Interview mit

SABU

Endlich ist es so weit. Es sollte doch noch klappen, das schon xmal herbeigesehnte Interview mit den SABU Mannen. Wartend sitze ich vor dem Telefon, und pünktlich um 20:30 Uhr riß es mich aus dem Halbschlaf. Am anderen Ende, in Nürnberg, habe ich nun den Jörg an der Leitung, der auch fleißig zu erzählen wußte.

BC: Der Angel Schleifer und du seid bei BONFIRE gewesen, die es auch noch gibt.

J.: Den Namen BONFIRE haben wir ihnen übertragen, nachdem wir uns entschieden haben, uns SABU zu nennen.

BC: Wer ist nun bei SABU mit im großen Rennen?

J.: Paul Sabu, der Angel und ich. Derek Smith, der Drummer, ist ein Gastmusiker. Bis jetzt ist es eigentlich ein Projekt. Wir kennen uns jetzt seit zwei Jahren. Ich sage immer, eine Band muß erst wachsen. Mal sehen, was da weiter passiert. Ende des Jahres fangen wir bereits mit der nächsten Platte an.Das ist also nicht nur eine 1malige Sache.

BC: Ihr seid ja recht fleißig. Wie haben sich denn SABU zusammengefunden?

J.: Es war so, daß Ende ‘92 der Klaus Lessmann, Sänger von BONFIRE, die Band verlassen hat. Dann bin ich mit dem Angel nach N.Y. und L.A. geflogen. Dort haben wir uns mit DON DOKKEN und Paul Sabu getroffen, um Songs zu schreiben. Mit Paul war es eigentlich am besten. Die Session mit ihm hat die meisten Früchte getragen. Das ist meine persönliche Meinung. In zwei, drei Tagen haben wir vier Songs geschrieben, die jetzt auch alle auf der Platte drauf sind.Wir sind eben in Kontakt geblieben, aber einfachhalber haben wir uns entschieden, mit einem deutschen Sänger zu arbeiten. Das war zu dieser Zeit Michael Bormann aus DUISBURG. Der war mal bei der RTL Soundmix-Show dabei. (... wir erinnern uns ...) Na gut, Dann haben wir mit ihm eine Testtournee gemacht, zusammen mit VICTORY und FAIR WARNING. Allerdings war das nicht ganz so toll. Ich meine der sing ganz gut. Wir haben 10 Jahre einen Sänger mit BONFIRE gehabt, und da ist eine Band irgendwo geprägt.

BC: Stimmt. Man darf auch den Fehler nicht machen, die Sänger miteinander zu vergleichen.

J.: Genau, der Sänger war am schwierigsten auszuwechseln. Also war das mit dem Michael nicht das gelben vom Ei. Auch die Demos, die wir gemacht haben, wurden von den Plattenfirmen abgelehnt. Die sagten, die Musik wäre gut, aber der Gesang würde nicht dazu passen. Dann haben wir uns vom Michael wieder getrennt. Dann habe ich mir gedacht, doch den Paul wieder anzurufen. Er war total begeistert von der Idee wieder was zusammen zu machen. In L.A. haben wir noch ein paar neue Songs geschrieben, und haben ihn dann in München einfliegen lassen. Innerhalb einer Woche haben wir sechs oder sieben Songs aufgenommen. Das Demo kam auch gut an, und in Japan haben wir dann auch einen Vertrag bekommen. Nur in Deutschland wollten wir noch ein wenig abwarten. In der Zeit haben wir noch ein paar Songs gemacht. Angel ist in der Zeit nach Phoenix gezogen - ist ausgewandert. Ich war dann eine längere Zeit bei ihm, wo wir auch die Platte im eigenen Studio aufgenommen haben. Paul hatte in der Zwischenzeit mal einen Autounfall gehabt, wo er sich die Rippen brach. Er konnte dann eine Weile nicht singen. Deshalb hat sich alles ein bißchen verzögert. Die neuen Songs jedenfalls kamen gut an. Die Deals waren im Februar ‘96 abgeschlossen und im April wurde die Platte in Phoenix aufgenommen. Den Mix haben wir in den Sky Studios in München gemacht, im Juni. Im letzten Moment haben wir beschlossen, die Sache nicht BONFIRE sondern SABU zu nennen.

BC: Du warst außer bei BF noch bei anderen Bands (Axel Rudi Pell, SHOCKER)

J.: SHOCKER war ein Soundtrack - zusammen mit BONFIRE. Das war ‘89. In diesem Film waren viele Rockbands involviert wie ALICE COOPER, IGGY POP und anderen.

BC: Back to SABU. Auf der Scheibe sind 10 Songs. Was sind deine Lieblingsstücke?

