Heute möchte ich mal ein Multitalent im Metalbereich vorstellen das nicht nur als Musiker (Breeding Fear, Downloader) in Erscheinung tritt, sondern vor allem als Gafiker bekannt ist.


Jan Meininghaus

Er arbeitete z.B. schon für Bands wie Bolt Thrower, Crack up, Hate Squad, Richthofen, Unjust, In progress, Capuccino, U.D.O., Sick of it all, Regenundmild.

Alle zwei Monate könnt ihr seine Künste auch in der Comicserie "Die Vergessenen" bewundern.



A: Wie bist du zum Comiczeichnen gekommen?

J: Gemalt habe ich eingentlich immer schon. Als ich angefangen habe Metal zu hören, so mit 15-16, habe ich dann Logos und andere Motive gemacht und im Rock-Hard eine Anzeige aufgegeben: Heavy Metal-Bands - braucht ihr Logos, Plattencovers? Die Mach ich euch. Da war ich zwar noch nicht so gut aber das hat mich nicht gestört. Darauf haben sich dann die ersten Bands gemeldet und bald auch die ersten kleinen Labels.

A: Da hast du wohl früher im Untericht lieber die Bücher vollgekritzelt, statt aufzupassen.

J: Natürlich! Ich hatte sogar Kunst Leistungskurs und habe damit mein Abi gemacht. Mit ein paar Schülern haben wir den Kurs durchgeboxt und es war das erste und das letzte mal das es auf unserer Schule sowas gab, dafür hat sich der Rektor persönlich für stark gemacht. Es verlief nämlich ziemlich chaotisch.



A: Konnten die Kunstlehrer dir überhaupt das Wasser reichen?

J: Es ging natürlich nicht nur darum, wie cool man Eddie von Iron Maiden abzeichnenn kann, sondern es gab auch viel Theorie und Klausuren mußten geschrieben werden, was mir aber sehr entgegen kam.

A: Jetzt studierst du Kunst?

J: Bis vor kurzem habe ich Visuelle Kommunikation in Essen studiert habe dazu aber keinen Bock und keine Zeit mehr.

A: Was ist bisher dein umfangreichstes oder komplexestes Werk?

J: Also zur Zeit arbeite ich an der Comic-Serie 'Die Vergessenen', wir sind da ein Zeichner-Team, drei leute, und sind gerade bei Ausgabe 7.



A: In der Info steht 'biggest german comic project', stimmt das?

J: Ich kenne zumindest kein anderes - außer Fix & Foxy vielleicht... - aber kein Action-Comic. Sachen wie 'Spawn', 'Tomb Raider' usw. kommen aus dem Ausland.

A: Ich habe gesehen, du hast auch Atwork für das Computerspiel 'Incubation' von Blue Byte gemacht. Hast du auch schon Sachen für andere Computertitel gemacht?

J: Für Software zu arbeiten ist schwierig, es gibt halt nur wenige Entwickler in Deutschland. Das meiste kommt aus England oder USA und die arbeiten meistens mit Agenturen. Ich würde aber gene wieder etwas in diese Richtung machen.

A: Deine Sachen sehen auch oft sehr nach Grafitti aus hast du auch viel Grafittis gemacht - legal oder illegal?

J: Früher habe ich natürlich alles mitgenommen, denn das ist auch so eine coole Erfahrung - mitlerweile natürlich weniger. Keine Zeit und mit der Zeit reizt sich das ein wenig aus, aber ich freue mich immer wieder mal für Auftragsarbeiten mit der Dose arbeiten zu können.

A: Wieviele Stunden am Tag bist du denn am Zeichnen oder Malen, du hast ja doch einen ziemlich hohen Output?

J: Zur Zeit haben wir wieder die Deadline im Rücken für das nächste 'Die Vergessenen' Heft, da bin ich wirklich von morgens um sieben bis abends um zehn dran.



A: Wie ist der Arbeitsablauf?

J: Also bei den Comic-Sachen ist die klassische Vorgehensweise, daß die Sachen mit Bleistift vorgezeichnet werden, dann bekomme ich die Seiten, mache daraus die Reinzeichnungen mit Pinsel, Feder, Tusche, Rapidograf, scan die ein, bringe die auf das richtige Format, und schicke die dann per ISDN an den, der sie im Rechner coloriert. Das wird dann zusammengesetzt zum fertigen Heft - und das wars dann.

A: Was hast du sonst noch für die Zukunft in Planung?

J: Natürlich mache ich weiter Comics und CD-Cover usw. Das nächste große Projekt ist, und ich weiß nicht ob ich das überhaupt sagen darf, ein 16-Seitiges Comic als Beilage für ein großes deutsches Metal-Magazin (Name ist der Redaktion bekannt =:-)

A: Hast du vielleicht noch ein letztes Statement?

J: Ähh..



A: Vielleicht: "Leute mit Comics lernt man Lesen!" - So war das zumindest bei mir...

J: Ha! Als ich so etwa zehn war haben meine Eltern alle meine Comics eingepackt und in den Keller gesperrt, damit ich keine Comics mehr lese. Da durfte ich dann jede Woche eins rauskramen und lesen.

A: Da mußtest du natürlich selber anfangen welche zu zeichnen.

J: Ja, da habe ich auch schon dran gedacht. Das hat irgendwie einen tiefen Schnitt in meiner Seele hinterlassen, so daß ich zur Problembewältigung jetzt selber Comiczeichner geworden bin.

A: Vielen Dank für das Interview.

Falls ihr mehr Werke von Jan sehen wollt, besucht einfach seine Website http://www.online.de/home/jan.m

Interview: Alex