Tele-Interview: T.M. Stevens, Albumtitel: „Boom“

Na, was ist denn das? Seit langem habe ich mal wieder Lampenfieber. Ich hocke da mit verschwitzter Stirn; nägelkauend. (Wo ist mein Psychiater?) Und wozu das alles? Im nachhinein stellte er sich als äußerst angenehmer Zeitgenosse heraus. Lustig, höflich und immer einen flotten Spruch auf der Zunge. Nun endlich, auf die Minute genau schellte das Telefon.

T.M.: Hey, it´s me, T.M.! Am I talking to Susanne? (das brauche ich wohl nicht zu übersetzen)

BC: Hey Ho. Wie schaut´s aus, und von wo rufst du an?

T.M.: Aus Paris. Wir geben heute den ganzen Tag lang Interviews.

BC: Der Name T.M. Stevens ist bereits geläufig hier in Deutschland. Seit wann bist du schon in diesem Geschäft.

T.M.: Oh, sehr lange. So richtig kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Laß es 10 Jahre sein.

BC: Du hast schon mit vielen namhaften Bands Musik gemacht.

T.M.: Oh ja. Das ist auch sehr angenehm. Ich habe bis jetzt zusammen gearbeitet mit Namen wie Joe Cocker, Steve Vai, James Brown, Tina Turner, den Pretenders ( zum Album:GET CLOSE) und vielen anderen Musikern.

BC: Du warst bislang Gastmusiker in all den Bands.

T.M.: Genau.

BC: Dies ist also dein erstes Soloalbum?

T.M.: Stimmt. Seit Jahren arbeite ich mit anderen Leuten, habe auch Geld damit verdienen können. Es hat auch immer große Freude bereitet so viel verschiedene Menschen kennen, und vor allem schätzen zu lernen. Aber dann mußte ich mich entscheiden was die Zukunft bringt. Sage ich nun Joe Cocker ab, um die eigene Scheibe zu machen? Sure. Und dann ging alles sehr schnell. Wie der Albumtitel schon sagt: BOOM.

BC: Ist das jetzt eine feste Band oder eher eine Projektsache?

T.M.: Nun, mit den Leuten die auf der Scheibe vertreten sind, spiele ich schon eine Ewigkeit zusammen. Mit auf der CD sind: Wil Calhoun, Al Pitrelli, Little Steven, Steve Leslie uns Stevie Salas. Ebenso sind dabei: Bernie Worrell, Steve Jordan, Angela Bofill, T.C. Tolliver und Russel „Ace Dog“ Acey. Sind das Namen oder was?

BC: Auf jeden Fall. Das Album sieht aus als hätte es zwei Titel. Einmal „Out Of Control“ und zum anderen „Boom“. Es ist ein bißchen verwirrend.

T.M.: Nun, das Bandprojekt heißt: T.M. Stevens - Out Of Control. Das Album heißt „BOOM“.

BC: Auf dem Album sind 15 wunderbare Songs...

T.M. unterbricht. Thanx honey - er singt mir nun ein Ständchen vor; sagt zwei Worte auf deutsch.

BC: Alle Songs hören sich total verschieden an.

T.M.: Im Vordergrund liegt: HMF (Heavy Metal Funk). Ich liebe Funk und Soul. Es hat eine Weile gedauert bis ich alle Songs geschrieben hatte. Da verging Zeit, und es kamen viele Ideen zusammen, die ich auch verarbeitet und darin integriert habe. Ich wollte alles so schreiben, wie ich es gerade empfunden habe.

BC: Wie lange hat das Songwriting insgesamt gedauert?

T.M.: Oh je, das ist schwer zu sagen. Zu bestimmter Zeit habe ich eine Kleinigkeit geschrieben. Das sammelte sich natürlich alles an. Ich wollte, daß die Leute Spaß beim zuhören haben; es soll sie gut unterhalten. Es sind nicht überall messages enthalten. In 2 oder 3 Stücken vielleicht. Ich denke, von allem ist etwas enthalten.

BC: Hast du ein Lieblingsstück auf dem Album, das dir besonders am Herzen liegt?

T.M.: Von der message her mag ich besonders „By Any Means“. Das sagt bzw. drückt aus, was ich empfinde. Ebenso liebe ich den Song „Raw Like Sushi“.

BC: Raw Like Sushi ist ein ungewöhnlicher Titel.

T.M.: Schau dir mal J. Hendrix an. Er ist einer meiner lieblings Songwriter. Er malt Bilder mit seinen Worten. Das ist nicht wie:“ Ich liebe dich, ich sehe dich, gute Nacht...“. Seine Texte sind sehr betont, genau so wie ich es versuche. Raw steht für roh, und Sushi ist halt roher Fisch. (... und tot dazu...Anmerkung der Tipse).