J.: Ich weiß nicht . Vielleicht „CHERIE“. Das war eine der ersten Nummern, die wir zusammen geschrieben haben. „U.S. Of A.“ finde ich auch sehr gut. Im Grunde genommen finde ich alles gut. Das war so´n Prozeß, der lief über 1 ˝ bis 2 Jahren, und das hat uns auch so zusammengeschweist. Paul hat die Texte gemacht - Angel und ich die Musik dazu. Wir wollten vermeiden, daß die Leute sagen, das klingt wie ein Paul Sabu Album.

BC: Das Cover der Platte gefällt mir besonders.

J.: Danke, was willst du trinken... (lautes Lachen beiderseits)... Das Cover habe ich gemacht.

BC: Das sieht aus wie ein Amulett!

J.: Das ist ein Amulett. Ich habe mir schon was dabei gedacht. Der Name SABU klingt schon ein bißchen geheimnisvoll. Ich habe mir überlegt, ein Indianer Jones mäßiges Amulett mit indischen Schriftzeichen an der Seite... das wäre passend. Es ist einfach, aber es kickt doch irgendwo. Aus zehn Meter Entfernung kann man es erkennen.

BC: Für die Scheibe habt ihr also ca. 2 Jahre gebraucht.

J.: Sagen wir so: die Aufnahmen gingen relativ schnell, Paul´s Unfall war eben dazwischen. Außerdem wollten wir die Grungephase abwarten. Der Markt war tot. Jetzt kommen wieder langsam die ganzen Melodicsachen. Melodic Rock ist momentan etwas im Untergrund, weil es einfach nicht im Trend ist. Manche Leute sagen: “Ja, ich habe jetzt schon einige Interview gemacht. Finde ich ja gut, aber ich find´s ein bißchen altbacken, weil es nicht trendy ist“. Der Begriff altbacken sagt mir persönlich eigentlich nichts aus! O.K., mit der Ausnahme von aktuellen Tends wie z.B. Punk oder Alternative. Jede Art von Musikstil ist gerade altbacken. In diesem Geschäft wiederholt sich jede Art von Musik. Die Industrie und der Untergrund kreieren alle Trends. Wir sagen uns einfach wie die Amerikaner : „Stick to your own guns“ (Bleib dir selbst treu). Mach deine Musik und deine eigenen Trends. Rockmusik war ijmmer da. Mal mehr - mal weniger. Wenn diese Musik wieder richtig in ist, will ich mal sehen was mit den ganzen tätowierten Typen passiert. Viele Musiker, nicht alle, springen auf den fahrenden Zug auf und passen sich an, auch optisch. Und das ist gar nicht unser Ding. Natürlich sind wir anderen gegenüber offen, aber wir haben unseren Stil gefunden.

BC: Lassen wir mal einen Blick in die Ferne schweifen.

J.: Das wichtigste für uns ist erstmal die neue Platte zu machen. Früher hieß es immer; wenn die Platte rauskommt mußt du auf Tour. Momentan ist der Markt so damit zugeschissen. Wir leben in den 90igern. Die Leute haben wenig Kohle. Es ist nicht so optimal wie vor 10 Jahren. Früher waren Konzerte besser besucht, egal ob im Club oder im Stadion. Wir wollen uns erstmal mit den Platten etablieren. Das macht genau so viel Spaß. Wenn sich eine Tour anbietet mit der 2ten Platte, dann macht es auch Sinn - und wir werden spielen.

BC: Was habt ihr denn schon für die neue Platte fertig? Gleicher Musikstil?

J.: Das wird beibehalten. Leute, laßt euch nicht so von aktuellen Trends beeinflussen. Laßt euch von der Industrie nichts aufschwatzen. Jeder Fan ist mit einer bestimmten Musikrichtung aufgewachsen. Wenn er von außen beeinflußt wird, ist das schon o.k.! Aber wenn die Musikindustrie eine Richtung boykottiert, dann ist das nicht in Ordnung. Jeder soll seine Musik hören und kaufen, und sich nicht beirren lassen, Egal ob er nun im Trend liegt oder nicht. Bleibt euch selbst treu und wechselt nicht ständig, es sei denn, ihr steht total drauf. Das ist einfach so meine Meinung. Steht auch dazu. Vor ein paar Jahren habe ich mal so´n Bengel gesehen mit einem Guns`N´Roses T-Shirt. „Und, bist´n Fan von der Band?“ habe ich ihn gefragt. Sagt er: „Nee, aber das hat man eben.“ Und das meine ich damit.

SABU ist eine vielversprechende Band. Ich bin sicher, daß sich aus dem Projekt eine feste Band etabliert.
Eure Sista S.



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