen. Es ist mir auch egal, wenn ich mich mal verspiele. We are human and no machines.
Bild: Joey Z.(rechts) bekommt von Alex S. einen Lolli mit Heuschreckenfüllung übereicht ... Hmmmm, lecker!
BC: Und sonst?

J.: Wir haben aus L.O.A. eine Firma gemacht, da alles doch sehr groß geworden ist. Das ist jedenfalls besser für das geschäfliche.

BC: Wie werden die neuen Songs aussehen?

J.: Ich sage dir, daß es heavy bleibt, und sich wirklich gut anhört. Egal, ob die Songs sich soft oder heavy anhören, es sind gute Stücke. Rock’n Roll is all you need, man. Mit dem ersten Album waren wir zufrieden, aber „Ugly“ hätte besser sein können. Es bedurfte mehr knalliger Drums. Der Drumsound war sehr flach. Auch der Gitarrensound hätte besser sein können. Es war heavy - aber nicht so heavy wie es hätte sein können. SEPULTURA’s „Roots“ ist heavy, und MESHUGGA - das ist der Sound, den ich mag.

BC: Was mach ihr, wenn ihr zurück geht?

J.: Wir haben für die dritte Platte schon Songs geschrieben und gehen nach der Tour ins Studio. Sie müßte im August ‘97 draußen sein. Im März sind wir im Studio, wo die Scheibe aufgenomen wird. (gähnt) Sorry, I’m tired. Musik machen ist ein Vollzeitjob. Heute ist der 12te Gig hintereinnander. Danach spielen wir noch einen Gig, und haben dann einen Tag frei. Aber die täglichen Aktivitäten sind dennoch spaßig. (Die Tür öffnet sich und es wird für Biernachschub für unsereins gesorgt.)

BC: Ihr habt noch immer guten Kontakt zu BIOHAZARD?

J.: Ich habe gestern noch mit Billi telefoniert. Ich weiß nicht, ob sie bald wieder eine Platte machen. Er hat übrigens geheiratet. Ich vergesse immer ihren Namen - I’m so stupid.

BC: Ich glaube der, der nächste Interviewer wartet schon. Viel Spaß heute abend und alles Gute für die Zukunft.

J.: Es war nett mit euch zu reden, ich plaudere gern.

Zum Konzert: Wie immer eine geile Show! Die Halle war ausverkauft, und vor Beginn der Show rannte den Leuten der Schweiß über die Stirn.
Opening act: Gurd. Eine geile Band. Leider hatte man den Eindruck, Gurd würden vor Rheumakranken spielen. Erst nach der ersten Hälfte des Gigs wurden die Leute locker. V.O., Sänger des Vierers, animierte die Leute zum diven, aber anscheinend hatten die Ordener was dagegen. Diese waren allerdings keine Haudegen die darauf aus waren, das Publikum zu verprügeln. Lob, Lob.
Zweite Band: Stuck Mojo. Dazu schreibe ich jetzt nichts. Laßt die Fotos auf Euch wirken. (Oberaffentittenmegahypergeil)
Dann war es so weit. Ein kleiner Mann mit großer Stimme, gut verpackt in Kapuzenjacke, betrat die Bühne; gefolgt von den anderen LOA Mannen. (Ich schiebe mir gerade einen scheinbar ältern Mohrenkopf in den Mund...iggit). Sprechn nicht auch diese Bilder Bände?

Eure Sista S.

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