BC: Wie machst du es auf Tour? (Das hat nichts mit Sex zu tun, Ihr Wüstlinge) Wer wird mit dir auf der Bühne stehen?

T.M.: Wil Calhoun, Al Pitrelli und Bernie Worrell.

BC: Woher kennst du all diese Leute?

T.M.: Im Laufe der Zeit habe ich die kennen gelernt, während ich mit anderen Bands spielte. Die Jungs von LIVING COLOUR probten direkt nebenan auf der 42nd Street, N.Y.!

BC: Leider haben die sich aufgelöst.

T.M.: Stimmt. Leider haben sich auf diese Art und Weise schon viele Bands getrennt.

BC: O.K.! Nun spielst du mit Jungs zusammen, die alle aus verschiedenen Musikecken kommen.

T.M.: Ich spiele auf der Gitarre, Baß und Keyboard, nehme das ganze auf (klingt fast wie ein Kochrezept) und gebe es den Jungs. Die setzen da genau das richtige drauf. Denen sind keine Grenzen gegeben. But I set the direction.

BC: Du bist aus New York. Wie populär ist dort deine Musik?

T.M.: In Amerika kennt man zwei Arten von Musik. Einmal RMB = Rap und die kommerzielle Musik = Pop. Was ich tat, wie vor mir z.B. 24-7Spyz, Living Colour und Fishbone, war diese zwei Dinge zu mixen. Manchmal scheint es ein wenig verwirrend, aber ich hörte da auf meine innere Stimme: Wenn du Dinge verbindest, bekommst du einen frischen Sound. Ich habe z.B. den Drummer von Klaus Lage. Klaus ist übrigens ein cooler Typ. Ich war eine Woche lang im Bus sein Grooooopie. Ich mag auch den Drummer von Joe Cocker. Und so leihe ich mir die Burschen aus. Klaus sagte jetzt: „Bring me back my drummer...“

BC: Wie oft hast du eigentlich schon in Europa gespielt?

T.M.: Mindestens 15 mal. Allerdings jedesmal in anderen Bands. Dies ist das erste mal unter meinem Namen, and it feels good.

BC: Wie sieht es drüben aus, wenn du auf Tour gehst?

T.M.: Ich denke, in den USA sind viele Bands Hype orientiert. Viel mehr als in Deutschland. Du weißt was Hype ist?

BC: Hey Mister - selbstredend.

T.M.: O.K.! So werden alle Medien schneller darauf aufmerksam. Und auch so kann man von sich Reden machen.

BC: Weißt du schon, wann ihr hier touren werdet?

T.M.: Im März nächsten Jahres wir es los gehen. Dann werden wir alle terrorosieren, ha ha ha. Wir haben in Hamburg gespielt „and the croud went nuts“. Ich wußte nicht wie die Leute reagieren würden, doch es war überwältigend. Ich dachte, da muß jemand anders auf der Bühne stehen. Diese Leute haben uns herzlich aufgenommen. Vielen Dank.

BC: Wird es eine Single Auskopplung geben?

T.M.: Ja, das Stück „Body Bag“ wird es sein. Es ist N.Y. Style Musik, denn ich komme aus der Bronx. Es hat den Funky Heavy Groove. Zu dem Song „Boom“ machen wir ein Video. In Japan haben wir die Single „Boom“ ausgekoppelt und sie geht weg wie warme Semmeln. Dort waren wir schon einige Male, und ich liebe Japan.

BC: Du hast bestimmt noch was wichtiges los zu werden?

T.M.: Ja. Wenn du an etwas glaubst, dann bleibe dabei. Mach dir in den Gedanken dein eigenes Bild. Du kannst es wahr machen, wenn du es richtig angehst. Jeder sagte mir damals, daß ich es niemals schaffen werde. Ich ging auf´s College um ein „Doctor- assistant“ zu werden. Ein Jahr bevor ich fertig war hörte ich auf - um meine Musik zu machen. Meine Mutter war natürlich entsetzt.Sie sagte: „ Oh please, get another kick !“ Sie meinte, ich war falsch programmiert. Programmiert euch selbst - nichts ist unmöglich.

BC: Ich bedanke mich für das Interview. See ya on tour.

T.M.: Please, please come und bringe viele Leute mit.

Na was sagt Ihr nun? War das ein Interview oder was? T.M. war bester Dinge, und ich bleibe selbstverständlich am Ball.

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